Rotenburger Werke starten eine Job-Kampagne / Fachkräftemangel zeichnet sich ab

„Identifikation und Bekenntnis“

Job-Kampagne: Auch Jana Cordes war bereit, sich an der Plakataktion der Rotenburger Werke zu beteiligen und damit Farbe zu bekennen. ·

Rotenburg - Die Rotenburger Werke starteten gestern ihre Job-Kampagne, mit der sie vor allem junge Menschen für die Arbeit in der diakonischen Einrichtung gewinnen möchten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Und deshalb geht es nicht nur um neue Auszubildende, sondern auch um Praktikanten, um fertig ausgebildete Männer und Frauen sowie um das Ehrenamt. Ein Grund für diese Kampagne: Auch in den Werken zeichnet sich mehr und mehr ein Fachkräftemangel ab.

Als Jutta Wendland-Park vor gut fünf Jahren den Vorstandsvorsitz in den Rotenburger Werken übernahm, hatte sie auf die zwei „großen Schätze“ hingewiesen: die Bewohner beziehungsweise Kunden sowie die Mitarbeiter. „Ohne sie wären wir heute nicht das, was wir sind“, sagte sie gestern zum Start der Kampagne in der großen diakonischen Einrichtung, in der 1600 Mitarbeiter – darunter 75 Prozent Frauen – ihrer sinnvollen und erfüllenden, aber vielleicht nicht immer auch anerkannten Arbeit nachgingen, so Wendland-Park weiter. „Mit dieser Kampagne möchten wir junge Menschen animieren, sich dieser Herausforderung zu stellen“, erklärte die Vorstands-Chefin im Kreise von Bereichs- und Abteilungsleitern, Schulleitern, Psychologen sowie Pastoren. Bevor nämlich gestern zum Kampagnen-Auftakt eine Ausstellung im Haus „Niedersachsen“ gezeigt werden sollte, waren diese Führungskräfte eingeladen, sich in kleinerem Rahmen über die Inhalte und die Hintergründe der Kampagne zu informieren.

„Wir brauchen Menschen, die sich für den sozialen Bereich entscheiden und auf dem Weg in die Zukunft auch für neue Impulse sorgen“, brachte Wendland-Park ihre Hoffnung zum Ausdruck. Dabei böten die Werke nicht nur Aufstiegsmöglichkeiten, sondern auch Sicherheit, sagte sie. Und sie wies zugleich auch auf die Schwierigkeit hin, die ergänzende Arbeit der früheren Zivildienstleistenden allein durch das Freiwillige Soziale Jahr beziehungsweise den Bundesfreiwilligendienst aufzufangen. Das klappe nicht auf Anhieb. Doch sie sei überzeugt, „dass es sich gut in den Rotenburger Werken arbeiten lässt“. Genau das bringen auch die acht jungen Mitarbeiter zum Ausdruck, die sich im Rahmen der von Rüdiger Wollschlaeger initiierten Kampagne für eine Plakataktion als Models zur Verfügung gestellt haben. „Das erfordert viel Mut, aber das beinhaltet auch eine Identifikation mit den Werken und ein Bekenntnis zu dieser Arbeit“, schwärmte die Werke-Chefin. Dass das der Fall ist, dokumentierten stellvertretend die Sozialpädagogin Jana Cordes (33) und die 21-jährige Erzieherin Sarah Tyburski, die während der gestrigen Präsentation in einem Interview mit Henrik Pröhl Stellung dazu bezogen. Diese acht großformatigen und transportablen Plakate sollen in den kommenden Monaten nicht nur intern, sondern auch außerhalb der Werke zum Einsatz kommen. Schon bald werden sie im Kantor-Helmke-Haus sowie im Rathaus zu sehen sein. „Wir wollen sie dort platzieren, wo wir junge Menschen erreichen, und sind deshalb für weitere Ideen dankbar“, sagte Wollschlaeger.

Wie wichtig das aus Sicht der Werke sein könnte, verdeutlichte Personalchef Olaf Adolf. Bei ihm und den Kollegen in den Abteilungen landeten heute weitaus weniger Initiativ-Bewerbungen qualifizierter Fachkräfte auf dem Tisch, als dies noch vor vier Jahren der Fall gewesen sei. Er lobte nicht zuletzt deshalb die Kampagne, denn auch das Durchschnittsalter der Mitarbeiter (45,3 Jahre) nehme weiter zu. Adolf: „Da kommen größere Probleme auf uns zu.“ Deshalb auch diese Kampagne, obwohl die HEP-Schule in diesem Jahr „pickepackevoll“ sei, wie die Schulleiterin Regina Koithan sagte. Die Kampagne übrigens bietet neben den Plakaten und schriftlichen Infos auch Inhalte im Internet. Schon bald soll auch eine entsprechende Facebook-Seite dazu an den Start gehen. · men

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