Eine-Welt-Laden profitiert vom Umzug ins Haake-Meyer / Mehr Mitarbeiter, mehr Gewinn

„Immer noch ein halbes Wunder“

Cornelia Hagedorn (l.) und Bärbel Eichler im Eine-Welt-Laden, der so gut läuft wie nie zuvor. ·
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Cornelia Hagedorn (l.) und Bärbel Eichler im Eine-Welt-Laden, der so gut läuft wie nie zuvor. ·

Rotenburg - Von Guido MenkerDen Eine-Welt-Laden in Rotenburg gibt es bereits seit 1984. Doch so erfolgreich wie in den vergangenen 20 Monaten war er noch nie. Die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter wuchs auf 49, der Umsatz hat sich inzwischen verfünffacht und der jährliche Gewinn liegt bei rund 9 000 Euro. Der Umzug ins Haake-Meyer ist „immer noch ein halbes Wunder“, strahlt die zweite Vorsitzende Bärbel Eichler.

Früher war der Eine-Welt-Laden in einem alten Haus an der Brauerstraße zu Hause. Ein Standortwechsel war lange Zeit ein Thema. „Aber wir konnten uns die Mieten nicht leisten“, erinnert sich die Vorsitzende Cornelia Hagedorn, „die waren unerschwinglich für uns.“ Doch dann, im April 2010, war eine Alternative gefunden. Und was für eine: Mitten in der Innenstadt, direkt in der Fußgängerzone. „Besser als hier im Haake-Meyer konnten wir es nicht erwischen“, freuen sich Hagedorn und Eichler. Es ist die Kombination mit dem Café und den kulturellen Veranstaltungen der KIR. „Es ist hier eine gute Zusammenarbeit, und weil hier einfach immer was los ist, macht es jetzt viel mehr Spaß“, erklären die Vorstandsdamen im Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung.

Dr. Helmut Dölle und Annette Ehmer-Schulte hatten den Laden seinerzeit mit Regalen ausgestattet, die Rotenburger Werke steuerten den Tresen bei. Und die Mitarbeiter erweiterten parallel dazu das Angebot. „Früher hatten wir überwiegend Lebensmittel, jetzt ist ganz viel Kunstgewerbe hinzugekommen“, erklärt Eichler. Zwei professionelle Dekorateurinnen kümmern sich – ebenfalls ehrenamtlich – um eine ansprechende Präsentation der Waren, die überwiegend aus Mittel- und Südamerika, aus Afrika und Südostasien kommen. Die Zahl der Kunden wuchs, weil es einfach Spaß macht, den Besuch im Café für einen kleinen Gang entlang der Regale zu unternehmen. „Doch auch die gesellschaftliche Akzeptanz, fair gehandelte Waren zu kaufen, hat zugenommen“, weiß Cornelia Hagedorn. Und ja, es sei auch mittlerweile schick geworden, das ein oder andere im Eine-Welt-Laden einzukaufen.

Dem Verein soll es nur recht sein. Schließlich profitieren viele Menschen davon, weil der Zwischenhandel wesentlich geringer als normal ist und die Handelspartner größten Wert darauf legen, klare Kriterien des fairen Handels zu erfüllen: In erster Linie gehe es darum, für die Arbeitnehmer in der dritten Welt sozialverträgliche Bedingungen zu schaffen. Ihre Kinder sollen die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, und auch Kranken- sowie Sozialversicherung für die Familien seien Voraussetzung, so Hagedorn. Langfristige Verträge sollen den Absatz sichern – und das zu garantierten und marktunabhängigen Preisen. Dieses Prinzip transportieren die Mitglieder des Vereins, und weil die Menschen wissen, dass sie mit ihrem Einkauf Gutes tun, decken sie sich im Eine-Welt-Laden gerne mit Kaffee, Schokolade, Kinderspielzeug oder schönen Dingen für zu Hause ein.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder, um sich mit den Projekten zu beschäftigen, die mit dem Gewinn des Ladens – inzwischen rund 9 000 Euro pro Jahr – unterstützt werden. „Auch Warenkunde gehört dazu“, sagt Hagedorn. Darüber hinaus gibt es drei Veranstaltungen im Jahr mit der KIR zusammen, um diese Projekte in die Öffentlichkeit zu tragen und auch kulturelle Hintergründe zu vermitteln. Parallel dazu gilt es, einen Dienstplan zu erstellen, der die Besetzung des Ladens sicherstellt. Bei 49 Männern und Frauen, die sich in den Dienst dieser guten Sachen stellen, ist das mittlerweile kein Problem mehr. Und so ganz nebenbei freuen sich die, die am Ball sind, über die Vernetzung, über die vielen neuen Kontakte, die auf diese Art und Weise entstehen. Andere haben sich auf den Einkauf spezialisiert, damit Abwechslung in das Angebot kommt. Auch das gelinge, sagen die beiden Frauen aus dem Vorstand. Mit anderen Worten: Jetzt läuft alles so, wie es sich die Mitglieder einst gewünscht hatten – ein halbes Wunder eben. Auch, weil sie nur eine geringe Miete zahlen müssen.

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