37,3 Prozent wünschen einen Krippenplatz

Die Hälfte der Eltern wollen Betreuungsgeld

Kreis Rotenburg - Mit einer überraschenden Zahl wartete Sozialdezernent Markus Pragal in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistages auf: Das Betreuungsgeld entwickelt sich ganz offensichlich zum Renner.

Bis Ende Oktober sind danach 205 Anträge beim Landkreis eingegangen. Monatlich kämen im Schnitt 50 dazu. Aufs Jahr gerechnet sei von etwa 600 Eltern im Landkreis auszugehen, die sich für die Alternative zur Betreuung ihrer Kinder bis zu drei Jahren in einer Krippe entscheiden. Bei rund 1 200 Geburten jährlich im Landkreis, rechnete Pragal hoch, liege der Betreuungsgeld-Anteil damit bei rund 50 Prozent. Die Unterstützung kommt erst für Kinder zum Tragen, die mindestens 15 Monate alt sind. Bis dahin haben die Eltern Anspruch auf das vorrangig bezahlte Elterngeld.

Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist dagegen für die Kinder von null bis drei Jahren insgesamt im Landkreis mit 37,3 Prozent anzusetzen. Das geht aus einer Bedarfserhebung des an der Uni Dortmund ansässigen Vereins „Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut“ hervor. Das Bundesfamilienministerium hatte die Wissenschaftler damit beauftragt, den regionalspezifischen Betreuungsbedarf zu ermitteln. Von Mitte April bis Anfang Juni dieses Jahres wurden im Landkreis Rotenburg und 91 weiteren Kommunen bundesweit die Eltern von Kindern im Alter unter drei Jahren befragt. Mehr als 40 Prozent der Eltern antworteten, geht aus einem Zwischenbericht hervor, den Jugendhilfeplaner Hainer Schmökel im Jugendhilfeausschuss vorstellte. Der Betreuungsbedarf für unter Einjährige beträgt im Kreisdurchschnitt 5,3 Prozent; für einjährige Kinder schnellt er auf 43,9 Prozent hoch und bei den Zweijährigen liegt er sogar bei 62,2 Prozent. Beim gewünschten Betreuungsumfang sprach sich jeweils rund ein Drittel der Eltern für 20 und 30 Stunden wöchentlich aus. Etwa 19 Prozent wünschen eine Betreuung in der Krippe von bis zu 40 Wochenstunden.

Die ermittelten Bedarfe sind in den einzelnen Städten und Gemeinden des Landkreises höchst unterschiedlich. So variiert die Betreuungsquote für Krippenkinder insgesamt von 25,7 Prozent in der Gemeinde Gnarrenburg bis zu 45,7 Prozent in der Samtgemeinde Geestequelle. Spitzenreiter im Südkreis ist Scheeßel mit einer Betreuungsquote von 40,1, gefolgt von Sottrum mit 40 Prozent. · sf

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