Umkleiden Alte Dorfstraße: TV Sottrum soll Konzept zahlen

„Ich verballere hier Vereinsbeiträge“

Die Schäden in den Umkleidekabinen an der Alten Dorfstraße in Sotttrum sind nicht zu übersehen: Dennoch darf der Vereinsboss Jörn Leiding keine Entwürfe für einen Neubau oder eine Erweiterung in Auftrag geben. ·
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Die Schäden in den Umkleidekabinen an der Alten Dorfstraße in Sotttrum sind nicht zu übersehen: Dennoch darf der Vereinsboss Jörn Leiding keine Entwürfe für einen Neubau oder eine Erweiterung in Auftrag geben. ·

Sottrum - Von Mareike BannaschRustikaler 70er-Jahre-Charme, lange Risse im Mauerwerk und feuchte, dunkle Flecken an den Wänden: Kein Zweifel, die Umkleidekabinen an der Alten Dorfstraße in Sottrum haben ihre besten Zeiten hinter sich. Aus diesem Grund hat sich Jörn Leiding, Vorsitzender des TV Sottrum, gemeinsam mit den Mitgliedern Gedanken über die Zukunft des Gebäudes gemacht. Diese beschränkten sich aber nicht nur auf Sanierungsmöglichkeiten und deren Kosten, sondern beinhalteten zudem ein Konzept für die Zukunft. Diesen Ideen haben die Gemeindepolitiker nun aber einen Riegel vorgeschoben.

Nicht nur die baulichen Mängel sind dabei ein Problem, denn auch der Platz in dem Gebäude reicht für die Mannschaften kaum noch aus. „Momentan nutzen 14 Jugend-, drei Mädchen- und vier Herrenteams die Anlage. Da fehlen uns zwei Kabinen“, verdeutlicht Leiding. Vor allem dann, wenn sich Jungen und Mädchen getrennt voneinander umziehen möchten.

Um eine Diskussionsgrundlage für die Gespräche mit der Verwaltung zu haben, wandte sich der Vereinschef mit einem Antrag an die Kommunalpolitiker. „Das war nötig, da wir ja nur Nutzer der Anlage sind“, erklärt der Sottrumer im Pressegespräch.

Mit der Untersuchung wollte der Verein zunächst die Sanierungsmöglichkeiten und deren Kosten ermitteln. „Damit kommen wir dann vom Bauchgefühl auf beiden Seiten weg und haben reale Zahlen. Die Gelder sind knapp und da müssen wir überlegen, was Sinn macht: Sanierung oder Neubau“, schildert der Vereins chef. Zusätzlich dazu hatten die Sportler einen Vorentwurf für eine Erweiterung oder räumliche Änderungen im Gebäude geplant, in dem sich auch die Kosten wiederfinden. Den Betrag für den gesamten Plan wollte der Verein übernehmen, um für die Zukunft der Sottrumer Sportlandschaft vorzusorgen.

„Wir müssen Visionen entwickeln, wie wir uns aufstellen wollen – auch mit Blick auf die nächsten 30 Jahre. Wenn die Oberschule mit dem Ganztagsbetrieb beginnt, wird sie auch auf uns als Verein zukommen, und dann brauchen wir Platz“, erklärt Leiding. Und dieser findet sich aus seiner Sicht an der Alten Dorfstraße. Dort gibt es mit dem Jugendtreff die Möglichkeit zum Skaten, außerdem sind Fußball- und Tennisplätze direkt nebenan. Zusätzlich könnten sich die Schüler dort beim Fitness oder Reiten austoben.

Um dieses Sportentwicklungskonzept in Gang zu bringen, bedurfte es jedoch der Unterstützung von Seiten der Politik. Um diese zu bekommen, wandte sich der Vorsitzende an die Fraktionen – und rannte zumindest bei einer offene Türen ein. „Bei der CDU war man sehr interessiert an unserem Konzept und hat mich gefragt, wo wir Hilfe benötigen“, erinnert sich Leiding. Anders sah die Situation bei der rot-grünen Mehrheitsgruppe aus. „Ich musste lange um einen Termin betteln.“ Und als es endlich klappte, wollten die Kommunalpolitiker direkt Ergebnisse sehen. „Das ist schwierig, da so ein Konzept ein bis zwei Jahre zur Ausarbeitung benötigt“, berichtet der Sottrumer.

Dennoch wurde Jörg Leiding auf Bestreben der Union in den nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss eingeladen. Dort stellte er die Überlegungen des Vereins vor. Und überzeugte wohl nur begrenzt: Denn die Entscheidung der Politiker fiel anders aus als erhofft. So darf der Verein nur ermitteln lassen, wie hoch die Sanierungskosten für die Umkleiden sind. Pläne für eine Erweiterung oder ein Sportentwicklungskonzept sind ausdrücklich nicht erlaubt, „ich darf nichts zeichnen lassen“. Sehr zum Unmut des Vorsitzenden: „So verballere ich hier Vereinsbeiträge für ein Gebäude, das mir gar nicht gehört.“ Auch wenn seinem Antrag stattgegeben wurde, darf der Vereins somit doch immerhin eins: die Zeche zahlen.

Dies tun die Verantwortlichen nun auch zähneknirschend. „Ich wollte ein langfristiges Konzept erstellen, die Möglichkeit habe ich nun leider nicht. Da bin ich schon ein bisschen enttäuscht“, so Leiding.

Dabei richtet sich sein Frust aber ausdrücklich nicht gegen die Fachabteilung, sondern gegen die politischen Entscheidungsträger. Trotz seines Ärgers hat Leiding nun einen Planer beauftragt, der ein Sanierungskonzept erarbeitet. Mit dem Ergebnis rechnet er im Juni. Dann wird es aber sicher noch einige Zeit dauern, bis sich die Politiker zu einer Entscheidung durchringen können. Während die Flecken an den Wänden immer größer werden.

Ergebnisse des Planers

im Juni erwartet

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