Rotenburger Stadtrat ändert Planungen für neue Turnhalle / Mehrere Modelle zur Auswahl

Geld ist da – Angebote fehlen noch

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DetlefEichinger

Rotenburg - Alles zurück auf Anfang? Nicht ganz. Aber nach stundenlanger, intensiver Diskussion im Rotenburger Stadtrat wurde der Weg zum Neubau der Turnhalle an der Theodor-Heuss-Schule am Dienstagabend noch einmal geändert.

Statt einer freihändigen Vergabe des mit derzeit 2,5 Millionen Euro bezifferten Bauauftrags soll nun aus verschiedenen Varianten gewählt werden – so, wie es auch das Rechnungsprüfungsamt gemäß den Vergaberichtlinien der Stadt gefordert hatte.

Andreas Weber

Die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen hat dieses Verfahren nun gegen die Opposition und den Bürgermeister durchgesetzt. „Ich finde verwunderlich, was hier passiert“, brachte Detlef Eichinger dann auch in der Ratssitzung seinen Unmut zu Wort. Denn eigentlich sei doch im Verwaltungsausschuss bereits alles geklärt worden. Auch habe das Rechnungsprüfungsamt grünes Licht gegeben – die kritischen Hinweise, die am Dienstagmittag erst öffentlich geworden waren, seien rechtlich eben nicht bindend. Und dennoch: Mit mehreren Anträgen wurde das bisherige Verfahren verworfen. Der Rat zieht damit das Vergabeverfahren an sich und will wenigstens drei verschiedene Angebote sichten. Die Mittel dafür, zunächst noch mit Sperrvermerk im Haushalt versehen, sind nunfreigegeben.

Die konkrete Entscheidung darüber, wie der Rat dafür sorgen wird, dass vor einer Auftragsvergabe mehrere Varianten auf dem Tisch liegen, ist aber noch offen. Die Frage, die auch die Politiker beschäftigt und die am Dienstagabend für Verwirrung sorgte: Welche Möglichkeiten gibt es? Clemens Bumann, der neue Leiter des Planungsamtes, erläuterte gestern die Alternativen. So könnte die Stadt einen offenen oder einen einladenden Architektenwettbewerb ausschreiben. „Ziel von solchen Wettbewerben ist es aber eigentlich, Qualitäten herauszuarbeiten.“ Öffne die Stadt das Vorhaben einer neuen Sporthalle qualitativ, „könnte es teurer werden“. Das wiederum sei nicht das Ziel der Stadt. Im Gegenteil: „Wir haben einen fixen Rahmen vorgegeben.“ Ziel sei es vielmehr, verschiedene Varianten in eben diesem Kostenrahmen zu erhalten. Daher würde Bumann der Politik ein sogenanntes Plangutachten empfehlen. Das käme die Stadt auch günstiger, weil es keine Preisgelder wie in einem Wettbewerb gäbe, sondern der Planungsauftrag selbst Ziel der Teilnehmer sei.

Im Plangutachten würden mehrere Büros – drei bis fünf in der Regel – angeschrieben und aufgefordert, im vorgegebenen Rahmen Entwürfe abzugeben. Eine neutrale Stelle – ein Planungsbüro – würde das Verfahren in die Hand nehmen. Eine Jury wählt am Ende die besten drei Entwürfe aus und stellt sie dem Rat vor. „Ein Wettbewerb – ob offen oder einladend – wäre aus meiner Sicht für den Bau einer Sporthalle überzogen, denn die ist städtebaulich nicht ganz so relevant“, sagt Bumann.

Andreas Weber, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, will sich jetzt noch nicht auf ein Verfahren festlegen: „Ich bin froh, dass es überhaupt gemacht wird, und ich bevorzuge eines mit möglichst wenig Aufwand und Kosten, das so schnell wie möglich machbar ist.“ Er setze sich für eine transparente Auftragsvergabe ein. Seitdem er erfahren habe, dass es bei der Stadt Bewerbungen mehrerer Planungsbüros gegeben hat, sei für ihn klar, dass er sich für ein Auswahlverfahren einsetzen muss. Im Verwaltungsausschuss hatte er zuvor noch für eine freihändige Vergabe des Planungsauftrages gestimmt. Am 12. Februar wird sich der Verwaltungsausschuss erneut des Themas annehmen. · men/mk

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