Schüler des Gymnasiums in Sottrum führen „Alice im Wunderland“ auf

Fünf Kinder in der Hauptrolle

Die Kinder der zehnten Klassen legten bei den Kostümen Hand an. ·
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Die Kinder der zehnten Klassen legten bei den Kostümen Hand an. ·

Sottrum - Mit unbändiger Spielfreude präsentierten 30 Schülerinnen und ein Schüler, der Jahrgangsstufen fünf bis sieben des Sottrumer Gymnasiums ihre Version von „Alice im Wunderland“. Unter der Leitung von den Pädagoginnen Anja Niebuhr und Stefanie Schendtner hatten sie seit fast einem Jahr an dieser Fassung des skurrilen Märchens von Lewis Carrol gearbeitet.

Die Geschichte der kleiner und größer werdenden Alice, der Grinsekatze, des verrückten Hutmachers, des weißen Kaninchens und der vielen Fantasiegestalten aus dem Traum von Alice wurde auf der Bühne in der Aula der Schule in quirlig-lebendigen Bildern zum Leben erweckt. In einem Teamwork mit dem Kunstkurs der zehnten Jahrgangsstufe unter der Leitung von Elke Mannhardt entstanden die kreativen und stimmigen Kostüme mit einem nur kleinen Budget.

Der Einfall, die Figur der Alice gleich fünffach zu besetzen, um so die Hauptrolle möglichst gerecht zu verteilen, wurde von den Kunstschülern bravourös umgesetzt. In gleichen hellblau glänzenden Röcken mit Oberteilen, die nur kleine Unterschiedlichkeiten aufwiesen, gestalteten sie den Wiedererkennungswert der Figur Alice. Der so bunte Bilderreigen begeisterte die Besucher in der voll besetzten Aula an beiden Tagen der Aufführung.

Die Sprachspielereien und satirischen Anspielungen auf die englische Gesellschaft in der Originalgeschichte von Lewis Carroll sind in dem Chaos dieser Traumgeschichte von bestechender Logik, und wurden auch in der von Edmund Linden und Angelika Möller bearbeiteten Fassung für die Schüler auf begeisternde Weise umgesetzt. „Was ist verrückt und was ist wahr?“, fragt sich Alice immer wieder, wendet sich von der allzu verwirrenden Ungeburtstags-Teeparty des verrückten Hutmachers ab und protestiert gegen die Ungerechtigkeiten beim Croquetspiel mit der Herzkönigin und dem kleinen Herzkönig.

Der elfjährige Philipp Urbas, der als einziger Junge in diesem reinen Mädchen-Ensemble den Herzkönig verkörpert, tut das mit bestechendem Selbstbewusstsein. „Ich erkenne manchmal die Schüler aus meinem Unterricht gar nicht wieder,“ sagt Bernhard Weiheimer, der stellvertretende Schulleiter, erstaunt. Denn was in so einem Theaterprojekt vermittelt wird, geht über die reinen Anleitungen weit hinaus.

Sich vor vielen Menschen auf eine Bühne hinzustellen, mit klarer Stimme zu sprechen und sich auch noch in fremde Charaktere zu versetzen, erfordert viel Mut. Und wenn die Kinder das geschafft haben, wächst auch ihr Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Teamarbeit und das Miteinander in den Proben, sich auf den Gegenspieler verlassen zu können und zu müssen, fördert soziale Kompetenzen, die in anderen Umfeldern gar nicht vermittelt werden können. Das Engagement und die zusätzlichen Stunden, die die Pädagogen in so ein Projekt investieren, können gar nicht genug wertgeschätzt und hervorgehoben werden.

Der langanhaltende Beifall und die Begeisterung des Publikums sind in diesem Zusammenhang nur ein kleiner Teil der Belohnung für die Schüler, viel wichtiger ist das, was sie selbst aus dem Prozess des Werdens dieses Projektes mitgenommen und gelernt haben. „Alice im Wunderland“ ist da ein sehr bestechendes Beispiel engagierter Pädagogik. · hs

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