Ein großes Haus für kleine Leute

Zufriedene Gesichter beim Rundgang: Kita-Leiterin Tanja Merz, Sven Frohböse, Fachbereichsleiter Gebäudewirtschaft im Scheeßeler Rathaus, und Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele. Fotos: Warnecke

Die neue Kindertagesstätte „Fuhrenkamp“ in Scheeßel hat es in sich: Ausgestattet mit Kinder-Restaurant und vielen Finessen soll es am 1. April losgehen – zunächst aber nur mit den beiden Krippengruppen.

VON LARS WARNECKE

Scheeßel – Wie hat es der norditalienische Erziehungswissenschaftler Loris Malaguzzi, der von 1920 bis 1994 gelebt hat, doch gleich noch formuliert: „Der Raum ist der dritte Pädagoge.“ Malaguzzi war der Meinung, dass Mitschüler der erste, Lehrer der zweite und der Raum der dritte „Pädagoge“ seien. Nun ist im Baugebiet Fuhrenkamp kein neues Schulgebäude entstanden. Doch geht es eben auch in einem Kindergarten um Grundprinzipien sozialer Arbeit. „Und da muss es eben werthaltig sein“, sagt Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) beim Rundgang durch das Haus. Mit dessen schicker Außengestaltung und einer hochwertigen, ansprechenden Ausstattung sei sie, die Bauherrin, jedenfalls mehr als zufrieden.

Nun, nach einjähriger, laut der Verwaltungschefin völlig reibungslos verlaufenden Bauzeit, nachdem inzwischen auch die letzten Möbel ausgepackt und ihren festen Platz gefunden haben, will das Kita-Team loslegen: Unter der Leitung von Tanja Merz, die zuvor im Jeersdorfer Kindergarten als Erzieherin gearbeitet hat, werden sich im Ganztagsbetrieb elf Pädagogen um maximal 55 Kinder kümmern. Die kommen in den freundlichen, hellen Räumen in zwei Krippengruppen mit je 15 Plätzen und einer Kindergartengruppe mit 25 Plätzen unter. Und das Angebot tut auch not: „Der Bedarf an Kita-Plätzen in der Gemeinde war so hoch, dass unbedingt gehandelt werden musste“, so Dittmer-Scheele.

Platz zum Entfalten haben die Kleinen wohl ausreichend: Der markante Bau mit seiner Kombination aus Pult- und Flachdach bietet insgesamt 720 Quadratmeter Nutzfläche. Es gibt die drei Gruppenbereiche – farblich abgegrenzt in grün, rot-orange und gelb –, einen Besprechungsraum, natürlich ein Büro, eine kleine Warte-Lounge für die Eltern, Podestlandschaften, einen schon einer kleinen Turnhalle ähnlichen Bewegungsraum mit extra rutschfestem Bodenbelag, zwei Außenspielgelände mit separaten Zugängen, ein Kinder-Restaurant sowie eine Küche. Letztere, erklärt Sven Frohböse, Fachbereichsleiter Gebäudewirtschaft im Scheeßeler Rathaus, sei so konzipiert, dass die externe Anlieferung der fertig zubereiteten Mittagsmahlzeiten nicht durch den Haupteingang erfolgen müsse – dafür sei extra ein Außenzugang konzipiert worden. Ebenfalls habe man für den Speisesaal Tische und Stühle in drei verschiedenen Höhen beschafft, „auf diese Weise können alle Altersstufen möglichst selbstständig essen“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Auch die Sanitärbereiche sind auf die Jüngsten zugeschnitten. Wie im Übrigen auch die Wickeltische für die Krippenkinder – die können nämlich über eine ausklappbare Holztreppe selbst zum Windelwechseln emporklettern, um so nicht zuletzt auch den Rücken der einen oder anderen Erzieherin zu schonen. „Für die Lütten ist diese Möglichkeit natürlich auch ganz toll“, meint Frohböse.

Was in der Hausordnung fest verankert ist: Schon im Eingangsbereich, vor dem weiteren Betreten der Einrichtung, müssen auf dem Flur die Straßenschuhe ausgezogen werden. „Das ist uns wichtig, schließlich spielen die Krippenkinder noch viel am Boden“, bezieht sich die Bürgermeisterin auf diesen Sauberbereich.

Die Bau- und Planungskosten für das modern gestaltete Haus sollen etwa 2,3 Millionen Euro betragen. „Davon entfallen etwa 75  000 Euro auf das Inventar“, weiß der Gebäudemanager. In wenigen Wochen, nämlich am 1. April, ist es vorbei mit der Ruhe. Dann öffnet die Kindertagesstätte ihre Pforten – zunächst für die Kleinsten, im Sommer werden dann auch die Sprösslinge aus der Kindergartengruppe das Haus beziehen. Dann, so die Bürgermeisterin, solle es auch eine gebührende Einweihungsfeier geben.

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