Pflasterarbeiten wegen Frost eingestellt / Vollsperrung / Umfahrung eingerichtet

Handel enttäuscht von „Informationspolitik“

Einzelhändler Nils Hoffmann (v.r.), Uwe Knabe vom Bauamt und Mitarbeiter der Firma Gerken schilderten gestern die provisorische, U-förmige Umfahrung des Stadtstreeks von der Goethestraße über die Straßen Am Wassser und die „Geranienbrücke“ aus.

Rotenburg - (sf) · „Aufgrund der andauernden Minusgrade sind nach Absprache mit der Straßenbaufirma die Pflasterarbeiten in der Großen Straße zurzeit nicht weiter durchführbar, so dass die Vollsperrung leider aufrechterhalten werden muss.“

Diese Mail der Stadt flatterte gestern auch Cornelia Gewiehs, Inhaberin eines Geschäftes im innerstädtischen Baustellenbereich und Sprecherin der IG City-Marketing, auf den Tisch. Bereits am Donnerstag – nach dem Bericht in der Kreiszeitung – hatte sie sich bei Bürgermeister Detlef Eichinger heftig über die Informationspolitik der Stadt und beträchtliche Umsatzeinbußen beklagt.

„Der heutige Artikel in der Rotenburger Kreiszeitung macht die Katastrophe jetzt wohl perfekt“, schreibt Cornelia Gewiehs an Eichinger und die Erste Stadträtin Ute Scholz. „Schaue ich in diesem Moment auf die Große Straße, bleibt mir das Herz stehen. Die Stadt wirkt wie ausgestorben.“ Nachdem bereits am Mittwoch Umsatzeinbußen in ihrem Geschäft von etwa 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen gewesen seien, „dürfte bis zum Rest der Woche nun gar nichts mehr gehen.“ Die Notwendigkeit der baulichen Maßnahmen im Bereich Große Straße / Nödenstraße bezweifelt Gewiehs ausdrücklich nicht. Enttäuscht zeigt sie sich über die „unzureichende Informationspolitik der Stadt“. Sie vermisst Informationen darüber, wie die Kunden in die Geschäfte an der Großen Straße gelangen können und Schilder, die auf alternative Zufahrt- und Parkmöglichkeiten hinweisen. In dem Zusammenhang fragt Gewiehs, ob denn mit der Post darüber gesprochen worden sei, „in so einem absoluten Notfall die Pforte zwischen Postparkplatz und den dahinter liegenden Parkflächen zu öffnen?“

Cornelia Gewiehs bietet an, gemeinsam mit der IG City-Marketing über Möglichkeiten nachzudenken und einen Vorsorgeplan für derartige Fälle zu entwickeln. „Für uns als ehrenamtlich Tätige (...) ist es unmöglich, binnen 48 Stunden auf so gravierende Einschnitte zu reagieren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ich denke, dass hier im Vorweg auch das Infobüro gefordert ist.“

Cornelia Gewiehs befürchtet, dass mit dem Umsatzausfall gestern und heute „die Einbußen in unserem Geschäft eine Größenordnung von etwa einem Prozent des Jahresumsatzes ausmachen“. Das höre sich für Laien zwar wenig an, sei aber bei der durchschnittlichen jährlichen Umsatzrendite deutscher Unternehmen von zwei Prozent ein Brocken. Die Einbußen entsprächen der Hälfte einer für den Einzelhandel prognostizierten möglichen Zuwachsrate in diesem Jahr. Gewiehs: „Sie übersteigen für uns den möglichen Umsatz an allen drei verkaufsoffenen Sonntagen dieses Jahres zusammen genommen.“

Die Arbeiten sollen am Montag mit verstärktem Personaleinsatz wieder aufgenommen und – sofern die Witterung es zulasse – bis Mittwoch abgeschlossen sein, teilt die Stadt mit.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh

Friseure: 2G+ ein Hemmschuh
Lautstarker „Spaziergang“ durch Rotenburg

Lautstarker „Spaziergang“ durch Rotenburg

Lautstarker „Spaziergang“ durch Rotenburg
Urlaub auf vier Rädern ab Höperhöfen

Urlaub auf vier Rädern ab Höperhöfen

Urlaub auf vier Rädern ab Höperhöfen
Wohlsdorfer Landwirt im Jubiläumsbuch

Wohlsdorfer Landwirt im Jubiläumsbuch

Wohlsdorfer Landwirt im Jubiläumsbuch

Kommentare