Klärschlammvererdungsanlage in Lauenbrück bereitet Probleme

Wenn das Schilf nicht anwächst

Der Klärschlamm wird über mehre Auslässe auf die Felder gepumpt. Den Rest übernehmen die Sonne und die Schilfpflanzen. Foto: Warnecke

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Die Samtgemeinde Fintel hat ein Problem. Das ist grün, raschelt im Wind und findet sich auf der Abwasserreinigungsanlage (ARA) am Rande von Lauenbrück: Schilfpflanzen. Die wachsen auf drei Beeten, seitdem die Kommune Anfang 2017 ihre mehr als 800 000 Euro teure Klärschlammvererdungsanlage in Betrieb genommen hat. Nur: Den gewünschten Effekt, den an Ort und Stelle aus allen fünf Mitgliedsgemeinden auflaufenden Klärschlamm so zu entwässern und biologisch zu verarbeiten, dass es sich auch für die Kommune am Ende rechnet, den hat es bisher noch nicht gegeben. Denn: Die Pflanzen wollen einfach nicht richtig anwachsen.

Zu diesem ernüchternden Ergebnis ist ein auf biologische Abfallbehandlung spezialisiertes Planungsbüro gekommen. Das hatte sich die Anlage im Sommer unter ihre Fittiche genommen – und das schuf in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinde-Bauausschusses den Politikern gegenüber nun Fakten. Demnach herrsche in den Beeten eine Volumenreduktion von rund 90 Prozent – „das ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut“, befand Fachmann Stefan Rehfus. Ziel sei stattdessen eine Verminderung von 95 Prozent. Seinen Worten nach trete das Phänomen des nicht anwachsen wollenden Schilfs recht selten auf, hänge von äußeren Einflussfaktoren wie die örtliche Zulaufsituation oder das Kanalnetz als solches ab. „Um zukunftssicher die Vererdung zu gestalten, bräuchte man nun zwei weitere Beete“, stellte Rehfus in Aussicht. Für einen entsprechenden Anbau, der im Süden der Kläranlage auf einer Fläche von 6 400 Quadratmetern möglich wäre, müsste die Samtgemeinde mit weiteren Kosten in Höhe von rund 485 000 Euro rechnen.

Geld, welches laut Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger keineswegs unbedacht herausgeschmissen wäre: „Wenn wir jetzt die Investitionskosten dazurechnen und auf der anderen Seite auch die gestiegenen Entsorgungskosten bei der Verbrennung des Klärschlamms, können wir jetzt immer noch mit ruhigem Gewissen festhalten, dass die Vererdungsanlage die wirtschaftlichste Variante ist“, wandte er sich an die Politiker, denen es noch zu einem späteren Zeitpunkt obliegen wird, über das Projekt zu beschließen. „Wir haben nichts verkehrt gemacht, auch deshalb, weil wir jetzt eine große Entsorgungssicherheit haben.“

Nicht vor einem Jahr, führte Stefan Rehfus weiter aus, könnten die zusätzlichen Schilfbeete „ihre Arbeit“ aufnehmen.

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