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Hurricane 2022: Abreisechaos bleibt aus

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Von: Ulla Heyne

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Der Großteil der 78.000 Hurricane-Besucher ist am Montag friedlich wieder vom Eichenring abgereist. Die Behörden haben keine besonderen Vorkommnisse melden können.

Scheeßel – Genauso friedlich, wie sie gefeiert hatten, verließen sie den Eichenring auch wieder: Am Montagmittag gegen 12 Uhr hatten die meisten der 78. 000 Besucher des Hurricane-Festivals das Gelände verlassen. Rund ein 15 bis 20 Prozent waren nach Schätzungen der Polizei bereits am Vorabend abgereist. Ein Verkehrschaos blieb dank der Verkehrsleitplanung, die sich bereits bei der Anreise bewährt hatte, weitgehend aus.

Im Scheeßeler Kernort floss der Verkehr langsam, zu nennenswerten Staus kam es nicht. Trotz voller Bahnsteige – rund 17 .000 Fans waren mit der Bahn angereist –, kam es auch hier nicht zu Gedrängel: Der Strom der Zugreisenden wurde schon vor den Bahnsteigen kanalisiert. Das sei auch der guten Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und dem Sicherheitsdienst zu verdanken, so ein Polizeisprecher vor Ort.

240 eingeleitete Verfahren beim Hurricane 2022

Die Musikfans nahmen die halbstündigen Wartezeiten gelassen. Polizeisprecher Heiner van der Werp sprach von „äußerst gechillten Besuchern“. Obgleich die Anzahl der Straftaten sich mit 240 eingeleiteten Verfahren, davon 137 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, im Durchschnitt der Vorjahre bewegte, seien es auf dem Festivalgelände wesentlich weniger geworden: „Das meiste hat sich an den Kontrollstellen abgespielt.“ So seien nur zwei Taschendiebstähle und drei aus Zelten zu verzeichnen gewesen, ferner 20 Fälle von Körperverletzung, einige Male Sachbeschädigung und einige illegale Pfandsammler.

Zurückgelassen: Ein Grill.
Zurückgelassen: Ein Grill. © Heyne

Auf dem Gelände bot sich ein zunächst überraschendes Bild: wie geleckte Straßen – was den vielen Rollkoffern zugutekam, an den vorderen Campingplätzen kaum Müll. Weiter hinten dann allerdings doch das gewohnte Bild, nämlich ein Meer aus Pavillons, Zelten, Grills und Kinderpools voller Bierdosen.

„Wir haben hier erfreulich viel zu tun – aber andererseits ist es natürlich auch traurig, wie viel immer noch zurückgelassen wird“, so die Scheeßeler Ratsfrau Marsha Weseloh, die wie in den Vorjahren an Bord eines der drei „Tafeln“-Fahrzeuge verwertbare Konserven einsammelte. Hilfe bekamen die „Tafel“-Ehrenamtler von einer elften Klasse der Eichenschule. Klassenlehrer John Cramer hatte die Jubiläumswoche für diese „etwas andere“ Aktion genutzt.

Erst beim Hurricane feiern, dann aufräumen

Den Schülern machte es Spaß, „auch wenn einige von uns nur drei Stunden geschlafen haben“, wie Thea Gerken und Falk Reinicke erklärten. Viele Besucher hatten ihre Naturalien-Spenden bereits an die Wegränder gestellt.

Und auch die Sammelstellen der Hamburger Hilfsorganisation „Hanseatic Help“, die Zelte und Schlafsäcke für Obdachlose einsammeln und seit Sonntag mit rund 15 Helfern vor Ort waren, wurden gut angenommen. „Dass wir gestern die Leute informiert haben, wo sie ihre Sachen abgeben können, hat sich bezahlt gemacht“, so Jannis Hoch aus Flensburg. Ungefähr 100 Schlafsäcke, 140 Zelte und 60 Isomatten sind zusammengekommen, meldet Hanseatic Help später in einer Pressemitteilung.

Unterwegs waren auch die Beekelöwen, die sich – ganz bedarfsgerecht – auf das Einsammeln von Campingstühlen spezialisiert hatten. Und auch so manche Privatleute waren unterwegs, um – wie ein Pärchen aus Münster erzählte, zu „looten“, also Verwertbares zu sichern.

Eigentlich seien sie auf der Suche nach Party-Solarlichtern gewesen, „aber jetzt haben wir ein Wurfzelt gefunden“. Nicht alle „Goldgräber“ waren für den Eigenbedarf unterwegs: Ganze Gruppen mit bis zu 60 Mitgliedern, zum Teil aus Süddeutschland, hatten sich organisiert, um Pfanddosen und -flaschen zu sammeln.

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