Hetzweger Schulrektor Martin Kreutzer nach 20 Jahren verabschiedet

„Hätte noch ein bisschen weitermachen können“

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Er lenkte über viele Jahre die Geschicke der Hetzweger Grundschule: Rektor Horst Martin Kreutzer. ·

Scheessel - Von Ulla HeyneHETZWEGE · Zwei Jahrzehnte lang stand er der Grundschule in Hetzwege vor, setzte sich für Inklusion und für die Einführung der verlässlichen Grundschule ein. Gestern wurde Rektor Horst Martin Kreutzer in den Ruhestand verabschiedet. Für unsere Zeitung ließ der Rheinländer seine berufliche Laufbahn Revue passieren.

Herr Kreutzer, 20 Jahre lang haben Sie als Rektor die Grundschule Hetzwege geleitet. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Horst Martin Kreutzer:Vor allem die Unterrichtsstrukturen. Bemüht hat man sich schon immer um die Schüler. Heute gehen wir nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ jedoch individueller auf die Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes ein. Andererseits kannten wir früher die familiären Strukturen besser. Wenn ein Schüler im Unterricht krank wurde und abgeholt werden musste, wusste man: Die Eltern sind beide unterwegs, ruf ich eben die Oma an. Das ist ein bisschen verloren gegangen. Auch hier auf dem Dorf holen uns die Probleme ein, die früher den Großstädten vorbehalten waren: mehr Unruhe unter den Schülern, mehr Bewegungsdrang. Alles Dinge, die eine größere Ansprache durch den Lehrer erforderlich machen. In Sachen moderner Technik sind wir heute gut aufgestellt, mit einem Klassensatz Laptops, einem Computerraum und Whiteboard, alles vernetzt. Gerade im Computerbereich konnte ich Einiges umsetzen. Gut, dass unser Hausmeister das gleiche Hobby hat und nach meinem Ausscheiden mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Fühlten Sie sich mit einer „Zwergenschule“ unter lauter Großen überhaupt ernst genommen?

Kreutzer: Die anderen Schulen haben uns schon Achtung und Respekt entgegen gebracht. Natürlich können wir als kleine Schule, wo sich alle Aufgaben auf wenige Schultern verteilen, nicht mit Scheeßel konkurrieren – etwa mehrere Theater-AGs anbieten. Aber das wollen wir auch gar nicht. Eine kleine Schule hat eben andere Vorteile. Mir war immer wichtig, selbstständig zu sein und ein eigenes Profil zu entwickeln. Und das ist uns ja auch gelungen.

Wenn Sie die Zeit als Rektor Revue passieren lassen, an was denken Sie gern zurück?

Kreutzer: Kurios waren schon die Anfänge. Eigentlich hatte ich nach sechs Jahren an einer Gesamtschule im Rheinland eine Planstelle für die Beekeschule. Mitten im Umzug in den „hohen Norden“ stand der damalige Schulamtsleiter vor der Tür. Den habe ich erst mal auf einen Campingstuhl auf die Terrasse gesetzt, andere Möbel waren noch nicht ausgepackt. Dort hat er mir dann den Schulleiterposten in Hetzwege angeboten. Der Wechsel von einer zehnten Klasse zu einer dritten war dann schon ein Sprung ins kalte Wasser… Besonders in Erinnerung bleiben werden mir auch die Klassenfahrten. Alle zwei Jahre fahren wir mit der dritten und vierten Klasse nach Neustadt an der Ostsee, wenn die Kids im Sand buddeln. Das wird auch weitergeführt, die Planung der Reise 2013 steht.

Gehen Sie eher mit einem lachenden oder einem weinenden Auge?

Kreutzer: Eigentlich beides. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich noch ein bisschen weitermachen können – ich bin fit und gesund und zähle mich noch nicht zum alten Eisen. Aber die niedersächsische Landesregierung hat das Beamtenrecht erst zum Januar geändert, da waren mein Ausscheiden und meine Nachfolge bereits geregelt.

Was kommt jetzt – das große Loch?

Kreutzer: Zunächst wird es sich für mich wohl wie längere Ferien anfühlen. Danach muss man den Wochenalltag neu ordnen. Aber es ist viel am Haus und im Garten zu tun, außerdem habe ich viele Hobbys: Segeln, Motorradfahren und viel Sport. Und Reisen – endlich sind wir nicht mehr an die Schulferien gebunden.

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