CDU-Vorstoß zur Bürgermeisterwahl / Strehse findet Diskussion „viel zu früh“

SPD ist gelassen, Grüne sind wortkarg, FDP mutmaßt

Visselhoevede - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · „Grundsätzlich ist es schon eine gute Idee, sich auf einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu verständigen“, sagt Visselhövedes SPD-Stadtratsfraktionschef Lothar Cordts. Aber die Frage sei, ob sich das realisieren lasse.

Es bleiben zwar noch gut zwei Jahre Zeit, aber die Visselhöveder CDU hatte bereits jetzt den Vorschlag unterbreitet, „sich auf einen von mehreren Parteien getragenen Kandidaten zu einigen, der eine breite Unterstützung bei der Bewältigung seiner Aufgaben“ bekommt. „Und diese Person wird aus meiner Sicht sicherlich nicht Franka Strehse sein“, schob Unions-Fraktionschef Dieter Carstens gestern gegenüber unserer Zeitung hinterher.

Im Lager der Sozialdemokraten ist man ob des Vorstoßes des politischen Gegners „noch sehr entspannt“, wie der Nindorfer Cordts betont. „Wir haben im Augenblick eine sozialdemokratische Bürgermeisterin und wir werden natürlich mit Franka Strehse zuerst das Gespräch suchen. Das wird Ende des Jahres soweit sein.“ Aber auch dann werde noch keine Entscheidung getroffen, sondern es seien lediglich Vorabgespräche, in welche Richtung die Diskussion gelenkt werde.

Europa kein Thema für

Bürgermeisterin

„Es hat sicherlich seinen Reiz, einen Kandidaten über alle Parteigrenzen hinweg zu suchen, aber derjenige muss auch ein entsprechendes Format vorweisen.“

Franka Strehse selbst findet die Diskussion über eine mögliche erneute Kandidatur „als viel zu früh“. Sie bestätigt zwar die anstehenden Gespräche mit ihren Parteifreunden, aber „öffentlich erklären werde ich mich noch lange nicht. Da lasse ich mir bestimmt viel Zeit“. Gerüchte, dass Strehse einen möglichen Absprung in Richtung Europäisches Parlament plane, schließlich war sie 2004 mal SPD-Kandidatin während einer Europawahl, wischt sie vom Tisch: „In diesem Leben sicher nicht mehr, auch wenn ich demnächst als Delegierte zum Kongress der europäischen Sozialdemokraten nach Bukarest reise.“

Die Grünen sind vom Vorstoß der CDU „nicht sonderlich überrascht“, wie Fraktionschef Enno Precht betont. Man werde sich in den nächsten Wochen zusammensetzen und das Thema ausgiebig diskutieren. „Auch werden wir sicher das Gesprächsangebot annehmen und auch den Gewerbeverein bei der Kandidatenfindung mit ins Boot holen“, unterstreicht der Architekt, der sich aber ansonsten mit Formulierungen bedeckt hält: „Mehr gibt dazu jetzt nicht zu sagen.“

Redseliger ist da schon Matthias Grube. Der FDP-Mann im Rat nimmt bei seiner Beurteilung des CDU-Vorstoßes kein Blatt vor den Mund: „Es könnte sich um ein taktisches Geplänkel handeln, um die FDP und die Grünen auf einen Kandidaten einzuschwören, um sich so einer Bürgermeisterin Strehse zu entledigen.“ Ein anderer Grund, so Grube, könnte sein, dass die Christdemokraten mittelfristig keinen geeigneten Kandidaten präsentieren könne, den sie bei der Wahl auch „durchbringen kann“. Grundsätzlich widerspräche ein gemeinsamer Kandidat jedoch einer Demokratie, weil dann die Bürger keine Wahl mehr hätten.

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