Vor dem Stechen

Bürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Fintel: Die Kandidaten im Doppel-Interview

Mit kleinen Geschenken ins Gespräch kommen: Anne Cordes am Wahlstand in Fintel.
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Mit kleinen Geschenken ins Gespräch kommen: Anne Cordes am Wahlstand in Fintel.

Lauenbrück – Am kommenden Sonntag ist es soweit: Die Bürgermeisterkandidaten Sven Maier (33) und Anne Cordes (55) gehen in die Stichwahl. Parallel zur Bundestagswahl wird auch das höchste politische Amt der Samtgemeinde Fintel neu gewählt. Kurz vorher haben wir die beiden parteilosen Bewerber, die von der SPD (Cordes) beziehungsweise von der CDU und den Grünen (Maier) unterstützt werden, noch einmal im großen Doppelinterview aufeinandertreffen lassen.

Frau Cordes, Herr Maier, wie geht es Ihnen so kurz vor der Stichwahl?

Sven Maier: Mir geht es sehr gut. Die Anspannung steigt täglich, aber ich freue mich auf Sonntag. Ich hoffe auf das Vertrauen der Wähler und bin zuversichtlich, die Stichwahl zu gewinnen und das Amt des Samtgemeindebürgermeisters zu übernehmen.

Anne Cordes: Ich kann noch gut schlafen, auch wenn das Kribbeln im Bauch größer wird. Das Ergebnis der ersten Runde war für mich sehr positiv. Darum schaue ich zuversichtlich auf die Stichwahl.

Wie möchten Sie Ihre bisherigen Nichtwähler denn noch auf den letzten Metern überzeugen, dass Sie der beziehungsweise die Richtige sind für das Amt?

Cordes: Ich denke, es geht nicht um richtig oder falsch. Jeder setzt seine eigenen Schwerpunkte. Mir geht es darum, den Blick auf die Bürger zu richten. Viele der Wähler, die mir ihr Vertrauen schenken, kennen mich schon lange, denn ich bin in der Samtgemeinde zu Hause. Und natürlich habe ich ein großes Interesse daran, mich für die Samtgemeinde, in der ich sehr gerne lebe, einzusetzen.

Maier: Als Fachfremder braucht man erfahrungsgemäß eine Einarbeitungszeit von ein bis zwei Jahren in dieses Amt. Diese Einarbeitungszeit fällt bei mir natürlich weg und ich kann mich direkt um die anstehenden Aufgaben kümmern. Ich bin hoch motiviert, die Samtgemeinde mit meinem Wissen und meiner Erfahrung zukunftsfähig zu gestalten und dabei immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger zu haben.

Frau Cordes, Sie kommen im Falle ihrer Wahl von außen in die Samtgemeindeverwaltung. Ist das ein Nachteil?

Nein, nach vielen Jahren mit einem Verwaltungsfachmann an der Spitze kann ein frischer Wind nur von Vorteil sein. Im Wahlkampf wünschten sich viele und Bürger eine bessere Kommunikation seitens der Verwaltung. Durch meine Arbeit in der freien Wirtschaft bin ich nicht nur mit Gesetzen und Vorschriften vertraut, sondern auch mit der Mitarbeiterführung und der Ansprache verschiedenster Unternehmen und Kunden. Diese vielseitige Erfahrung sehe ich klar als Vorteil.

Herr Maier, das dürften Sie natürlich ganz anders sehen.

Richtig, ich sehe es als großen Nachteil, dass jemand ohne Verwaltungserfahrung den Posten des Hauptverwaltungsbeamten begleiten soll.

Kandidat Sven Maier ist bei seinen Haustürgesprächen mit Marmelade unterwegs.

Also braucht es unbedingt jemanden mit ihrem Erfahrungsschatz?

Wie der Name Hauptverwaltungsbeamter schon sagt, gehört in meinen Augen eine gewisse Fülle an Erfahrung in den Bereichen Allgemeine Verwaltung und Haushaltsrecht, Personalführung, politische Gremienarbeit und dem Umgang mit Bürgern zu diesem Posten. Dies alles bekommen die Menschen in der Samtgemeinde mit mir.

Für Unentschlossene ist von außen sehr schwierig zu unterscheiden, wer wofür steht. Was unterscheidet Sie von ihrem Kontrahenten?

Cordes: Bauen und Finanzen sind wichtige Bereiche der Verwaltungsarbeit, keine Frage. Für mich ist entscheidend, die Bürger bei allen Projekten mitzunehmen und wichtige Bereiche des Zusammenlebens wie Freizeitangebote, Vereinsleben und den Erhalt der Natur im Blick zu behalten.

Maier: Durch meine vielen persönlichen Gespräche in den vergangenen Monaten habe ich Defizite im Bereich der Kommunikation zwischen Rathaus und Bürgern sowie der Außendarstellung der Samtgemeindeverwaltung festgestellt. Dies ist ein großes Thema für mich. Ich möchte die Verwaltungsarbeit sowie das politische Handeln dem Bürger gegenüber transparenter gestalten. Die Themen Ausbau von digitalen Angeboten, Stärkung der Ehrenamtlichen, die Ausweisung von Gewerbeflächen und die Unterstützung der Mitgliedsgemeinden sind mir besonders wichtig. Zudem möchte ich meinen Fokus gemeinsam mit dem Rat auf die Bereitstellung von ausreichend Kita- und Schulangeboten legen. Bei all diesen Themen soll der Nachhaltigkeitsaspekt in alle Überlegungen mit einbezogen werden.

