Mammutprojekt der Kreismusikschule „Magic Drum“ feiert umjubelte Premiere

Das Größte: Ein kleiner Floh

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Auf seiner Reise traf Masala wundersame Wesen, wie diese Seepferdchen. ·

Rotenburg - Beeindruckend, professionell, einfach toll – all diese Attribute waren nach der Premiere des Mammutprojekts „Magic Drum“ am Freitagabend in der ausverkauften Aula des Ratsgymnasiums zu hören.

Das Kindermusical mit mehr als 100 Akteuren hatte die Kreismusikschule sich selbst zum 40. Geburtstag geschenkt.

Beschenkt wurden auch die Jugendlichen – allein 60 Chorkinder aus sieben verschiedenen Grundschulen – und die 450 Zuschauer. Denn spätestens, als das Publikum den Enthusiasmus in leuchtenden Gesichtern sah, merkte es: Musik in diesen Dimensionen selbst zu machen – mit neunköpfiger Liveband, professioneller Licht- und Tontechnik, phantasievollen Kostümen und Kulissen, das ist einfach groß und hat den erheblichen Proben- und organisatorischen Einsatz, auch der Eltern, gelohnt.

Musical "Magic Drum" in Bildern

Musical „Magic Drum“ in Rotenburg

Neben der Logistik waren es die Kostüme und Kulissen, die den Löwenanteil des Etats von 22 000 Euro verschlungen hatten. „Das ist noch relativ wenig“, weiß Tilman Purrucker, dem die Gesamtleitung des Vorhabens oblag. Möglich sei dies, neben einer großzügigen Finanzspritze vor allem durch die Sparkassenstiftung Rotenburg-Bremervörde, durch Kooperation mit den Fördervereinen der Schule und viele Eigenleistungen geworden, etwa die der Band, die zum Großteil mit Dozenten der Kreismusikschule besetzt war. Dass das Projekt bei aller Professionalität nicht in Bombastik abglitt, dafür sorgten viele liebevolle Details: Die Gießkannenohren der Spitzmäuse, Wortwitz und poetische Lieder sowie Kostüme, etwa als die Gefährten unter dem beschwörend reduzierten Sprechgesang des Chors die Reise unter die Erde antreten. Und immer wieder die umjubelten Auftritte des vorwitzigen Flohs auf dem quietschroten Hüpfball, dessen lebenslustiges „Juhu, ich lebe“ geradezu ansteckte.

Im Gegensatz zum kleinen einsamen Quälgeist hat der Junge Masala (ausdrucksstark besetzt mit Johannes Gülzau) dank der Zaubertrommel seines Großvaters jede Menge Freunde, die ihn auf der Suche nach seinem „Babu“ begleiten. Kein Wunder, dass die unbeliebte Hyäne „Fisi“ alles daran setzt, in den Besitz des Wunderinstruments zu kommen.

Was folgt, ist eine mal rockige, mal vergnügliche oder poetische Reise mal über, mal unter der Erde. Da tummeln sich Frösche neben Tempeltänzerinnen, Seepferdchen, Störche, Dromedar und die Lotusblume, die nicht nur mit einem Gesangssolo begeistert, sondern am Ende auch den Sinn der Suche wie des Lebens auf den Punkt bringt. Und zu dem gehört neben Freunden auch die Freude an der Musik. In diesem Sinne ist die Reise für die Schauspieler, Publikum, Kreismusikschule und nicht zuletzt die tragende Säule des Abends, den Chor im Hintergrund, geglückt. Freuen dürfen sich auch die Fördervereine: An sie gehen die Erlöse aus den Einnahmen der schon jetzt nahezu ausverkauften Aufführungen. · hey

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