SPD verliert bei Samtgemeinderatswahl Sitz an die Linke

Wenig Veränderungen, aber viele Optionen

Wahlhelfer in Helvesiek werten die Briefwahls aus. - Foto: Röhrs

Lauenbrück - Von Matthias Röhrs. Die Wähler in der Samtgemeinde Fintel bleiben ihrer Linie treu. Im Vergleich zu der Kommunalwahl vor fünf Jahren gibt es in der kommenden Legislaturperiode kaum Veränderungen im Rat. Lediglich die SPD verliert einen Sitz, dafür bekommt die Linke erstmals in der Geschichte der Samtgemeinde einen Platz im Rat. Das ermöglicht viele Optionen, sofern die Parteien denn wollen.

Die CDU ist trotz leichter Verluste mit 45,93 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft – wie schon nach der Wahl 2011. Ob diese Kommunalwahl letztendlich großen Einfluss auf die Geschicke in der Samtgemeinde haben wird, bleibt jedoch abzuwarten. Schließlich stehen die bisherigen Ratsmitglieder in dem Ruf, konsensorientiert Entscheidungen zu treffen – obwohl sich SPD und Grüne nach 2011 zu einer Mehrheitsgruppe zusammengetan hatten. In diesem Jahr erreichten sie 39,81 beziehungsweise 11,18 Prozent. Die Linke mit ihrem Kandidaten Nils Bassen kam auf 3,06 Prozent der Stimmen – ausreichend für einen Platz im Ratssaal. Die Wahlbeteiligung in der Samtgemeinde ist mit 61,49 Prozent etwas angestiegen.

Die Grünen sind nun in der komfortablen Lage, sich einen Partner auszusuchen – sofern sie und die anderen Lokalpolitiker überhaupt wollen. Mit der CDU ist eine absolute Mehrheit mit zusammen elf Plätzen möglich, mit der SPD käme man immerhin auf zehn, die Hälfte aller Posten. Nils Bassen als neuer und einziger Linke könnte dann das Zünglein an der Waage bilden. Der will sich noch nicht konkret über sein weiteres Vorgehen äußern und sich als Neuling erst einmal einarbeiten. Auf jeden Fall wolle er aber „junges und frisches Blut“ in den Samtgemeinderat einbringen.

Der Grüne Wilfried Pohl möchte jetzt in Ruhe „die Gruppenfrage klären“, zusammen mit den übrigen Mitgliedern seiner Partei. Er ist zufrieden. Die Grünen sind jetzt mehr nicht nur im Samtgemeinderat vertreten, sondern in der neuen Wahlperiode erstmals auch in allen Gemeinderäten. Das war sonst nur in Lauenbrück der Fall. Zudem erreichte seine Partei bei der Samtgemeindewahl ein leichtes Plus.

CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rademacher blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Wahl. „Es ist sehr erfreulich, dass wir die stärkste Fraktion sind“, sagt er. Nun wolle man sondieren und diskutieren, wie man mit dem Ergebnis umgeht. Auf der anderen Seite sei es traurig, dass einige verdiente Mitglieder den Rat nun verlassen müssten, zumal man in den vergangenen Jahren „immer sachbezogen gearbeitet und entschieden“ habe.

Ebenfalls ein wenig enttäuscht zeigte sich am Tag nach der Wahl Wilfried Behrens von der SPD. Zwar sei ihm klar gewesen, dass es durch die Linken-Kandidatur in Zukunft „bunter“ im Rat werde, doch den Verlust von fast vier Prozent kam für ihn überraschend. Woran das liegt könne er sich nicht erklären. Er erwartet nun wechselnde Mehrheiten im Rat. Aber vielleicht zieht man im Lauenbrücker Rathaus auch in Zukunft weiter an einem Strang.

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Matthias Röhrs

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