Wo können die Bürger bis zur Wahl noch einmal persönlich mit Ihnen ins Gespräch kommen?

Maier: Wie in den vergangenen Tagen und Monaten, werde ich weiterhin in der ganzen Samtgemeinde unterwegs sein. Ob mit meinem Stand vor Edeka oder bei Gesprächen über den Gartenzaun. Ansonsten bin ich jederzeit telefonisch, per Mail, per Whatsapp oder über die sozialen Medien erreichbar.

Cordes: Persönlich bin ich am Samstagvormittag vor dem Edeka-Markt in Fintel anzutreffen und am Nachmittag in Lauenbrück an der Bushaltestelle Schwarzer Weg/Ecke Heidhorn.

Einer beziehungsweise eine von Ihnen wird das Rennen am Sonntag für sich entscheiden. Was gedenken Sie tags darauf zu machen?

Cordes: Am Montag nach der Wahl habe ich mir freigenommen, falls es wieder eine aufregende Wahlnacht wird. Morgens werde ich gemütlich frühstücken, dann einen leckeren Apfelkuchen mit Äpfeln aus dem eigenen Garten backen und meine Gedanken sortieren – wie auch immer die Wahl am Ende ausgeht. Maier: Unabhängig davon, wie die Stichwahl ausgeht, werde ich am Montag im Rathaus sein, um mich bei meinen Kollegen für die letzten Wochen und Monate der Unterstützung zu bedanken. Das ganze Team leistet Tag für Tag einen tollen Job und die letzten Monate waren durch Corona und die Wahlvorbereitungen nicht immer einfach.

Maier: Unabhängig davon, wie die Stichwahl ausgeht, werde ich am Montag im Rathaus sein, um mich bei meinen Kollegen für die letzten Wochen und Monate der Unterstützung zu bedanken. Das ganze Team leistet Tag für Tag einen tollen Job und die letzten Monate waren durch Corona und die Wahlvorbereitungen nicht immer einfach. 

Parteien zur Wahl 

Die einen bringen Kartoffeln unters Volk, die anderen frische Brötchen: Im Endspurt für den Bürgermeisterwahlkampf geben die Unterstützer-Parteien noch einmal ordentlich Gas. Aber warum sollten sich die Wähler für den einen oder den anderen Bewerber entscheiden? Wir haben nachgefragt.

So äußert sich der CDU-Samtgemeindeverband (pro Maier): „Der parteilose Sven Maier ist ein Fachmann. Er verfügt über eine Verwaltungsausbildung und hat zusätzlich ein betriebswirtschaftliches Studium sowie eine Zusatzausbildung zum kommunalen Bilanzbuchhalter absolviert. Als amtierender Fachdienstleiter für Bauen und Finanzen ist er mit den Abläufen im Rathaus aus der täglichen Arbeit bestens vertraut. Fünf Jahre sind keine lange Zeit, wenn man wichtige Projekte planen und umsetzen will. Deshalb sollte eine langwierige Einarbeitung vermieden werden. Dies ist nur bei der Wahl von Sven Maier gegeben.“

So äußert sich der SPD-Ortsverein (pro Cordes): „Anne Cordes ist die Richtige für dieses wichtige Amt. Wir haben uns entschieden, es nicht einem Kandidaten aus der Verwaltung quasi zu überlassen, sondern den Bürgern die Wahl zu ermöglichen. Parteiliche Unabhängigkeit haben wir vorausgesetzt, ebenso wie die Verwurzelung in der Samtgemeinde. Ein Samtgemeindebürgermeister oder eine Samtgemeindebürgermeisterin muss nah am Puls der Bürger sein und dies geschieht nicht nur bei der Ausübung des Amtes, sondern rund um die Uhr durch Kontakt in Vereinen, Firmen und Organisationen. Wir sehen es als großen Vorteil an, dass Anne dieses Amt nicht durch die Ansichten eines Verwaltungsbeamten wahrnehmen wird und trotz aller verwaltungstechnischer Aufgaben immer die Bürger in den Mittelpunkt stellen wird.“

So äußert sich der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen (pro Maier): „Wir können uns schwer vorstellen, wie Anne Cordes parteipolitisch unabhängig sein will, wenn sowohl die Vorgänge der Samtgemeinde und der Gemeinde Fintel am häuslichen Küchentisch erörtert werden, bevor diese den anderen Parteien zur Verfügung stehen. Ursprünglich war es Konsens zwischen den Fraktionen der CDU, der Grünen und der SPD, dass die Funktion mit einer Verwaltungsfachkraft und betriebswirtschaftlichem Wissen besetzt sein soll. Danach legte die Finteler SPD ein Veto ein und die Zusage von der SPD wurde zurückgenommen. Heute stellt es sich so dar, dass sich Werner Kahlke, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Gemeinde Fintel, durchsetzte und seine Ehefrau Anne Cordes für die SPD ins Rennen schickte.“

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