Wirbelsturm hinterlässt in Bretel eine Schneise der Verwüstung

„Ich hatte tierisch Angst“

Bäume sind auf ein Bewegungskarussell für Pferde gestürzt.
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Bäume sind auf ein Bewegungskarussell für Pferde gestürzt.

Rotenburg - Von Matthias BergerBRETEL · Dramatische Szenen am Freitagabend in Bretel: Ein Wirbelsturm reißt eine Schneise der Verwüstung durch den Ort, reihenweise krachen Bäume auf die Straße, Menschen flüchten in ihre Häuser und das komplette Dach eines Pferdestalls fliegt durch die Luft.

„Es war ein schöner Tag, das war nicht zu erwarten“, berichtet Augenzeuge Frank Hoffmann. „Es fing dann an zu blitzen und zu hageln. Ich wollte unser neues Auto vor dem Hagel in Sicherheit bringen und habe es unter den Carport gefahren.“ Die Sorge um seinen Wagen hätte Frank Hoffmann fast seine Gesundheit gekostet. „Auf einmal habe ich nur noch eine weiße Wand auf mich zukommen sehen. Das Wasser kam horizontal, von allen Seiten. Ich bin in Panik geraten und wollte aus dem Auto aussteigen, aber die Tür ließ sich nicht öffnen.“

Während Hoffmann in seinem Auto gefangen ist, sieht er, wie ein dicker Ast von der anderen Straßenseite durch die Luft fliegt und in den Zaun seines Grundstückes kracht. „Ich hatte tierisch Angst. Aber so richtig habe ich erst später realisiert, in welcher Gefahr ich eigentlich war.“ Sein Bruder, der nur 20 Meter entfernt von ihm wohnt, habe dagegen kaum etwas mitbekommen. „Das Zentrum der Windrose war wohl nur drei bis vier Meter breit“, erklärt Matthias Haase von der Stadt Visselhövede.

Auch die Kinder von Simone Smeilus bekommen es mit der Angst zu tun, als es draußen schlagartig dunkel wird. „Wir waren im Garten, mein Mann hat den Rasen gemäht. Dann wurde es immer dunkler und auf einmal ging der Regen los. Wir konnten fast gar nichts mehr sehen und sind ins Haus gerannt. Es hat von allen Seiten reingeregnet. Nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei.“

Gegen 19 Uhr wird die Ortsfeuerwehr Wittorf alarmiert, dass bei Bretel Bäume auf der Straße liegen. Bevor die Einsatzkräfte eintreffen, müssen sie sich erstmal den Weg freiräumen: Ein Baum liegt auf der B 440 Richtung Rotenburg.

Unterdessen machen sich die Dorfbewohner eigenständig an die Aufräumarbeiten. Landwirte ziehen Bäume von der Straße und den Grundstücken. Als die Ortswehr eintrifft, unterstützt sie die Breteler mit Kettensägen und Manpower, gleich drei Bäume liegen in kurzen Abständen hintereinander auf der Straße. Zudem hat der Sturm das Dach eines Pferdestalls aus der Verankerung gerissen und durch die Luft gewirbelt. „Unser Pferd hat zwar nur ein paar Schrammen abgekommen, aber es war völlig durch den Wind. Wir sind zwar gegen Feuer versichert, nicht aber gegen Sturm“, sagt Johan Magnus.

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