Schädlingsbekämpfer decken die Scheeßeler Mühle ab / Fledermäuse mit Rammstein verscheuchen

Der Tod des Holzwurms ist besiegelt

Mit dem Steiger in luftige Höhe: Mitarbeiter der Schädlingsbekämpfungsfirma decken Stück für Stück die Mühle ab. ·
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Mit dem Steiger in luftige Höhe: Mitarbeiter der Schädlingsbekämpfungsfirma decken Stück für Stück die Mühle ab.

Scheessel - Von Lars Warnecke. Normalerweise ist sie kein lebensgefährliches Terrain. Eher ein Ort der Begegnung, an dem Geschichte lebendig wird. Doch die historische Wassermühle macht in dieser Hinsicht in den kommenden Tagen eine Ausnahme.

In ihrem Inneren lässt eine Schädlingsbekämpfungsfirma tödliches Gas frei. „Begasung“ heißt das im Fachjargon. Das Ziel der recht aufwendigen Maßnahme, bei der bis auf den Siloturm das komplette Gemäuer unter einer Plane verschwinden wird: Dem im Holzgebälk wütenden Nagekäfer soll ein für allemal der Garaus gemacht werden.

„Gefahr. Zutritt verboten. Diese Einheit ist begast mit Sulfuryldifluorid.“ Der Text und das Totenkopfzeichen auf dem Warnschild, das gestern an der Mühle angebracht wurde, machen es deutlich: Hier wird mit einem gefährlichen Gas gearbeitet. „Gefahr für Menschen und Tiere außerhalb des Gebäudes besteht aber nicht“, erklärt Silvio Korn von der Spezialfirma Groli aus Dresden.

Seit gestern ist der Techniker mit seinen Kollegen vor Ort, um die Begasung vorzubereiten: Nachdem am Vormittag die Arbeitsbühne aufgestellt wurde, begannen die Schädlingsbekämpfer damit, in luftige Höhen aufzusteigen und die Hauptmühle Stück für Stück mit einer Spezialfolie aus Kunststoff abzudichten. Bis Donnerstag soll das Gemäuer komplett verhüllt sein. Verpackungskünstler Christo lässt grüßen. Dann, voraussichtlich am Nachmittag, wird das Begasungsmittel eingeleitet, wo es für 70 Stunden auch bleibt. Eine Luft-Umwälzanlage sorgt für die gleichmäßige Verteilung.

Die anhaltende Kälte, erläutert Korn, sei im Übrigen kein Hindernis. „Wir erwärmen die Räume auf fünf Grad, nur bei dieser Mindesttemperatur ist das Gas auch wirksam.“ Nach der „Freimessung“, also dann, wenn sich das Gas ausreichend verflüchtigt hat, erteilt die Fachfirma wieder die Freigabe des Gemäuers.

Schon einmal habe man versucht, die Schädlinge mit herkömmlichen Mitteln zu bekämpfen, „aber die Holzfläche von immerhin 4 000 Kubikmetern ist einfach zu groß, um dem Schädling habhaft zu werden“, erläutert Pächter Dr. Jan Müller-Scheeßel. Professionelle Hilfe musste her. „Der Holzsachverständige, der damals den Befall unter die Lupe nahm, hatte uns diese Firma empfohlen“, weiß Müller-Scheeßel das historische Gemäuer in guten Händen. Denn: „Es ist wichtig, dass der bei der Bekämpfung des Holzwurms verwendete Wirkstoff keine Rückstände hinterlässt und das Material nicht angreift.“

Dass während der rund 40  000 Euro teuren Prozedur andere Mühlenbewohner, etwa Fledermäuse oder Eulen, keinesfalls zu Schaden kommen, dafür habe man Vorsorge betrieben, versichert Günter Saxer vom Förderverein Scheeßeler Mühle: „Sarina Pilz hat im Auftrag des Nabu ein auf Sonarmessung basiertes Gutachten erstellt, um die sogenannte Tierfreiheit zu bescheinigen.“

Ergebnis: Zwei Exemplare der Langohrfledermaus sind geortet worden. Ihr Todesurteil? „Nein“, beruhigt Saxer, „den Tieren wird im Vorfeld durch eine Öffnung die Möglichkeit zur Flucht gelassen.“ Und Silvio Korn ergänzt: „Damit wir die tierischen Bewohner vertreiben, spielen wir zusätzlich Musik von Rammstein und AC/DC, das hat sich bewährt.“

Begasung der Scheeßeler Mühle

Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke
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Seit Montag verschwindet die Scheeßeler Mühle Stück für Stück unter einer Plane. Grund: In ein paar Tagen will eine Schädlingsbekämpungsfirma eine hochgiftige Begasung durchführen, bei der der Holzwurm abgetötet wird. Gleichzeitig werden zahlreiche Möbelstücke von dem Parasiten befreit, die Bürger im Vorfeld in dem altehrwürdigen Gemäuer einlagern konnten. © Fotos: Warnecke

Dennoch, eine Eule wird in der Mühle verbleiben. Die Skulptur ist eine von unzähligen hölzernen Objekten, die sich im unteren Bereich der Mühle stapeln. „Rund 50 Leute sind unserem Aufruf gefolgt und haben ihr Mobiliar für die Zeit der Begasung bei uns abgestellt“, freuen sich Müller-Scheeßel und Saxer. Frei nach der Devise „Warum nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?“ könnten somit auch andere von der Schädlingsbekämpfung profitieren. Stühle, Tische, Kommoden, sogar ein Schaukelpferd, ein Holzklosett und ein Flipperautomat aus den 1930er Jahren warten nun auf ihre Entwurmung.

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