Panne in Biogasanlage: Fischsterben im Landkreis Rotenburg

Eine technische Panne in einer Biogasanlage (Symbolfoto) hat ein Fischsterben ausgelöst

Scheeßel/Schultenwede - "Es ist zu einer katastrophalen Gewässerverunreinigung gekommen", befürchtet Ralf Gerken vom Landessportfischerverband Niedersachsen. Eine technische Panne in einer Biogasanlage hat ein Fischsterben im Landkreis Rotenburg ausgelöst.

Aus der Anlage in Schultenwede (Heidekreis) seien große Mengen von Gülle und Gärresten in den angrenzenden Lünzener Bruchbach und von dort in das kleine Flüsschen Veerse geströmt, teilte am Montag der Landessportfischerverband in Scheeßel mit. Die örtlichen Angelvereine und der Landessportfischerverband Niedersachsen befürchten, dass das fischökologisch wertvollste und artenreichste Gewässersystem des Landkreises Rotenburg auf einer Strecke von etwa 20 Kilometer nun ökologisch tot ist. Ein Sprecher des Landkreises bestätigte den Vorfall.

Fischsterben nach Panne in Biogasanlage

Eine technische Panne in einer Biogasanlage in Schultenwede (Heidekreis) hat ein Fischsterben im Landkreis Rotenburg im Flüsschen Veerse ausgelöst. © Ralf Gerken / Angelverein Westervesede und Lauenbrück
Eine technische Panne in einer Biogasanlage in Schultenwede (Heidekreis) hat ein Fischsterben im Landkreis Rotenburg im Flüsschen Veerse ausgelöst. © Ralf Gerken / Angelverein Westervesede und Lauenbrück
Eine technische Panne in einer Biogasanlage in Schultenwede (Heidekreis) hat ein Fischsterben im Landkreis Rotenburg im Flüsschen Veerse ausgelöst. © Ralf Gerken / Angelverein Westervesede und Lauenbrück
Probennahme durch Mitarbeiter des Landkreises Rotenburg (Bereich Ostervesede). © Ralf Gerken / Angelverein Westervesede und Lauenbrück
Probenahme Veerse bei Westervesede. © Ralf Gerken / Angelverein Westervesede und Lauenbrück
Auf einer Strecke von 20 Kilometern sei das Gewässer tot, kritisieren Umweltschützer. © Mediengruppe Kreiszeitung / Foto: Warnecke
Jürgen Cassier vom Landkreis Rotenburg: „Das ist ein Super-Gau“. © Mediengruppe Kreiszeitung / Foto: Warnecke

Die Verschmutzung sei mittlerweile abgeflossen, die Schäden ließen sich noch nicht absehen. Angler arbeiten in dem Flusssystem seit Jahren an der Wiederansiedlung gefährdeter Arten wie etwa der Meerforelle. Der Schaden für das Ökosystem sei möglicherweise irreparabel, befürchtete ein Sprecher des Anglerverbandes. Die Panne soll sich bereits in der Nacht zum Sonntag wegen eines defekten Pumpensystems ereignet haben.

Gewässersystem biologisch tot?

Davon seien insbesondere die in jahrelanger Renaturierungs- und Hegearbeit von den Angelvereinen und auch der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg aufgebauten Bestände stark gefährdeter Arten, wie Meerforelle, Bachforelle, Mühlkoppe, Elritze, Steinbeißer, Flussneunauge, Bachneunauge, Bachforelle und Aal betroffen, teilt der erband mit. Welche Auswirkungen die Verschmutzung auf die Bestände des hier heimischen Fischotters und des Eisvogel haben könnte, sei noch unklar, schreibt Ralf Gerken, vom Landessportfischerverband Niedersachsen. „Wenn sich die ersten Erkenntnisse bewahrheiten und verfestigen“, so Ralf Gerken vom Landessportfischerverband, „sind aber wohl ganze Populationen bedrohter und geschützter Arten im fischökologisch wertvollsten Gewässer des Landkreises und des Wümmegebietes heute vernichtet worden.“ pfa/dpa 

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