„Auflassen lohnt sich nicht“

Wegen 2G-plus: Bahnhofskneipe macht vorerst dicht

Kneipenwirtin Esperanza Freude-Quade lehnt auf dem Tresen.
+
Kneipenwirtin Esperanza Freude-Quade plagen einmal mehr Existenzsorgen.

Esperanza Freude-Quade macht ihre Bahnhofskneipe in Lauenbrück erstmal dicht. „Lohnt sich nicht“, sagt sie mit Blick auf die 2G-plus-Regeln gegen Corona. Sie sorgt sich um ihre Existenz.

Lauenbrück – Es geht nicht mehr. „2G-plus und Kneipe, das macht keinen Sinn“, sagt Esperanza Freude-Quade. Seit vielen Jahren betreibt sie die Bahnhofskneipe „Gleis 2“ in Lauenbrück. Mit den verschärften Corona-Regeln, wonach seit Mittwoch nur noch solche Gäste Zutritt hätten, die genesen oder geimpft sind und zusätzlich einen aktuellen negativen Schnelltest nachweisen können, sieht die Wirtin nun keine andere Möglichkeit, als ihr Raucherlokal zu schließen – vorerst.

Denn alles hochzufahren, weiterhin Getränke zu bestellen, das lohne sich ihren Worten nach für sie einfach nicht. „Meine Stammkundschaft, die sich aus 40 bis 50 Leuten zusammensetzt, besteht ja überraschenderweise ausschließlich aus Geimpften – das hat 2G in den letzten vier Wochen jedenfalls ans Licht gebracht“, berichtet die 57-Jährige. Denn klar: Auch sie habe nach den entsprechenden Zertifikaten verlangt, wie es vorgeschrieben sei.

Spontanes Feierabendbier? Mit Testpflicht unmöglich!

Nur diese Klientel sei es eben auch, die ihr schon mitgeteilt habe, ganz sicher nicht mehr für die Zeit der Testpflicht bei ihr für ein Bierchen vorbeikommen zu wollen. „Und irgendwie kann ich das auch verstehen – sind es doch gerade die Berufstätigen, die sich jetzt mal nicht ruckzuck einen Test-Termin geben lassen können, um spontan bei mir nach Feierabend aufzuschlagen.“ Nein, diese Zeit, sagt Freude-Quade, hätten wohl nur die wenigsten.

„Für mich ist das jetzt quasi schon ein Lockdown, der mich zum Schließen zwingt.“ Und das jetzt im Winter, in ihrem eigentlichen Hauptgeschäft. „Ein Supergau“, meint die Wirtin. „Restaurants können ja weiterhin Außer-Haus-Verkauf anbieten – nur was soll ich hier aus meiner Kneipe rausgeben? Gute Ratschläge etwa?“

Man merkt: Die Existenzangst sitzt tief bei ihr, nachdem sie schon 2020 sieben Monate coronabedingt nicht arbeiten durfte. „Dass ich das damals überlebt habe, war schon ein Weltwunder.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Näher dran

Näher dran

Näher dran
In Ostervesede gestrandeter „Circus May” ist immer noch auf Spenden angewiesen

In Ostervesede gestrandeter „Circus May” ist immer noch auf Spenden angewiesen

In Ostervesede gestrandeter „Circus May” ist immer noch auf Spenden angewiesen
Autofahrerin verletzt sich bei Unfall auf Glatteis schwer

Autofahrerin verletzt sich bei Unfall auf Glatteis schwer

Autofahrerin verletzt sich bei Unfall auf Glatteis schwer
Für schnelles Internet: Gemeinde Bothel beteiligt sich am Glasfaserausbau

Für schnelles Internet: Gemeinde Bothel beteiligt sich am Glasfaserausbau

Für schnelles Internet: Gemeinde Bothel beteiligt sich am Glasfaserausbau

Kommentare