Wohlfühl-Klassik im Trio

Peter Paulitsch und Musikstudentinnen im Landpark Lauenbrück

+
Die vielversprechenden Streicherinnen Jin Kim (Geige, l.) und Laura Barkauskaite (Cello, r.) wurden von Altmeister Peter Paulitsch begleitet.

Lauenbrück - Eine „Reise durch die Welt der Musik“ sollte das erste klassische Konzert im Landpark werden, so die Ankündigung des musikalischen Masterminds Peter Paulitsch. Es wurde eine Reise durch die Zeit sowie ihre Stilistiken und, wichtiger noch: eine akustische Genussreise.

Dafür sorgte schon das Repertoire, das der ehemalige Leiter der Musikschule Rotenburg und des Landesjugendorchesters Hamburg zusammengestellt hatte. Einzige Vorgabe der Gastgeber, Friedrich-Michael und Katharine von Schiller: „Alles, was schön ist“.

So gab es mit Haydn, Beethoven, Schubert, Schumann, Debussy und Piazolla jede Menge zum Schwelgen. Und das taten die rund 40 Besucher denn auch, im ebenso angenehmen wie stilvollen Ambiente der Orangerie. Die soll nach dem Willen der Betreiber des Landparks verstärkt zum kulturellen Treffpunkt werden, unlängst mit einer Lesung, demnächst mit dem ersten vorweihnachtlichen Poetry Slam.

Geplant hatten Paulitsch und von Schiller eine Zusammenarbeit schon seit Langem: „Als regelmäßiger Spaziergänger in unserem Park kamen wir ins Gespräch und ich zeigte ihm irgendwann unseren Flügel“, erinnert sich Friedrich-Michael von Schiller. Aus dem spontanen Griff in die Tasten wurde ein Plan. Eigentlich hatte ein anderer Pianist das erste Klassikkonzert auf dem Instrument bestreiten sollen: Der vor zwei Jahren verstorbene Mo Bessim, der bei der Wahl des Stutzflügels beraten hatte. Ihm war das zweistündige Konzert gewidmet.

Zwei Studentinnen der Bremer Hochschule dabei

Mitgebracht hatte Paulitsch zwei Studentinnen der Bremer Hochschule für Bildende Künste (HBK). Spätestens bei einem Satz aus einem Mozart-Violinkonzert wurde klar, warum der 72-Jährige nach der Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Bremer Sinfoniker sich nun junge Mitstreiter gesucht hatte: Die Koreanerin Jin Kim spielte virtuos und mit so frischem Strich auf, dass nicht nur Mozarts Violinkonzert ein Genuss wurde. Und auch die Duette mit der litauischen Cellistin Laura Barkauskaite, ebenfalls in ihrer Heimat preisgekrönt, konnten sich hören lassen.

Dabei übernahm Paulitsch an den schwarzen und weißen Tasten jeweils den Orchesterpart, „allerdings nur solange, bis die erste Lauenbrücker Kammer-Sinfonie gegründet ist“, flachste er. Die unaufgeregte Souveränität und sichtliche Spielfreude der Akteure trug, neben der technischen Präzision wesentlich zur „Rundum-Wohlfühlathmosphäre“ bei. Am besten agierten sie zu dritt, wie Beethovens erster Satz eines Klaviertrios zeigte.

Dass auch Modernes sich im eigens für diesen Auftritt zusammen einstudierten Repertoire gut macht, stellten die drei Profis mit einem Astor Piazolla unter Beweis. Mit sichtlicher Lust ließen sie im „Frühling“ aus „Quadro Estazione“ mit langen Glissandi den Schnee schmelzen – allerdings nur im Stück.

Das Eis beim Klassikauftakt in der Orangerie des Landparks war da schon lange gebrochen. 

hey

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Weihnachtskonzert des Gymnasiums am Wall

Weihnachtskonzert des Gymnasiums am Wall

Neue Autos 2018: Vor allem Geländewagen kommen

Neue Autos 2018: Vor allem Geländewagen kommen

Berlin will mehr Einsatz der Finanzbranche beim Klimaschutz

Berlin will mehr Einsatz der Finanzbranche beim Klimaschutz

Berg in Regenbogenoptik: Zu Gast am Rainbow Mountain in Peru

Berg in Regenbogenoptik: Zu Gast am Rainbow Mountain in Peru

Meistgelesene Artikel

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

Kirchenvorstandsteam in Ahausen sucht Kandidaten für neue Amtszeit

Kirchenvorstandsteam in Ahausen sucht Kandidaten für neue Amtszeit

Tiertransporter kippt in Graben

Tiertransporter kippt in Graben

Kommentare