Neuartige Fotofalle ermöglicht Dokumentation über den Aufenthalt des „Maschen-Wolfs“

Dem Isegrimm auf der Spur

Der untergehenden Sonne entgegen: Mit einer Fotofalle gelang Helge John auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord dieser seltene Schnappschuss. ·

Kreis Rotenburg - „Das ist, als hätte ich eine Nadel im Heuhaufen gefunden“, schwärmt Forstamtmann Helge John aus Eschede. Der 42-Jährige ist als Wolfsberater für den Landkreis Celle und gleichzeitig auch für die Truppenübungsplätze zuständig.

John hatte vor einigen Wochen eine Fotofalle eingerichtet. Er wollte damit den „Maschen-Wolf“ ablichten, der sich vor einiger Zeit von seinen Artgenossen gelöst hatte und, wie berichtet, in südliche Richtung wanderte Am 3. Mai glückte dann auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord der fotografische Glückstreffer. Die Sensoren reagierten auf das Jungtier – und Helge John hatte den Wolf im Kasten.

Wir berichteten bereits zuvor von Isegrims plötzlichem Auftauchen. Zuerst wurde das Tier – offensichtlich auf der Suche nach einem eigenen Territorium – in der Nähe von Maschen (Kreis Harburg) gesehen. Ende Februar fuhr dann ein Lkw den Wolf zwischen Munster und Lüneburg an, er erlitt aber nur leichte Verletzungen. Auch danach wurde er noch mehrfach gesichtet.

Mit einer Handy-Kamera gelangen einem Jäger bei Amelinghausen in der Dämmerung Aufnahmen, die die Jagd eines jungen Wolfs auf Frischlinge zeigten. Zuletzt gelangen Förster John am 3. Mai die Bilder von Isegrim.

Die streng geschützten Wölfe – inzwischen gibt es in Sachsen-Anhalt stabile Populationen – drücken zunehmend in westliche Richtung. Zu DDR-Zeiten, so John, sei der damals dort nicht geschützte Wolf geschossen worden. Als Konsequenz gab es keine Wölfe, die zu uns kommen konnten. Jetzt wird aber erwartet, dass Isegrim über kurz oder lang auch im Kreis Rotenburg auftaucht.

Forstoberrat Jürgen Cassier, Leiter des Kreisamtes für Naturschutz und Landschaftspflege: „Für mich ist es ein interessantes Ergebnis, dass mit Hilfe der modernen Technik eine gute Dokumentation über den Aufenthaltsort des ,Maschen-Wolfes’ möglich ist. Ich gehe davon aus, dass die Bundesautobahn A 7 für einen Wolf kein unüberwindbares Hindernis ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch im Kreis Rotenburg die erste Beobachtung gemacht werden kann.“

Sollte es dazu kommen, bittet die Untere Naturschutzbehörde unter 04261/9832800 um eine Meldung. Besonders die Jägerschaft, so Cassier, sei aufgerufen, Beobachtungen weiterzugeben.

Der Wolf ist mit vielen Gruselgeschichten behaftet, für Fachleute ist das alles aber übertrieben. Komme es zu einer Konfrontation, sollte Ruhe bewahrt werden und das Tier „durch Klatschen oder lautes Rufen“ in die Flucht getrieben werden. · bn

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