Kopfsteinpflaster mit breitem Fugen-Abstand erhöht den Verkehrslärm

Hemphöfen: Anwohner fordern den Rückbau

+
Das Kopfsteinpflaster und die damit verbundene Lärmbelästigung war Grund für die Unterschriftensammlung. Am Freitag übergab Detlef Cordes (l.) die Liste an den Ratsherrn und Vorsitzenden des Bauausschusses, Andreas Weber (SPD). ·

Rotenburg - Der Sprecher der Initiative für bessere lärmfreiere Verkehrsverhältnisse in der Wallbergstraße und Hemphöfen in Rotenburg, Detlef Cordes, und Anwohner der beiden Straßen überreichten am Freitag eine Petition mit 53 Unterschriften an den Vorsitzenden des Bauausschusses der Kreisstadt, Andreas Weber (SPD), und den Ratsherrn Manfred Radtke (Bündnis 90/Die Grünen). Sie fordern darin den Rückbau des Kopfsteinpflasters in beiden Straßen.

Der Verkehrslärm sei für die Anwohner unerträglich, erklärten die Anlieger der bereits genannten Straßen. „Bei beiden Verkehrswegen wurde Kopfsteinpflaster mit der höchsten Lärmentwicklung verbaut. Das wirkt sich besonders ungünstig auf die Entwicklung des Reifen-Fahrbahn-Geräusches aus. Schon relativ geringe Geschwindigkeitsübertretungen in der 30-Kilometerzone führen auf dem hier verlegten Pflaster zu einer überproportionalen Mehrbebelastung durch Lärm“, begründete Cordes in einem Pressegespräch die Eingabe der Bürger.

Ein weiterer Kritikpunkt seien die rot gepflasterten Fußgängerwege, die von Fahrradfahrern trotz Verbots benutzt würden. „Sie konkurrieren gefährlich mit Fußgängern, Rollstuhl- und Rollator-Fahrern“, stellte Cordes fest.

„Die Farbe Rot signalisiert den Radlern im allgemeinen die Ausweisung eines Fahrradweges in unserer Stadt. Das scheint offensichtlich ein Grund für die verbotene Nutzung zu sein. Ein weiterer Grund sei sicherlich das ‚Fahrrad unfreundliche‘ Kopfsteinpflaster“, versuchte Ratsherr Manfred Radtke eine Erklärung für das Fehlverhalten dieser Verkehrsteilnehmer zu finden. Es sei bereits zu einem schweren Unfall zwischen einem Radfahrer und einer aus der Haustür heraustretenden Person gekommen, schilderte Cordes die Gefährdung der Anwohner an einem konkreten Beispiel.

Bereits 2004 hätten die meisten Anwohner nach dem Beschluss des Ausbaus der Straßen Hemphöfen und Wallbergstraße durch die Stadt, sich dagegen ausgesprochen. Die Anlieger hätten nach dem Umbau eine erheblich Verschlechterung ihrer Lebensqualität erlitten. „Wir bitten Sie: Setzen Sie Ihre Mitbürger nicht länger dieser Belastung aus. Lärm ist gesundheitlicher Umweltschmutz. Gerade Hemphöfen und Wallbergstraße brauchen sichere Gehwege. Beseitigen Sie das Kopfsteinpflaster “, heißt es in dem Schriftstück.

Beide Ratsherren versprachen, dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und alles zu tun, um eine Änderung herbeizuführen. Der Bauausschuss habe bereits Finanzen für Verkehrsberuhigung und Minderung der Lärmbelästigung eingeplant. Da wäre auch Geld für die Straßen Hemphöfen und Wallbergstraße dabei.

Radtke hat bereits konkrete Vorstellungen: „Da, wo jetzt noch die Pflastersteine liegen, können roten Betonsteine mit weißer Umrandung verlegt werden. Das alles müsse dann noch leicht aufgepflastert werden, um die Fahrzeugführer zum Langsamfahren zu zwingen. Auch die Radler hätten keinen Grund mehr, die Gehwege zu benutzen“.

Sowohl Radtke als auch Weber überzeugten sich selbst von der Lärmbelästigung. „Ich habe in der Wohnung von Herrn Cordes die Auswirkungen selbst erfahren und würde bei dieser Last nicht in ein solches Haus einziehen wollen“, erklärte Weber.

Die Anlieger würden das ständig spüren. In der nächsten Bauausschuss-Sitzung werde das ein wichtiges Thema sein, hieß es.· go

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

David Garrett in der Bremer Stadthalle

David Garrett in der Bremer Stadthalle

100 Liter pro Quadratmeter: Straßen im Süden unter Wasser

100 Liter pro Quadratmeter: Straßen im Süden unter Wasser

Ein Königspaar auf dem Bauernhof

Ein Königspaar auf dem Bauernhof

Fotostrecke: Werder-Profis verabschieden sich in den Sommerurlaub

Fotostrecke: Werder-Profis verabschieden sich in den Sommerurlaub

Meistgelesene Artikel

Unfall auf der B71 zwischen Rotenburg und Hemsbünde: Mann in Lebensgefahr

Unfall auf der B71 zwischen Rotenburg und Hemsbünde: Mann in Lebensgefahr

Der Zusammenhalt zählt

Der Zusammenhalt zählt

„Jetzt ist eine rote Linie überschritten“

„Jetzt ist eine rote Linie überschritten“

Schwerer Verkehrsunfall auf der B75 führt zu Sperrung

Schwerer Verkehrsunfall auf der B75 führt zu Sperrung

Kommentare