Riesenfreude bei der CDU

Grindel wiederholt „Heimsieg“

Antja Ilenekhian war gestern Morgen die erste Wählerin, die in der Schule am Grafel ihre Stimme abgab. ·
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Antja Ilenekhian war gestern Morgen die erste Wählerin, die in der Schule am Grafel ihre Stimme abgab.

Rotenburg - Von Guido Menker. Beste Stimmung gestern Abend im „Grottino“: Dort hatte sich die Rotenburger CDU zur Wahlparty getroffen.

Der Jubel galt dem bundesweiten Ergebnis, aber ganz besonders auch dem des Kandidaten Reinhard Grindel. Schließlich sicherte der sich erneut das Direktmandat. Und: Zum zweiten Mal in Folge feierte der Christdemokrat einen „Heimsieg“ in der Kreisstadt Rotenburg – mit 43,52 Prozent der Stimmen.

„Das freut mich ganz besonders“, sagte Grindel am Abend, „es ist schon toll, auch in Rotenburg vorne zu liegen, wo mich so viele Menschen kennen.“ Er wisse um sein Image als fleißiger Abgeordneter und als einer, der sich im Wahlkreis um die Themen und die Anliegen der Leute kümmere. „Es zahlt sich aus, kontinuierlich vor Ort zu arbeiten und eben nicht nur kurz vor einer Wahl“, ist er überzeugt. Auch Eike Holsten, der Gemeindeverbandsvorsitzende der Rotenburger CDU, zeigte sich glücklich: „Ich bin ausgesprochen zufrieden, denn wir sind hier mit vollem Elan in den Wahlkampf gegangen – mit einer starken Truppe.“ Der Lohn: Die Union hat in Rotenburg mit 42,12 Prozent der Zweitstimmen die Nase vorn. Für Grindels „Heimsieg“ hat Holsten eine eindeutige Erklärung: „Es gab immer viel Lob für seine intensive Wahlkreisarbeit, die ihn auszeichnet. Das wird von den Wählern honoriert.“

Lange Gesichter hingegen bei der FDP: „Das ist ein desaströses Ergebnis, das ist ganz schlecht“, erklärte der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Claas Bansemer. Seine Befürchtung seien langfristige Schäden für die Liberalen, wenn sie jetzt aus dem Bundestag verschwinden. „Die Partei muss sich neu organisieren und über eine neue Führungsriege nachdenken“, so der 21-jährige Student weiter. Die nackten Zahlen erklären seine Gemütslage: Die FDP verlor gegenüber 2009 fast zehn Prozentpunkte und landete in Rotenburg bei nur noch 3,86 Prozent.

Besser schnitt da schon die SPD ab: Sie legte gegenüber 2009 leicht zu und erreichte 30,46 Prozent der Zweitstimmen. Der Direktkandidat Lars Klingbeil verbesserte sich ebenfalls: Er erhielt in der Kreisstadt 39,98 Prozent – vor vier Jahren waren es 34 Prozent der Erststimmen. Leichte Zuwächse also für die Sozialdemokraten, aber das eigentliche Ziel haben sie auf Bundesebene nicht erreicht. Der Ortsvereinsvorsitzende Hermann Martin sprach dennoch von einer guten Stimmung im Kreise der Rotenburger Genossen, die sich in „Andres Domshof“ trafen. Grund: „Der Niedergang der FDP.“ Martin freute sich darüber, dass die Rotenburger SPD über dem Bundesschnitt seiner Partei liegt. Ein Grund dafür, dass es insgesamt nicht zu mehr gereicht hat, sieht der Ortsvereinsvorsitzende im Umgang der Medien mit dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. „Mit ihm ist man nicht fair umgegangen.“

Manfred Radtke, Sprecher der Grünen im Stadtrat, hatte erwartet, „dass wir verlieren.“ Aber Rotenburg liege über dem Bundesergebnis. Die Grünen kamen in Rotenburg auf 10,63 Prozent der Zweitstimmen. „Ich dachte allerdings, dass die FDP reinkommt. Das hat mich schon erstaunt. Aber mit ihrer Klientelpolitik haben sie es auch nicht anders verdient“, so Radtke am Abend im Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung.

Während Radtke sich zu Hause über die Resultate der Bundestagswahl informierte, ging es bei der CDU im „Grottino“ noch hoch her: Bürgermeister Detlef Eichinger, Landrat Hermann Luttmann, seine Frau und Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann sowie mehrere CDU-Ratsmitglieder feierten sich und ihren Kandidaten Reinhard Grindel. Der allerdings verbrachte einen großen Teil des Abends am Telefon ...

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