Die Sozialarbeiterinnen sind an der Wieste-Schule nicht mehr wegzudenken

Ein ganz wichtiger Baustein

+
Leiterin Astrid Weist (Mitte) kann sich „ihre“ Schule ohne die beiden Sozialarbeiterinnen Sabine Schack (l.) und Silvia Heinzelbecker gar nicht mehr vorstellen. ·

Sottrum - 48 Prozent der Schulabgänger in Deutschland mit einem Abschluss in der Tasche sind aufgrund fehlender Sozialkompetenzen nicht mehr ausbildungsfähig, berichten Sabine Schack und Silvia Heinzelbecker aus aktuellen Studien. Eine Entwicklung, die die Sozialarbeiterinnen der Wieste-Schule in Sottrum zugleich schockiert und motiviert. Denn dieser Trend macht auch vor den Toren der Samtgemeinde nicht Halt. Doch aufgeben kommt für das Duo und das Kollegium nicht in Frage.

„Es passiert eine ganze Menge in der Schule, weil wir das Thema sehr ernst nehmen. Wir legen die Hände nicht in den Schoß“, betont Schulleiterin Astrid Weist. Seit 2006 gibt es die Schulsozialarbeit an der Haupt- und Realschule. Das niedrigschwellige Angebot sei ein ganz wichtiger Baustein im Gesamtgefüge, um der gestiegenen Zahl verhaltensauffälliger Jugendlicher aktiv entgegenzuwirken.

„Ich kann mir die Schulsozialarbeit gar nicht mehr wegdenken, dann wären viele Kinder ohne Hilfe“, ist Weist überzeugt. Zwar bildeten sich die Lehrkräfte ständig in dem Bereich weiter, doch fehle ihnen neben dem Unterricht oft die Zeit und auch die Kompetenz, um die vielschichtigen Probleme zu lösen. „Es gibt viele Dinge, die die Lehrer in ihrem normalen Alltag nicht mehr bewältigen können. Da stoßen wir an unsere Grenzen und sind wirklich froh, dass es die Schulsozialarbeit gibt“, so Weist.

Die Schulsozialarbeit teilt sich in zwei Säulen: Sabine Schack ist vorwiegend in der individuellen Beratung tätig – von der Hilfe bei der Bewerbung über Einzel- und Gruppengespräche mit Schülern, Eltern und Lehrern bei Problemen bis zur Vermittlung an weiterführende Stellen. „Ein Einzelvorgang kann eine Vielzahl von Gesprächsterminen beinhalten“, betont Schack und weist auch auf ihre Schweigepflicht hin.

Silvia Heinzelbecker hat sich der Projektarbeit verschrieben. Der Bereich soll ausgebaut werden. In der Berufsvorbereitung ist neben dem Lions-Patenmodell für Hauptschüler und dem Berufsparcours unter anderem das Projekt „FiZ“ (Fit für die Zukunft) zur Stärkung der sozialen Kompetenzen für die Klassen acht und neun in Planung.

Feste Größen im präventiven Bereich seien die Streitschlichter AG, das Sozialtraining in Jahrgang Fünf und das Gewaltpräventionsprojekt „Wir sind stark“ in den sechsten Klassen. Unter dem Titel „Umgang von Jungen und Mädchen mit Herausforderungen in echten und virtuellen Welten – stark für’s Leben, stark für den Beruf“ möchte die Schule zudem ein Langzeitprojekt mit externen Fachkräften initiieren, das in den siebten Klassen beginnt und bis zur neunten Klasse läuft. Die Finanzierung sei allerdings noch offen. Im Fokus stehen laut Schack die Lebenswelten von Mädchen und Jungen mit dem Schwerpunkt Grenzsetzung und -überschreitung.

Im Dezember hätten sich überdies drei Lehrer für das Projekt „Faustlos“ ausbilden lassen, das bald in den fünften Klassen starten soll. Schwerpunkte sind Empathietraining, Impulskontrolle sowie der Umgang mit Ärger und Wut. Zudem möchte die Schule eine Fortbildung zum Mobbing-Interventionsteam machen und – sofern die Finanzierung steht – ein weiteres Gewaltpräventionsprojekt für die fünften bis siebten Klassen zur Stärkung der Zivilcourage starten.

Eine wichtige Säule ist ferner die Kommunikation zwischen Kollegium und Schulsozialarbeit. „Daher wollen wir als Raum zum Austausch mit den Lehrern zu bestimmten Themen einen runden Tisch installieren“, so Schack, die mit ihrer Kollegin auch an Dienstbesprechungen teilnimmt. Um den Kreis zu schließen, werde zudem die Elternarbeit intensiviert. Geplant sind Info-Abende zu festen Themen. „Wichtig ist auch die Arbeit in den Familien. Da wird der Grundstein gelegt“, betont Weist. · sbo

Runder Tisch zu

bestimmten Themen

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Tief "Axel" bringt viel Regen: Feuerwehr im Dauereinsatz

Tief "Axel" bringt viel Regen: Feuerwehr im Dauereinsatz

Bewertungen beim Onlineshopping nicht blind vertrauen

Bewertungen beim Onlineshopping nicht blind vertrauen

Der Mann mit der roten Kappe: Niki Lauda bleibt unvergessen

Der Mann mit der roten Kappe: Niki Lauda bleibt unvergessen

Auf Elba wird der Traum vom Jachtsegeln wahr

Auf Elba wird der Traum vom Jachtsegeln wahr

Meistgelesene Artikel

Unfall auf der B71 zwischen Rotenburg und Hemsbünde: Mann in Lebensgefahr

Unfall auf der B71 zwischen Rotenburg und Hemsbünde: Mann in Lebensgefahr

Der Zusammenhalt zählt

Der Zusammenhalt zählt

„Jetzt ist eine rote Linie überschritten“

„Jetzt ist eine rote Linie überschritten“

Schwerer Verkehrsunfall auf der B75 führt zu Sperrung

Schwerer Verkehrsunfall auf der B75 führt zu Sperrung

Kommentare