Manfred Seitz: Zurzeit 95 ausgegebene Kundenkarten für insgesamt 224 bedürftige Menschen

Der Gabentisch hat sich etabliert

Annegret und Manfred Seitz sind sich sicher: Der Gabentisch hat sich in Visselhövede etabliert.

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (men) · Der Gabentisch in Visselhövede geht in sein fünftes Jahr. Im Januar 2006 war dieses Angebot für bedürftige Menschen gestartet – und seitdem hat es sich in der Stadt etabliert. Das sagen Manfred und Annegret Seitz, die beide von Anfang an mit Pastor Wolfgang Wattjes dabei waren und es auch immer noch sind.

Manfred Seitz hat beim Gespräch mit unserer Zeitung einen dicken Ordner vor sich liegen, aus dem er immer wieder interessantes Zahlenmaterial herausholt. Ein paar Beispiele: Im vergangenen Jahr waren 95 Kundenkarten ausgegeben – für 123 Erwachsene sowie 101 bedürftige Kinder. Die Inhaber der Karten haben immer dienstags und freitags die Möglichkeit, sich von 14.30 bis 15.30 Uhr in der Ausgabestelle an der Verdener Straße 18 mit Lebensmitteln zu versorgen. Im vergangenen Jahr hatte es 101 Ausgabetage gegeben, zu denen insgesamt 3179 Besucher gekommen waren. Das waren deutlich mehr als in den beiden Jahren zuvor und genau so viele wie im ersten Jahr 2006. Pro Ausgabetag waren im Durchschnitt 32 Personen in der Ausgabestelle erschienen – durchschnittlich vier mehr als 2008 und sogar acht mehr als 2007, wie Seitz seiner Statistik entnimmt.

Auf den Gabentisch kommen Obst, Gemüse, Wurstwaren, Käse, Eier, Mehl und auch Zucker. Die Supermärkte „Combi“, „Neukauf“ und „Netto“ und die Bäckerei Tamke in Visselhövede sowie „famila“ in Rotenburg sorgen stets für Nachschub. „Wir haben zwei feste Fahrer, die die Sachen abholen und zur Ausgabestelle bringen“, so Annegret Seitz. Eine Frau kümmert sich um die Backwaren. Das alles findet ehrenamtlich statt – zurzeit sind 14 Frauen und Männer im Team. Auch das zeigt: Der Gabentisch hat sich etabliert und ist in der Stadt eine gefestigte Einrichtung, wie Manfred Seitz sagt. Daran habe sich auch zu Beginn des vergangenen Jahres nichts geändert, als das Team damit begann, von ihren Kunden einen Nachweis über die Bedürftigkeit zu verlangen – jetzt gingen die Kundenzahlen sogar nach oben. Und die sind offenbar nach wie vor bereit, sich pro Ausgabe mit einer Spende in Höhe von zwei Euro an den festen Kosten für den Gabentisch zu beteiligen, der unter dem Dach der Kirche angesiedelt ist, sich aber selbst tragen muss. Miete, Betriebskosten und Kilometergeld – das sind die dicken Brocken, die bewältigt werden müssen. Die Frage, ob sich der Gabentisch vielleicht doch noch der Tafel anschließt, steht nach wie vor im Raum. „Zurzeit wollen wir das aber nicht“, erklärt Manfred Seitz. Und bevor er seinen dicken Ordner schließt, erklärt er, dass von den 95 Kundenkarten im vergangenen Jahr 44 bis zu 25 Mal, 25 bis zu 50 Mal, 15 bis zu 75 Mal und elf bis zu 100 Mal in der Ausgabestelle vorgelegt wurden. Drei indes bleiben bei den Kunden zu Hause. „Es handelt sich um ältere Personen, die nicht zu uns in die Ausgabestelle kommen können“, berichten Annegret und Manfred Seitz. Kein Problem für das Team – regelmäßig bringt ihnen einer der freiwilligen Helfer die Lebensmittel nach Hause. Auch das hat sich etabliert.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Israel tötet Dschihad-Militärchef - Beschuss aus Gaza

Israel tötet Dschihad-Militärchef - Beschuss aus Gaza

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Gladbach im Vergleich

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Gladbach im Vergleich

Australiens Feuerwehr warnt vor "katastrophaler Feuergefahr"

Australiens Feuerwehr warnt vor "katastrophaler Feuergefahr"

Meistgelesene Artikel

Bundeswehr vereidigt zum Gründungstag Rekruten

Bundeswehr vereidigt zum Gründungstag Rekruten

Martinsmarkt in Visselhövede: Viel Betrieb in der Stadtmitte

Martinsmarkt in Visselhövede: Viel Betrieb in der Stadtmitte

Urin-Studie im Zusammenhang mit Erdgasförderung: Keine Belastungen - aber offene Fragen

Urin-Studie im Zusammenhang mit Erdgasförderung: Keine Belastungen - aber offene Fragen

Ein Kompromiss mit Geschmäckle

Ein Kompromiss mit Geschmäckle

Kommentare