Landrat-Kandidat Hans-Peter Daub empfängt 250 Gäste in Zeven

Der Herausforderer beginnt mit Dialog

Der doppelte Daub in Zeven: Links der Wahlkämpfer, rechts das Wahlkampf-Plakat. ·
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Der doppelte Daub in Zeven: Links der Wahlkämpfer, rechts das Wahlkampf-Plakat. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Musik plätscherte noch leise vor sich hin, als das Grinsen des Kandidaten immer breiter wurde. Am Donnerstagabend hatte Hans-Peter Daub ins Ringhotel Paulsen nach Zeven geladen, um seinen Wahlkampf einzuläuten. Der Superintendent will Landrat werden – hatte aber selbst mit diesem Riesenandrang nicht gerechnet.

„Ich bin überwältigt“, waren dann auch die ersten Worte, die der Kandidat der Mehrheitsgruppe im Kreistag (SPD, Grüne, WFB) in Richtung seiner Anhänger sprach. Der 54-jährige Pastor wollte in Zeven ein erstes Zeichen setzen, dass „nach 60 Jahren Landkreispolitik durch CDU-Verwaltungsbeamte die Chance für einen Aufbruch“ möglich sei. Ein Aufbruch jenseits starrer Parteipolitik – für den Daub allerdings auch noch ganz formal Unterstützer braucht. Der Rotenburger Fundraiser Matthias Richter wurde als Moderator des Abends nicht müde, neben dem Hinweis auf die benötigte finanzielle Hilfe auch auf die Formblätter der Verwaltung hinzuweisen, die ausgefüllt werden sollten. 270 Unterschriften von Unterstützern braucht Daub bis zum 7. April, um als parteiloser Kandidat gegen Amtsinhaber und CDU-Kandidat Hermann Luttmann antreten zu können. Dass es am Abend nur 165 wurden, trieb Daub gestern nicht die Sorgenfalten in die Stirn: „Wir warten erstmal ab. Viele Zettel sind noch im Umlauf.“

Anders als ein klassischer Wahlkämpfer in eigener Sache hielt sich Daub in der knapp eineinhalbstündigen Versammlung auffällig zurück. Zunächst hatten andere das Wort: SPD-Kreistagsfraktionschef Bernd Wölbern berichtete davon, wie er den Kirchenvertreter lange überreden musste, damit dieser überzeugt war: „Doch wer lange überlegt, meint es ernst.“ Auch die Vertreter von Grünen und WFB lobten Daubs Politikstil – den er durchaus auch schon als Pastor vertreten hat – über die Parteigrenzen hinweg.

Der Kandidat selbst versuchte anschließend, über den Dialog mit den Anwesenden seine Positionen herauszustellen. Wert legte er dabei darauf, keine fertigen Antworten parat zu haben: „Die gibt es nicht.“ Wer etwas anderes behaupte, lüge. Politik verstehe er als Dienstleistung am mündigen Bürger. „Wenn eine Mehrheit etwas nicht will, muss die Politik reagieren.“ Da sei es dann auch egal, wer zuvor wie entschieden habe. Beispiel Vermaisung: Dass Rot-Grün den Weg zur Überversorgung einiger Gebiete mit Biogas-Anlagen geebnet habe, sei mittlerweile zweitrangig. Wichtig sei vielmehr, heute daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Daub: „Politik muss sich auf Veränderungen einstellen.“

Diese sieht er auch in personeller Hinsicht als notwendig an. Seinen Posten als Superintendent werde er nach zehn Jahren im Herbst räumen, unabhängig vom Ausgang der Wahl am 25. Mai. Daub: „Wechsel in regelmäßigen Abständen sind wichtig.“ Dass bei einem Wechsel im Kreishaus ein Pastor statt eines Juristen das Sagen haben würde, sollte sich als Kritik überholt haben: „Wir haben doch gesehen, dass es dem Landkreis in den letzten Jahren nicht genutzt hat, dass an Jurist an der Spitze stand.“ Soziale Fragen zum Beispiel seien keine juristischen. Weiter ging der Kandidat in seinem Wahlkampfauftakt nicht auf den Kontrahenten Luttmann ein – er nannte ihn nicht einmal beim Namen.

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