Berufsbildungsbereich der Werke in Nachbarschaft der BBS gestern eingeweiht

Der Inklusion ein weiteres Stückchen näher gerückt

Schulleiter Wolf Hertz-Kleptow betonte vor mehr als 200 Gästen in der BBS-Aula das engagierte Ringen auf allen Seiten um das inklusive Angebot.

Rotenburg - ROTENBURG (sf) · „Die Andersartigkeit des anderen als Chance erkennen“, forderte Wolf Hertz-Kleptow, Leiter der Berufsbildenden Schulen Rotenburg, gestern Morgen bei der Begrüßung von mehr als 200 (Ehren-) Gästen, die zum Neujahrsempfang mitsamt Einweihung des neuen Berufsbildungsbereiches der Rotenburger Werke an die Verdener Straße gekommen waren.

Die BBS-Aula bot einen angemessenen Rahmen, um die bundesweit erstmalige Kooperation zwischen Behinderteneinrichtung und Berufsschule zu würdigen. Kultusminister Bernd Althusmann war eigens aus Hannover angereist. Für die Initiatoren eine Bestätigung, dass die Suche nach räumlicher und inhaltlicher Nähe den Weg hin zur Inklusion ebnen helfe.

Werke-Chefin Jutta Wendland-Park betonte, jeder Mensch habe einen Anspruch auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, auch an der Bildung. Die Menschen mit Behinderung wollten ernst genommen werden, erfahren, dass sie gebraucht werden. Bei der Umsetzung der von der EU geforderten Inklusion planten die Werke, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 250 Wohn- und Betreuungsplätze in die Region zu verlagern. Inklusion, so die Pastorin, müsse wachsen, auch der Zugang zur Bildung, um Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die Zusammenarbeit in der beruflichen Ausbildung sei gelebte Inklusion.

Der Weg von der Integration, von der Einbindung behinderter Menschen in bestehende Strukturen, hin zur Inklusion sei ein Paradigmenwechsel, machte Kultusminister Bernd Althusmann deutlich, der nach veränderten Grundeinstellungen verlange. Die Umsetzung der EU-Behindertenrechtskonvention beginne in den niedersächsischen Grundschulen im nächsten Jahr, kündigte der Kultusminister an.

Reinhard Brünjes erinnerte als stellvertretender Landrat an die „vielen positiven Momente“, die man in der BBS-Aula erleben konnte. Die Ausbildung behinderter Menschen finde nunmehr im direkten Kontakt mit den BBS-Schülern statt. Dass die keinerlei Berührungsängste haben, bestätigten drei Schülersprecher in einer kleinen „Talkrunde“, zu der Henrik Pröhl nach vorne gebeten hatte. Hier berichteten auch Kreishandwerksmeister Friedrich Leefers und IHK-Präsident Lothar Geißler von Bemühungen, behinderten Menschen einen Arbeitsplatz zu geben. Wie das gehen kann, zeigt das Beispiel von Tanja Stiffel, die in der Bäckerei Stelling untergekommen ist. Dort kümmert sich Julia Meinken um sie. Was schwierig begann, hat sich prächtig entwickelt. Tanja Stiffel ist heute fest ins Team eingebunden. – Nach den Reden und Gesprächsrunden sahen sich die Gäste im neuen, 700 000 Euro teuren Berufsbildungsbereich um, in dem 35 behinderte Menschen eine Ausbildung erhalten.

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