Fritz Strunk und Claus Kock wollen soziale Projekte in der Region fördern

Hilfe für Menschen vor Ort

Dank des Dreirades von Fritz Strunk (v.l.) und Claus Kock hat Thomas Härtwig ein Stück Mobilität und Unabhängigkeit zurückgewonnen. ·

Sottrum - AHAUSEN · Lachend schwingt sich Thomas Härtwig aus Ahausen auf sein Dreirad. Für den 54-Jährigen bedeutet der Tritt in die Pedale ein Stück Freiheit. Nach drei Schlaganfällen ist der Ex-Sylter in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Auto- oder Radfahren kann er nicht mehr. Das gebrauchte Spezialrad gibt dem gelernten Kfz-Mechaniker ein Stück Unabhängigkeit zurück. „Ich bin sehr stolz und so froh“, betont Härtwig. Ermöglicht haben ihm diesen Gewinn an Lebensqualität Fritz Strunk und Claus Kock, die das Mobil aus eigener Tasche finanzierten. Und die beiden Ahauser wollen regional noch mehr Menschen in Notlagen helfen.

Und davon gebe es viele, weiß Fritz Strunk. Zwei Jahre arbeitete der ehemalige Leiter der Siemens-Niederlassungen in Hamburg und Bremen nach seiner Pensionierung als Dozent an den Grone-Schulen Niedersachsen. Seit April 2011 ist Strunk beim Landkreis als ehrenamtlicher Mentor für das Jobcenter tätig und vermittelt zurzeit Jugendliche sowie junge Erwachsene in die Ausbildung und Arbeit.

Während seiner Zeit an den Grone-Schulen lernte der Kaufmann Thomas Härtwig kennen, organisierte ihm mehrere Praktika in einem Autohaus in Rotenburg und eine Wohnung in Ahausen. Doch infolge der Schlaganfälle ist der 54-Jährige heute arbeitsunfähig. Radfahren darf er aus medizinischen Gründen nicht, ein Auto ist für ihn nicht finanzierbar. „Thomas ist so ein Beispiel, das gerade auf dem Land Gewicht hat. Er sitzt hier und ist immobil. Das Dreirad ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Lebensqualität und Unabhängigkeit“, erklärt Kock.

Ähnliche Projekte sollen folgen. Um das nötige Geld für ihr Vorhaben zu akquirieren, ist für Sonnabend, 20. August, als erste Aktion von 10 bis 16 Uhr ein sozialer Flohmarkt auf dem Kulturhof Ahausen geplant. Die Idee dazu hatte Fritz Strunk – und stieß bei Claus Kock auf offene Ohren. Spontan stellte dieser sein Grundstück zur Verfügung. Als Verkäufer zugelassen sind nur private Anbieter. Anstelle von Standgebühren soll jeder Teilnehmer 25 Prozent seines Erlöses auf ein spezielles Konto überweisen. Um dem Ganzen einen soliden rechtlichen Rahmen zu geben, haben die Organisatoren den internationalen Tempelritterorden OSMTH, dem beide angehören, ins Boot geholt. Der Verein engagiert sich sozial auf christlicher Basis.

Das Geld soll in soziale Projekte vor Ort fließen – sei es wie im Fall von Thomas Härtwig ein Dreirad oder ein Zuschuss zur Klassenfahrt. „Für mich ist es wichtig, dass das Geld sichtbar ist und in der Region bleibt“, hebt Strunk den regionalen Charakter des Vorhabens hervor. Um möglichst vielen Menschen helfen zu können, hoffen die Veranstalter auf zahlreiche Anbieter wie Besucher beim Flohmarkt. Denn: „Jeder Euro zählt“, so Härtwig. Wer die Initiatoren unterstützen will: Standanmeldungen nimmt Fritz Strunk über Ruf 04269 / 6339 an. · sbo

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