Freibettfonds: Julia kann auf Heilung hoffen, Catarina hat es schon geschafft

„Es grenzt an ein Wunder“

Die kleine Catarina kam todkrank nach Rotenburg; inzwischen ist sie geheilt und glücklich in ihre Heimat zurückgekehrt.

Rotenburg - Ein schwerer Infekt – in ihrer afrikanischen Heimat Angola hätte die elfjährige Julia nie wieder richtig laufen können. Jetzt wird dem zierlichen Mädchen, das seit Ende Juni als Patientin des Freibettfonds im Rotenburger Diakoniekrankenhaus liegt, geholfen. Das Krankenhaus in Haan (zwischen Wuppertal und Düsseldorf) hatte nach dreiwöchiger Behandlung aufgegeben, was lag für „Friedensdorf International“ näher, als das Rotenburger Krankenhaus, mit dem man bereits lange zusammenarbeitet, einzuschalten?

Dr. Friedrich-Wilhelm Caliebe (47), Oberarzt der II. Chirurgischen Klinik, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Orthopädische Chirurgie, einer der behandelnden Ärzte: „Als Julia zu uns kam, war das linke Bein schon gebrauchsunfähig, bedingt durch eine Einsteifung des Kniegelenkes in 90 Grad Beugung. Es war bereits eine chronische Knocheninfektion mit allen Konsequenzen für ihr späteres Leben. Julia hätte nie wieder auf beiden Beinen stehen und gehen können.“

Inzwischen hat die Kleine sieben Operationen erfolgreich überstanden. Sie ist, gestützt durch eine Kunststoffschiene, wieder gehfähig. Wenn sie die Schiene nicht mehr benötigt, dann kann sie zurück ins „Friedensdorf“ in Oberhausen und später in ihre Heimat Angola. Wann das sein wird, wissen die Rotenburger Mediziner allerdings noch nicht.

Was denkt, was fühlt ein Arzt, der schwerkranke Kinder als Patienten hat – lässt er ihre Not nach Dienstschluss in der Klinik? Nach einigem Zögern antwortet Dr. Caliebe – in ihr Herz lassen sich Mediziner nämlich ungern schauen: Natürlich gehe er immer wieder traurig nach Hause und schlafe schlecht. Caliebe: „Dabei spielt es eine große Rolle, wenn man selbst Kinder hat.“

Wir berichteten über die zehnjährige Catarina, die todkrank nach Rotenburg kam und der nach komplizierter Behandlung schließlich geholfen wurde. Ihre Eltern, ebenfalls in Angola, konnten Catarina inzwischen wieder in die Arme schließen. „Friedensdorf International“ in einem Brief an Prof. Dr. Schulte: „Dass Catarina in so einem guten Zustand nach Hause gehen konnte, grenzt wirklich an ein Wunder! Durch Ihre Hilfe haben Sie dem Mädchen (...) ein neues Leben geschenkt.“

Die Idee des Freibettfonds brachte Chefarzt Prof. Dr. Michael Schulte vor Jahren aus Ulm mit nach Rotenburg. Es ist eine Einrichtung, um schwerkranken Kindern zu helfen. Für Mädchen und Jungen, die in ihrer Heimat keine Chance auf Heilung hätten. Für Spender, die die Arbeit des Freibettfonds unterstützen möchten: Rotenburger Diakonissen-Mutterhaus. Konto 251234 56 bei der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, Bankleitzahl 241 512 35, Verwendungszweck „Freibettfonds“. · bn

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