Grüne und SPD fordern Verkehrskonzept für den Sottrumer Ortskern

„Gehweg muss Gehweg sein“

Die Granitpflasterung der Straßen führt dazu, dass Fahrradfahrer auf den Gehweg ausweichen. Das ist einer der Gründe, warum Lühr Klee ein neues Verkehrskonzept fordert. ·
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Die Granitpflasterung der Straßen führt dazu, dass Fahrradfahrer auf den Gehweg ausweichen. Das ist einer der Gründe, warum Lühr Klee ein neues Verkehrskonzept fordert. ·

Sottrum - Von Matthias BergerFahrradfahrer auf dem Gehweg, zu schnell fahrende Autos auf der Straße, fehlende Barrierefreiheit – aus Sicht von SPD und Grünen muss sich im Ortskern von Sottrum einiges ändern. Sie fordern den Gemeinderat auf, von einem Fachbüro ein Verkehrskonzept für die Innenstadt erstellen zu lassen.

Der Grüne Ratsherr Lühr Klee betont, dass sich die Sottrumer Innenstadt in den vergangenen 20 Jahren sehr gut entwickelt habe. Die Entscheidung, neues Gewerbe nicht auf der „grünen Wiese“, also am Stadtrand, anzusiedeln, habe sich als richtig erwiesen. „Das hat den Ortskern belebt, und auch die ansässigen Geschäfte haben davon profitiert.“ Zudem sei durch die Sanierung des Dorfkerns mit Heimathaus, Kirche und Rathaus ein „touristischer Höhepunkt“ entstanden.

Allerdings: „In 20 Jahren entwickelt sich ein Ort. Deshalb wird es Zeit, die jetzige Situation zu analysieren und daraus die Konsequenzen zu ziehen“, sagt Klee. Die Verkehrsteilnehmer würden sich nicht so verhalten, wie sich die Planer das damals gedacht hätten. In der Tempo-30-Zone würden die Autos viel zu schnell fahren, so Klee. Da die Straßen im Ortskern zudem sehr schmal seien, fahren nach seinen Beobachtungen die Autos beim Entgegenkommen zum Teil über den Gehweg.

Apropos Gehweg: Da die Straßen mit Granitsteinen gepflastert sind, weichen auch die Fahrradfahrer auf den Fußweg aus. Dies sei umso gravierender, so Klee, da die Wege extra schmal angelegt worden seien, damit ausschließlich Fußgänger dort verkehren. „Damals war Granitpflasterung ein absolutes Muss. Aber die Steine halten der Belastung durch den Verkehr nur bedingt stand. Außerdem sind sie für Radfahrer und Rollstuhlfahrer ungeeignet“, erklärt Klee. Ein weiterer Dorn im Auge ist den Fraktionen die Tatsache, dass Autos auf den Seitenstreifen parken und Fußgängern und Rollstuhlfahrern den Weg versperren.

Aus Sicht von SPD und Grüne gibt es viele Baustellen im Ortskern von Sottrum. Eine einfache Lösung scheint nicht in Sicht. „Die Probleme können wir Ratsmitglieder nicht lösen. Wir brauchen Fachleute, die die Lage analysieren und Vorschläge erarbeiten“, betont Klee. „Wir brauchen keine Insellösungen – an einer Stelle das Pflaster auswechseln, hier einen Poller aufstellen, dort Knöllchen verteilen – wir brauchen ein Gesamtkonzept.“

Wie dieses Aussehen könnte, sollen Experten erarbeiten. Das Ziel hat Lühr Klee jedoch klar vor Augen: „Hier sollen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gleichwertig begegnen. Der Gehweg muss Gehweg sein, und die Straße muss so gestaltet werden, dass Auto- und Fahrradfahrer sie nutzen können.“

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