Über Entwicklung im Gnarrenburger Moor sollen sich Akteure vor Ort einigen

Jetzt ist der Runde Tisch am Zug

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Landwirtschaft, Naturschutz, Torfabbau: Im Moor wirken viele Akteure mit unterschiedlichen Interessen.

Gnarrenburg - Von Stephan Oertel. Wenn es um die Entwicklung des Gnarrenburger Moores geht, liegt der Ball nun wieder im Feld des Runden Tisches. Sowohl das Land als auch der Landkreis wollen den Beteiligten vor Ort die Möglichkeit einräumen, ein Konzept für das Areal zu entwickeln. Damit bleibt auch offen, ob Torfabbau weiterhin möglich sein wird.

Eigentlich sollen sich Moore in Niedersachsen so entwickeln, dass sie insbesondere ihre natürliche Funktion als Kohlenstoffspeicher wahrnehmen können, wie es im Landesraumordnungsprogramm heißt. Der Klimaschutz steht im Vordergrund. Torfabbau ist nur noch in Ausnahmefällen vorgesehen. Und zwar dann, wenn er in ausgewiesenen Vorranggebieten „Torferhaltung und Moorentwicklung“ aus naturschutzfachlichen und hydrologischen Gründen zur Nivellierung eines Torfkörpers zwingend erforderlich ist. Solche Vorranggebiete gibt es im Kreis Rotenburg nicht.

Dass speziell im Gnarrenburger Moor dennoch Torfabbau möglich sein kann hängt damit zusammen, dass sich die Akteure vor Ort frühzeitig aufgemacht haben, eine Modellregion zu bilden. Dem wollen weder das Land noch der Landkreis im Wege stehen, so Erster Kreisrat Torsten Lühring im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Planung. Es ist nun also am Runden Tisch, ein Entwicklungskonzept für das Areal aufzustellen.

In dem vom Landkreis initiierten Gremium sitzen Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen zusammen, darunter Landwirte, Naturschützer, Jäger sowie Abgesandte der Bürgerinitiative und der Torfindustrie. Mit ihrer „Gnarrenburger Erklärung“ haben die Beteiligten bereits einige Leitsätze niedergeschrieben, die so formuliert sind, dass sich jede Partei wiederfinden kann. Auch Torfabbau ist danach möglich.

Die Erklärung ist aber noch lange kein Entwicklungskonzept, bemerkte Reinhard Lindenberg (WFB). Der Runde Tisch ist somit gefordert, sich wieder an den selben zu setzen. „Jetzt gilt es, ein Konzept dafür zu entwickeln, wo was möglich ist“, befand auch Heinz-Hermann Holsten (CDU).

Für die Akteure vor Ort heißt das, sich zusammenzuraufen und zu versuchen, ihre unterschiedlichen Positionen unter einen Hut zu bekommen. Denn nun wird es konkret. Dabei wird sich dann zeigen, was die vielfach gelobte „Gnarrenburger Erklärung“ Wert ist. Steht am Ende ein Entwicklungskonzept, das unter bestimmten Voraussetzungen auch Torfabbau zulässt, kann dies ermöglicht werden. Platzt die Modellregion, wird der Sonderpassus für Gnarrenburg gestrichen. Dann gelten die raumordnerischen Festsetzungen. Die sehen für das Gnarrenburger Moor überwiegend eine Grünlandentwicklung vor, außerdem wird ein Teil der „Torferhaltung und Moorentwicklung“ vorbehalten. Torfabbau ist dann tabu.

Offen ist, wie es mit dem laufenden Antrag auf Torfabbau weiter geht. Für den gilt laut Lühring das jetzige Recht, nachdem die betreffende Fläche in einem Vorranggebiet Rohstoffgewinnung liegt, mithin also ausdrücklich Torfabbau möglich ist. Allerdings flössen mit Blick auf die Genehmigung auch jene Ziele ein, die für das jetzt aufzustellende Landesraumordnungsprogramm formuliert sind.

Die Entscheidung treffe am Ende das Landwirtschaftsministerium.

zz

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