Die vom Kreistag installierte Arbeitsgruppe hat sich konstituiert / Initiativen und Bergamt dabei

Fracken, Verpressen, Erdöl fördern

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Elke Twesten, Vorsitzende der Arbeitsgruppe, im Gespräch mit Abteilungsleiter Ulrich Windhaus vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

Kreis Rotenburg - Fracking und Lagerstättenwasser – zwei Stichworte, die inzwischen „viele Beine“ bekommen haben, besetzt mit zahlreichen Informationsdefiziten und häufig auch noch mit Angst.

Dringender Handlungsbedarf für Volker Kullik (SPD), Gnarrenburg, Vorsitzender des Umweltausschusses des Kreistages: Er schlug die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, die sich parallel zur Kreistagsarbeit dieser Themen annimmt. Am Mittwoch war Auftakt unter Vorsitz von Elke Twesten (Grüne) aus Scheeßel im großen Sitzungssaal des Kreishauses.

Die Runde zählte 26 Köpfe: Vertreter der Kommunen, der Wasserversorger und der Bürgerinitiativen, Kreistagsabgeordnete und Verantwortliche der Kreisverwaltung sowie ein Mitarbeiter des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie mühten sich über zwei Stunden, um ihrer Arbeit eine Struktur zu geben und um die Probleme anzureißen, nachdem Erster Kreisrat Dr. Torsten Lühring zu der Thematik hingeführt hatte. Fest steht: Vor Weihnachten findet eine weitere Sitzung statt.

Zehn Besucher machten sich eifrig Notizen. Unter ihnen Jochen Richert aus Hassendorf, der kürzlich die Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ ins Leben rief. Sein Ausklammern bei der Einladung wurde von Dr. Manfred Damberg (Die Linken) aus Wilstedt heftig kritisiert.

Beim Vorstellen der Arbeitsgruppe wurden bereits Erfahrungen, anstehende Fragen und die vielfach ablehnende Einstellung dem Erdgasbohren und dem Fracking gegenüber deutlich. Der Jurist Dr. Lühring betonte, dass es darum gehe, beim Schaffen des neuen Rechtsrahmens „wir uns mit einbringen“, zumal der Landkreis Rotenburg mit über die größten Erdgasvorkommen Deutschlands verfüge.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Bohrstelle Bötersen Z11, wo Fracking-Maßnahmen geplant sind und die fünf Verpressstellen für Lagerstättenwasser. Außerdem die im Raum Sittensen geplanten Erdölbohrungen. Abteilungsleiter Ulrich Windhaus vom Bergamt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, Umweltminister Wenzel habe Z11 und das Fracking-Genehmigungsverfahren zu seiner persönlichen Sache gemacht. Außerdem stehe fest: „Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung gibt es keine Genehmigung.“

Zwei Teilnehmer, die Fracking ohne Kompromisse ablehnen: Wilfried Wildeboer, Sottrum, von der Bürgerinitiative „Frack-loses Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ und Kreistagsabgeordneter Damberg: „Alle, die hier sitzen, müssten es stoppen, um das Wasser nicht zu gefährden.“ Wildeboer fragte: „Was wissen wir über die Zusammensetzung von Lagerstättenwasser? Wir müssen wissen, was in die Erde verpresst wird.“ Chemiker Damberg brachte es auf eine griffige Formel: „Hier passiert jeden Tag eine Riesensauerei.“

Die dem Bergamt immer wieder nachgesagte, zu große Nähe zur Industrie wollte Abteilungsleiter Ulrich Windhaus offenbar unbedingt zurecht rücken: „Wir sind für die Bevölkerung da und keine Handlanger für die Industrie. Wir sind eine neutrale Fachbehörde.“

Elke Twesten in einem Gespräch mit dieser Zeitung: „Wie ich gerade von Herrn Windhaus erfahren habe, schätzt auch das Bergamt den unmittelbaren Austausch mit den Betroffenen vor Ort. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir anhand der thematischen Ausrichtung – Fracking, Lagerstättenwasser und die sich ankündigende Frage um die Erdölförderung – die wichtigsten Handlungsfelder aufgemacht haben.“ · bn

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