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Hurricane 2022: Baracke dient als Treff für die Festival-Verantwortlichen

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Von: Lars Warnecke

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Bei einem Festival mit 78.000 Besuchern lässt sich doch recht schnell der Überblick verlieren. Darum kommen die am Hurricane beteiligten Behörden regelmäßig zum Austausch zusammen. Und das einem Ort, den man vielleicht nicht als Erstes auf dem Schirm hätte.

Scheeßel – 11 Uhr am Ring. In wenigen Stunden, dann startet im Infield das Musikprogramm. Noch ist die Menschenmenge auf dem Gelände überschaubar. Es wird gewerkelt, Getränkekisten werden verstaut und auf den Bühnen finden ein paar Soundchecks statt – letzte Vorbereitungen für das Hurricane-Festival 2022.

Hinter der Forest Stage vorbei, ganz am Ende der sogenannten Behördengasse, an der die Feuerwehr und das Rote Kreuz traditionell ihre Lager aufgeschlagen haben, fällt eine hölzerne Baracke ins Auge, die dieser Bezeichnung tatsächlich alle Ehre macht – wegen ihres rustikalen Erscheinungsbildes.

Eine alte, schon etwas abgegriffene Holzfassade in verblichenem weiß
Hinter dieser schlichten Holztür haben zu Festivalzeiten schon viele wichtige Gesprächsrunden stattgefunden. Sie ist der Eingang zur sogenannten Behördenbaracke. © Warnecke

Moment mal: Ist dieser längliche Bau, für den irgendwann in den frühen 1970er-Jahren offenbar die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, nicht das frühere Rennbüro des MSC Eichenring? Ja, ist es. Was viele aber gar nicht wissen: Während des Festivals fällt dem Gebäude auch heute noch eine bedeutende Funktion zu – dient es doch als Treffpunkt für die Behördenvertreter, sprich für Polizei, Feuerwehr, DRK, Gemeinde und den Veranstalter FKP Scorpio. „

Wir besprechen uns hier zweimal pro Tag, um uns auf dem gleichen Stand zu halten – einmal mittags, einmal abends, so, wie es halt gerade mit dem Programm auf den Bühnen hinkommt“, berichtet Yvonne Neumann. In ihrer Funktion als Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales im Rathaus Scheeßel vertritt sie die Gemeinde als Gefahrenabwehrbehörde – in einem vierköpfigen Team, dessen Besetzung sich im Schichtdienst abwechselt. Ein Hauptverwaltungsbeamter sei immer dabei, entweder die Bürgermeisterin oder deren Allgemeiner Vertreter, so Neumann.

Mehrere Leute in Halbkreis an Tischen. An der Wand eine Leinwand mit einer Übersicht zum Festival
Geschlossene Gesellschaft: Auf den Leinwänden im Hintergrund sind unter anderem Live-Bilder vom Veranstaltungsgelände zu sehen. © Warnecke

Just eben hat die Runde zu Ende beraten. Eine gute halbe Stunde hat der Austausch, bei dem die Beteiligten unter anderem das aktuelle Einsatzgeschehen, die Zahl der Besucher sowie das Aufkommen an Straftaten vortragen, gedauert. Die, die auf dem Festival die Verantwortung tragen, treten mit FFP2-Masken vor die Tür. Es ist halt nicht sehr geräumig in der Baracke. Ganz und gar nicht. Und die Pandemie ist noch nicht vorbei.

Ob vor der großen Eröffnung noch irgendwo der Schuh drücken würde? „Nein, noch ist alles in bester Ordnung“, sagt die Verwaltungsfrau. Gleich geht‘s für sie zur obligatorischen Abnahme des Veranstaltungsgeländes. „Dabei schauen wir, ob alles so ist, wie es sein muss. Sollte uns noch etwas Unschönes auffallen, muss nachgebessert werden – erst danach kann es losgehen.“

Später zeigt sich: Alles ist top – das Infield kann gegen 15 Uhr die Pforten öffnen.

Von Krisen und Kirmes auf dem Hurricane

Nun kennt das Festival in seiner langen Geschichte nicht nur Kirmes, sondern es kennt auch Krise. 2016 war so ein Jahr, in dem Starkregenfälle das Konzertgelände komplett unter Wasser gesetzt hatten – eine Räumung sowie Programmunterbrechungen waren die Folge. Auch bei solchen extremen Unwetterlagen kommt man in dem Behördendomizil zusammen – dann allerdings mehr als nur zweimal am Tag.

„Um in solchen Fälle beraten zu können, wie es weitergeht, gibt es eine eigene Koordinierungsgruppe, bestehend aus allen wichtigen Beteiligten“, erläutert Neumann. Ihr mache der olle Barackenmuff übrigens gar nichts aus: „Es hat sogar ein bisschen Flair und man ist mittendrin im Festival-Geschehen!“

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