Raphael Rossol kämpft in Abu Dhabi um Handwerk-Weltmeisterschaft

Ein Fliesenleger aus Gnarrenburg auf WM-Kurs

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Ein junger Mann vom Fach: Raphael Rossol will in seinem Handwerk die WM-Krone beim Wettbewerb in Abu Dhabi ergattern.

Gnarrenburg - Von Tobias Kreutzer. Im Oktober fliegt Raphael Rossol nach Abu Dhabi, um die deutschen Fliesenleger bei der Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2017“ zu repräsentieren. Der 21-Jährige aus Gnarrenburg kann gut kacheln – sehr gut sogar.

Mit großer Detailtreue will Rossol bei der Weltmeisterschaft der Fliesenleger punkten. Er hofft, gut gegen die Konkurrenz abzuschneiden. Bei den Meisterschaften treten mehr als 1 300 Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern in 51 verschiedenen Wettbewerbskategorien gegeneinander an. Die deutschen Handwerker stellen 42 Teilnehmer, die aus 37 Berufen kommen. Raphael Rossol will in Abu Dhabi auch für sein Handwerk werben. „Man versucht natürlich immer wieder, das Baugewerbe ein bisschen schmackhafter zu machen. Die Leute auf dem Bau werden immer weniger und so kann man ein bisschen auf sich aufmerksam machen“, sagt er. 

Für die WM hat die deutsche Fliesen-Nationalmannschaft in diesen Tagen in Witten (Nordrhein-Westfalen) beim Teamsponsor Ardex trainiert. Rossol arbeitet als Geselle bei Fliesen Team Bock in Harsefeld (Kreis Stade). 2015 hatte er den Deutschen Meistertitel in seinem Handwerk gewonnen, im April konnte er sich bei einem Ausscheidungswettbewerb durchsetzen. 2015 hatte der Scheeßeler Betonbauer Dennis Behrens bei der Handwerker-WM im Wettbewerb „Concrete Construction Work“ die Silbermedaille errungen.

Herr Rossol, wie und wann haben Sie sich entschieden, Fliesenleger zu werden?

Raphael Rosso: Schon als meine Eltern ihr Haus gebaut haben, bin ich ihnen immer ein bisschen zur Hand gegangen. Zugegeben, da ich erst sieben oder acht Jahre alt war, war ich wohl die meiste Zeit eher einfach dabei. Als ich mich dann irgendwann für einen Beruf entscheiden musste, meinte mein Vater: „Du hast doch früher immer schon beim Fliesenlegen zugeguckt, warum machst du nicht mal ein Praktikum?“ Das hat mir dann gleich so gut gefallen, dass ich mich für den Beruf entschieden habe.

Welche Aufgaben warten in Abu Dhabi?

Rosso: Wir müssen zwei Seiten einer Mauerecke verfliesen und Estrich verlegen. Auf den beiden Seiten soll dann jeweils ein Falke zusammen mit der Nationalflagge zu sehen sein. Die andere Seite erhält zusätzlich eine Vormauerung und zeigt drei Hochhäuser. Das Ganze wird mit aufwendigen Rund- und Diagonalschnitten dargestellt. Auf den Fußboden kommt dann nachher noch einmal die Jahreszahl 2017, und das war es dann schon. Für das ganze Stück haben wir 22 Stunden Zeit. Benotet wird hinterher nach Maßgenauigkeit.

Geht es hauptsächlich um den Wettbewerb oder auch um das Image des Gewerbes?

Rosso: Man versucht natürlich immer wieder, das Baugewerbe ein bisschen schmackhafter zu machen. Die Leute auf dem Bau werden immer weniger, und so kann man ein bisschen auf sich aufmerksam machen. Es zeigt doch, dass man, wenn man sich ein bisschen anstrengt und etwas leistet, auch vieles erreichen kann.

Wie ist es, plötzlich im Rampenlicht zu stehen und was sagen Familie und Freunde dazu?

Rosso: Es ist schon ein bisschen ungewohnt, weil jetzt plötzlich alles auf einmal kommt. Aber da muss man irgendwie mit umgehen können. Freunde und Familie kannten das vorher natürlich auch gar nicht und waren dann erst einmal erstaunt, dass es so einen Wettbewerb überhaupt gibt. Aber die Familie freut sich natürlich total.

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