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In Visselhövede öffnet eine Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt

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Die „Fahrrad-Docs“ (v.l.) Heinz Schulz, Uli Strempel, Wim Liefers und Henry Buse bieten Hilfe zur Selbsthilfe.
Die „Fahrrad-Docs“ (v.l.) Heinz Schulz, Uli Strempel, Wim Liefers und Henry Buse bieten Hilfe zur Selbsthilfe. © Wieters

Anfang Mai öffnet eine Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt im alten Witte-Haus auf dem Visselhöveder Marktplatz. Dort gibt es auch Hilfe beim eigenen Schrauben.

Visselhövede – Das neue E-Bike steht vor der Tür, doch wohin mit dem alten Drahtesel? „Immer her damit“, sagt Heinz Schulz. Ein 15-jähriger Schüler hat keine Luft mehr in seinem Fahrradreifen. Und nun? „Auch zu uns. Wir reparieren den Platten gemeinsam“, wirbt Henry Buse für einen Besuch in Visselhövedes neuer Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt, die am Marktplatz in den Räumen der ehemaligen Drogerie Witte ihre Dienste anbietet. Neben „Werkstattleiter“ Schulz und „Schrauber“ Buse stehen außerdem Uli Strempel und Wim Liefers den Besuchern mit Tricks und Tipps bei der Reparatur der Räder zur Seite – alles natürlich ehrenamtlich, wobei Spenden für den Betrieb der Werkstatt natürlich gerne gesehen werden.

„Die Idee ist aus unserem Repair-Café im Haus der Bildung heraus entstanden“, sagt Harald Gabriel von der Initiative „Vissel for future“ (Vff) . Dort sei mal ein Fahrrad-Tag geplant gewesen und es sei die Frage aufgetaucht, warum nicht besser eine richtige Werkstatt einrichten. Für die Anschaffung von Werkzeug und Co. holte sich Vff die Bürgerstiftung mit ins Boot. „Und wir sind natürlich den Eigentümern der Immobilie dankbar, dass sie uns die Räumlichkeiten bis auf Weiteres kostenlos überlassen. Auf jeden Fall besser, als der jahrelange Leerstand wie es bisher war“, so Gabriel.

Aktuell sind die Macher dabei, die Räume herzurichten, das Werkzeug, das auch von den Rotenburger Werken stammt, zu sortieren und Böcke für die rückenschonende Fahrradreparatur aufzubauen. Zu einem neuen Laden gehört natürlich entsprechende Werbung. Und die hat Astrid Lamm gestaltet, die auch für das Logo verantwortlich zeichnet.

Astrid Lamm war für das Logo und die Werbung zuständig.
Astrid Lamm war für das Logo und die Werbung zuständig. © Wieters, Jens

Die Grundidee der Werkstatt ist einfach: Wer noch alte oder auch leicht defekte Räder im Keller hat, bringt sie ab dem 2. Mai dienstags zwischen 14 und 18 Uhr am Marktplatz 9 vorbei. Dort werden die Räder repariert und danach an Bedürftige kostenlos abgegeben. „Wir setzen aber nur konventionelle Fahrräder instand, keine E-Bikes“, stellt Schulz klar. Einfach zwanglos vorbeikommen können auch Leute, deren Rad irgendwo kaputt ist. Dann gibt es die Hilfe zur Selbsthilfe. Schulz: „Wir zeigen, wie es klappt, schrauben müssen die Leute selber. Auch aus versicherungstechnischen Gründen.“

Die vier Fachleute hoffen dabei vor allem auf Jugendliche, die „mal das Handy aus der Hand legen und zum Schraubenschlüssel greifen“, so Buse scherzhaft. Aber einen ernsten Hintergrund hat das Ganze dennoch: „Wir wollen damit den Nachhaltigkeitsgedanken auch mit Blick auf die Fahrräder aufgreifen: Es ist besser, sie weiter zu nutzen als sie wegzuschmeißen“, betont Harald Gabriel.

Jeder kann mitmachen

Die Werkstattleute sind eine Arbeitsgruppe der Initiative „Vissel for future“ und arbeiten ehrenamtlich aus Interesse an Umwelt und Fahrrad. Man kann mitmachen bei Reparaturteam, bei der Organisation oder Räder oder Ersatzteile oder Geld spenden (Spendenkonto: DE97 2406 0300 8001 9811 00, BIC GENODEF1NBU). Die Werkstatt ist am Marktplatz 9 ab Mai dienstags von 14 bis 18 Uhr und an Sonderterminen geöffnet Ansprechpartner ist Heinz Schulz (Telefonnummer 0157/59172414). 

Auch gebrauchte Ersatzteile bietet die Selbsthilfe-Werkstatt, die offiziell am Samstag, 29. April, eröffnet wird und sich zwischen 10 und 15 Uhr der Öffentlichkeit vorstellt. Zudem wird eine Tauschbörse für Kinderfahrräder eingerichtet, denn „wie schnell passen die Räder nicht mehr, wenn die Kinder größer werden“, weiß Buse. Als Konkurrenz zum nebenan tätigen Profi-Radgeschäft sieht sich die Gruppe nicht. „Das haben wir vorher mit dem Eigentümer abgestimmt und der ist froh, dass wir so etwas auf die Beine stellen“, informiert Gabriel.

Er und seine Mitstreiter würden sich über weitere Schrauber freuen, die „vielleicht aus der Jugend der Gemeinde kommen“. So komme man ins Gespräch und könne weitere Ziele verfolgen, Visselhövede zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu entwickeln.

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