Was lange währt

Spielplatz Bördel in Fintel: Eltern und Kinder warten seit vier Jahren auf einen Kletterturm

Brennpunkt Spielplatz Bördel: Die Eltern aus der Nachbarschaft sind mit der Ausstattung unzufrieden. Auf einen Kletterturm warten sie und ihr Nachwuchs nach vier Jahren noch immer.
+
Brennpunkt Spielplatz Bördel: Die Eltern aus der Nachbarschaft sind mit der Ausstattung unzufrieden. Auf einen Kletterturm warten sie und ihr Nachwuchs nach vier Jahren noch immer.

Fintel – „Dieser Platz macht absolut keine Lust aufs Spielen, Klettern und Toben“, sagt Yvonne Dietrich. Und wie zum Beweis ziehen ihre beiden Kinder, sieben und drei Jahre alt, ein langes Gesicht. Die Fintelerin lebt mit ihrer Familie nur unweit vom Spielplatz Bördel entfernt. Immer mal wieder komme die Erzieherin mit den Kiddies hierher. „Würde ich nicht ein Picknick mitnehmen, wären beide nach spätestens zehn Minuten schon mit allen Geräten durch.

“ Nein, ein richtiger Abenteuerspielplatz, wie zu seinen Kindheitstagen, sei die öffentliche Anlage schon lange nicht mehr, weiß auch Anwohner Christoph von Fintel, der von seiner Terrasse aus direkt auf den Platz gucken kann. Schaukel, Wippe, Karussell, Rutsche und eine Sandkiste – das war‘s auch schon an Ausstattung. Das meiste davon, sagt der junge Papa, sei schon ordentlich in die Jahre gekommen. „Und ich bezweifele, dass das Equipment überhaupt so verkehrssicher ist, wie es eigentlich sein sollte.“ Was er, Yvonne Dietrich und noch viele andere Eltern aus dem Viertel bemängeln: Das Gelände sei „absolut unattraktiv“. „Es gibt ja an der Straße für den Spielplatz noch nicht mal ein Hinweisschild “, moniert von Fintel.

Mit Katalogen unterwegs

Seit vier Jahren schon setzt sich die Elternschaft für eine aus deren Sicht längst überfällige Verbesserung ein – nur seien alle Bemühungen, die Gemeinde in die Pflicht zu nehmen, bisher im Sande verlaufen, wie Dietrich berichtet. Ursprünglich sollte die geräumige Anlage einem weiteren Bauplatz weichen. „Es hieß damals, hier würde ja eh kein Kind spielen – das stimmt aber nicht!“ Von dem Plan habe die Gemeinde jedenfalls wieder Abstand genommen – und die Anwohner gebeten, Ideen zu entwickeln, wie sie den Spielplatz gestaltet haben wollen. „Als Geldbetrag, der zur Verfügung stehen sollte, wurden damals mehr als 20 000 Euro genannt“, blickt die Mutter zurück. „Daraufhin sind wir mit Spielzeugkatalogen wie verrückt durch die Nachbarschaft gezogen – jede Familie hat mal geguckt, was sie gut findet.“ Bei einem Treffen sei schließlich abgestimmt worden, was die Mehrheit sich gewünscht habe, nämlich ein Multifunktionsgerät in Form eines Kletterturms – ähnlich wie jenes in Schneverdingen, aber nicht ganz so groß. „Das haben wir eingereicht, nur passiert ist bis heute nichts“, bedauert Dietrich.

Jedenfalls nichts, was dem geäußerten Wunsch eins zu eins auch nur annähernd entsprochen hätte. So habe vorletztes Jahr die Finteler Landjugend bei ihrer 72-Stunden-Aktion, einem Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde, zwar keine Mühe gescheut, den Spielplatz ordentlich aufzumöbeln, berichtet die Fintelerin – unter anderem mit Sitzbänken einer großen Schaukel und einer zusätzlichen Rutsche, einiges aus dem Altbestand des Bauhofes, und auch das Karussell sei damals neu lackiert worden –, nur an Attraktivität, befinden die Mütter und Väter unisono, habe das Gelände bei allem gut gemeinten Engagement dadurch auch nicht unbedingt hinzugewonnen. „Bei der Wiedereröffnung waren unsere Kinder jedenfalls echt enttäuscht“, berichtet Saskia Tadema, deren Kinder, drei und neun Jahre alt, ebenfalls im besten Spielplatzalter sind.

Plötzlich knappe Kasse

Einige Male noch hätten sie und ihre Mitstreiter bei der Gemeindeverwaltung in der Angelegenheit vorgesprochen, rekapituliert Yvonne Dietrich die Ereignisse. „Da wurde uns zugesagt, dass wir uns wenigstens noch etwas Großes aussuchen dürfen.“ Kurz nach dem ersten Lockdown sei es schließlich zu einer Ortsbegehung mit Bürgermeister Wilfried Behrens gekommen – ein Termin, an den sie sich nicht gerade gerne zurückerinnert: „Denn plötzlich hieß es, man könne sich gar nichts mehr leisten, wegen Corona sei das Geld ja knapp. Dabei hätte dort doch längst schon vor der Pandemie etwas Schönes stehen können.“ Das Angebot des Bürgermeisters an die Elternschaft, die könne ja auch selbst die Anschaffung finanzieren, mit einer möglichen Unterstützung der Bank, sei jedenfalls bei den „Bördelern“ durchgefallen. „Wir haben seitdem auch schon bei einer Aktion eines Radiosenders mitgemacht, bei der man eine komplette Spielplatzerneuerung gewinnen konnte“, erzählt Saskia Tadema. Nur leider sei die Teilnahme nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Wenigstens soll es im erneuten Anlauf nun endlich klappen mit dem schon lange herbeigesehnten Kletterturm. „Die Aktion läuft“, sagt Wilfried Behrens auf Nachfrage. Danach sei ein Universalgerät verwaltungsseitig auch schon ausgesucht worden. 10  000 Euro habe man zur Anschaffung in den laufenden Haushalt eingestellt. Auf gut Glück wolle man das Gerät aber nicht einkaufen: „Ich will die Eltern gerne noch einladen, sich das anzugucken“, kündigt er an. „Wenn die es toll finden, werden wir es jetzt zum Frühjahr aufstellen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Meistgelesene Artikel

Kommentare