Premiere von „Die verrückte Welt des Karl Valentin“ im Taakener Schützenhaus

Hommage an eine Legende

Mit tosendem Applaus honorierte das Publikum die Leistung des Ensembles. ·
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Mit tosendem Applaus honorierte das Publikum die Leistung des Ensembles. ·

Taaken - Warum gibt es eigentlich keine Theaterpflicht? Trägt das Bühnenspiel nicht genauso zur Bildung bei, wie die Schule? Wäre es nach Karl Valentin gegangen, müsste jeder Bürger jeden Abend eine Vorstellung besuchen. Und auch die Hommage an den genialen Komiker ist durchaus einen Besuch wert.

Diese führte das Ensemble um Regisseur Johannes Arnold in der vergangenen Woche zum ersten Mal im Taakener Schützenhaus auf. Rund 60 Gäste genossen einen sehr unterhaltsamen und humorvollen Abend und ein Theaterstück, das allein schon durch seine komplexe Konzeption beeindruckte. Die Schauspieler Sönke Franz, Christoph Mikula, Misa Pilbauer und Anna Friederike Schröder führten ein Sammelsurium von Sketchen auf, welches in seiner Gesamtheit ganz dem Titel entspricht: „Die verrückte Welt von Karl Valentin“. Denn verrückt, oder besser gesagt äußerst witzig, war sie.

Die Komikerlegende erfreute sich zwar zu Lebzeiten nicht immer großer Beliebtheit, hinterließ der Nachwelt jedoch einen nahezu unerschöpflichen Fundus an skurrilen Ideen, Sketchen, Theaterstücken, Liedern und sogar Filmen.

Aus Valentins Lebenswerk schöpfte auch das „Theater 11. August“ seine Inspiration. Die zahlreichen musikalischen Elemente, die das Stück ergänzten, stammen jedoch aus eigener Feder. Das Bühnenbild und die Kostüme, entworfen von Verena zu Knyphausen, setzte die Truppe ebenso gelungen ein, wie das Talent der Schauspieler. Diese wechselten in den verschiedenen Episoden immer wieder die Rollen. Dass dabei die „Huber-Bäuerin“ mit Vollbart am Fenster erschien, tat der Sache keinen Abbruch, sondern unterstrich vielmehr die bestechende Komik, genauso wie der Feuerwehr-Hauptmann, der kurze Zeit später mit einem Tretroller auf die Bühne fuhr.

Tief in die Trickkiste der Theaterkunst griffen die Produzenten auch bei anderen Episoden. So gab es beim „lebenden Orchestrion“ einen vierstimmigen Schmeißfliegen-Gesang zu hören. Ganz in Valentins dadaistischer Manier war auch „Kochen macht Spaß“ – zumindest solange bis zu den zahlreichen absurden Zutaten auch noch Dynamit in den Topf geworfen wurde. Aber ob die Gerichtsverhandlung daran scheitert, dass der Scharfrichter das Beil nicht finden kann, oder der Grubenentleerer plötzlich in die Hölle verschwindet, ist egal. Die Zuschauer kamen auf jeden Fall auf ihre Kosten. · fl

Das Ensemble „Theater 11. August“ spielt noch vom 3. bis 6. Oktober sowie am 11. und 12. Oktober jeweils um 20 Uhr.

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