Mit aufgesticktem Schullogo

Freiwillige Schuluniform für Schüler der Fintauschule stärkt das Wir-Gefühl

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Gar nicht langweilig, sondern peppig und modern: Die Schulkleidung an der Lauenbrücker Oberschule, die hier von Marvin Wendt (v.l.), Emil Margol und Angelina Roth präsentiert wird.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Sie soll das Wir-Gefühl stärken, die einheitliche Schulkleidung an der Fintauschule Lauenbrück. Seit Beginn dieses Schuljahres können sich die Oberschüler mit T-Shirts oder Kapuzenjacken mit aufgesticktem Schullogo einkleiden - falls sie das möchten.

Nein, die einheitliche Kleidung sei keinesfalls mit einer Schuluniform zu verwechseln, sagt Lehrkraft Anne-Kathrin Kaiser, Stufenleiterin für den fünften bis siebten Jahrgang. „Es geht einfach nur um eine stärkere Identifikation mit unserer Schule.“ Poloshirts sowie Kapuzenpullis- und -jacken in jeweils dreifarbiger Ausführung befinden sich im Sortiment. Demnächst sollen noch fesche Caps dazukommen. Beflockt sind die Textilien nicht etwa mit dem klassischen, allseits bekannten Schullogo, sondern einem Emblem, welches in seiner kreisrunden Aufmachung doch eher an US-amerikanische Colleges erinnert. Und das, meint Schulleiter Frank Lehmann, sei auch kein Zufall: „Wir wollten einfach mal bewusst weg von dem verknöcherten Deutschen.“

Kleidung, wie man sie noch vor ein paar Jahren an der Oberschule vertrieben habe - mit einfachem, aus meterweiter Entfernung noch gut lesbarem Fintauschul-Logo –, habe seinerzeit jedenfalls nur geringfügig Akzeptanz unter den jungen Leuten gefunden. Oder wie Lehmann sagt: „Das war für unsere Schüler einfach viel zu oldschool.“

Nicht so die neue Kollektion. Knapp 30 Prozent der Schülerschaft sei seit ihrer Einführung vor einem halben Jahr inzwischen im Besitz eines der Kleidungsstücke. Die Fünftklässler sowieso, sind die es doch, die ein T-Shirt - dank Sponsoring von zwei Lauenbrücker Firmen - mit dem Wechsel auf die Fintauschule geschenkt bekommen. Alle anderen, so Lehmann, müssten die Kleidung käuflich erwerben. „Die Jüngeren aus der Unterstufe finden die Klamotten auch richtig toll, identifizieren sich damit, denn viele kennen dieses verbindende Element noch aus ihrer Grundschulzeit“, hat Anne-Kathrin Kaiser festgestellt. „Da müssen wir jetzt am Ball bleiben.“ Ältere Jahrgänge indes würden sich mit dem Einheitslook bisweilen noch ein wenig schwer tun. Dabei ist die Kleidung, die vorwiegend bei Schulfesten oder sportlichen Veranstaltungen zum Einsatz kommt, aber auch im ganz normalen Unterricht, in ihrer dezenten Aufmachung durchaus freizeittauglich.

Die Elternschaft, versichert Lehmann, habe die Neueinführung der im Halbjahresturnus nachzubestellenden Schulkleidung auf jeden Fall von Anfang an gutgeheißen. Kritische Stimmen seien ihm nicht bekannt. „Es ist aus deren Reihen quasi auch verlangt worden“, so der Rektor. Also habe sich die Schulleitung zusammengesetzt, um gemeinsam mit der Schülerschaft Ideen zu sammeln. Vier verschiedene Modelle seien damals in die engere Auswahl gekommen - am Ende machte die College-Variante das Rennen, die Kaiser, federführend bei dem Projekt, von einer grafisch versierten Freundin ausarbeiten ließ.

Das Emblem gefällt auch Angelina Roth sehr. „Mit der Kleidung kann ich bei Veranstaltungen zeigen, dass ich zu dieser Schule gehöre“, meint die zwölfjährige Fintauschülerin. „Dass es freiwillig bleibt, finde ich gut“, urteilt ihr Altersgenosse Emil Margol, selbst stolzer Besitzer eines Kapuzenpullovers. Und Marvin Wendt, zehn Jahre alt, gefällt der Schnitt. „Mit dieser Kleidung wird mancher meiner Schulfreunde vielleicht auch nicht mehr so gemobbt.“

Tatsächlich, erzählt Frank Lehmann, sei der Trend zum Tragen teurer Markentextilien ein weiterer Grund gewesen, um die Schulkleidung einzuführen. Er selbst, wie einige seiner Lehrerkollegen auch, ist ebenfalls schon stolze Besitzer (und Träger) von Poloshirt und Co.. Demnächst wird er zusätzlich noch ein für ihn maßgeschneidertes Kragenhemd samt Logo sein Eigen nennen. „Für die etwas gehobeneren Anlässe“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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