Unionsspitzen aus Kreis und Stadt fordern „Mut zur Verantwortung“

Innennminister Schünemann: „Ehrenamt ist Ehrensache“

Zwei, die mal gemeinsam am Kabinettstisch in Hannover saßen: CDU-Kreisvorsitzender Hans-Heinrich Ehlen (l.) und Innenminister Uwe Schünemann. ·

Rotenburg - Zurzeit rührt „Kommunalminister“ Uwe Schünemann landauf landab die Werbetrommel fürs Ehrenamt. Mittwochabend war er Gast der Kreis- und Gemeinde-CDU im Rotenburger Heimathaus. Mehr als 100 Interessierte waren der Einladung von Heiner Ehlen (Kreis) und Anja Bombeck (Stadt) gefolgt. Über das eigentliche Thema hinaus ging der Referent auch auf Fragen der Inneren Sicherheit, der Ausländerpolitik und des Extremismus ein.

„Ehrenamt ist Ehrensache“ und „Mut zur Verantwortung“: Die Union im Lande hat im Wahlkampf die „Selbstlosigkeit“ zu einem zentralen Thema erklärt. Mechthild Ross-Luttmann, stellvertretende Kreisvorsitzende, steckte bei der Begrüßung bereits das weite Feld ehrenamtlichen Engagements ab, ging beispielhaft auf Rettungsdienste und Breitensport ein, lobte den Kreis für die Einrichtung der hauptamtlich besetzten Koordinierungsstelle und forderte gesellschaftliche „Wertschätzung“ für die Freiwilligen ein.

Innenminister Uwe Schünemann nahm als „Kommunalminister“ den Ball auf, und wies darauf hin, dass auch die kommunale Selbstverwaltung vom ehrenamtlichen Einsatz gestützt werde. Auch wenn die Hilfsorganisationen im Lande gut aufgestellt seien, so berge der demografische Wandel große Risiken. Das THW klage bereits heute über Nachwuchsmangel. Die Entscheidung den Ersatzdienst abzuschaffen, sei vor dem Hintergrund zunehmender „Großschadenssituationen“ leichtfertig getroffen worden, so Schünemann. Ohne gegenzusteuern liefen auch die Feuerwehren Gefahr, personell auszubluten. Der Dienst müsse reizvoll gestaltet werden; das Land investiere darum 75 Millionen Euro in den Ausbau der Feuerwehrschulen, die Kommunen stünden in der Pflicht, auch „in schwierigen Zeiten“ ihr technisches Gerät auf dem neuesten Stand zu halten.

Personalchefs würden bei Bewerbungen ehrenamtliches Engagement durchaus honorieren, gab sich Schünemann sicher. Es dürfe keinesfalls von Nachteil sein, wenn bei jungen Feuerwehrleuten absehbare Einsatzzeiten ein Einstellungsheimmnis darstellten.

Weniger Bürokratie und weniger Haftung: Er könne es nicht nachvollziehen, so der „Sportminister“ Schünemann, wenn Banker, die Milliarden verschleuderten, weit weniger in der Haftung stünden, als Übungsleiter, in deren Bereich sich ohne Verschulden oder Fahrlässigkeit Unfälle ereigneten. In dem Zusammenhang forderte Schünemann, auf Hallenbenutzungsgebühren generell zu verzichten.

„Ein bisschen dem Staat zurückgeben“: Schünemann erinnerte an Kennedy, der ebendies angeregt hatte und forderte eine „Anerkennungskultur“. Es müsse eine Frage der Ehre sein, sich für die Gesellschaft, für seine Mitmenschen einzusetzen. In seinem Schlusswort rief CDU-Kreisvorsitzender Hans-Heinrich Ehlen die Kandidaten dazu auf, das persönliche Gespräch mit Nachbarn und Freunden zu suchen und für sich sowie die gemeinsame Sache zu werben. Einen Appell an den Minister richtete CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Anja Bombeck. Sie bat dringend darum, den Bereich Ehrenamt nachhaltig vom bürokratischen Einschränkungen zu befreien. · sf

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