Vierter Poetry Slam unter freiem Himmel bricht Besucherrekord: Mehr als 600 Gäste

Tattoos in Times New Roman

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Eine stilvoll angestrahlte Kulisse zwischen Damwild und Eseln machte es Moderator Hauke Prigge beim Poetry Slam im Landpark leicht.

Lauenbrück - Von Ulla Heyne. Der jährliche Poetry-Slam-Wettstreit „Poetry im Park“ wächst heran – und wartete am Freitagabend im Landpark Lauenbrück nicht nur mit dem gewohnt guten Line-Up an bundesweit renommierten und einigen versierten lokalen Wortkünstlern auf, sondern vor allem mit nahezu explodierenden Besucherzahlen.

Die vierte Auflage des verbalen Open-Air-Wettstreits in wie immer stimmiger Kulisse auf dem Thingplatz brach mit mehr als 600 Besuchern, rund einem Viertel mehr als im Vorjahr, nicht nur alle Rekorde, sondern stellte auch die Bierzapfanlage vor eine Herausforderung.

Mindestens ebenso vielversprechend wie der Blick in den Himmel von Mitorganisator und Moderator Hauke Prigge las sich die Teilnehmerliste: „Schriftstehler“ Armin Sengbusch, gern gesehener Gast im Rotenburger Schmidts, war ebenso vertreten wie Gast der ersten Stunde Klaus Urban, erstmals mit Gattin im Duo „Der alte Mann und das Mehr“ am Start.

Oder die Scheeßelerin Eva Matz, die die Zuschauer mit nachdenklichen und äußerst persönlichen Einblicken in die von Selbstzweifeln geprägte Gedankenwelt berührte. Ebenso wie Lokalmatador Dennis Schmidt, der in der Vorrunde gegen den späteren zweitplatzierten Quixote ausschied.

„Schade“, so der Kommentar von Zuschauerin Tanja Bremer, die ihren ersten Slambesuch sichtlich genoss, „er ist einer der wenigen, der ohne Kraftausdrücke und Hiebe unter die Gürtellinie auskommt.“ Von denen gab es gleich zu Anfang reichlich, lieferte Andy Strauß, brummender Special Guest in blauem Stringtanga unter der Baggy Pants, mit seiner irrwitzigen Erzählung über die Hochzeit mit einem Käse doch eine äußerst schräge Performance ab, ebenso wie der Hamburger Lennard Hammann mit seiner gereimten Ode an Schokolade oder der spätere Zweitplatzierte Quixote, der über philosophierte.

“Poetry im Park” in Lauenbrück

Pech für die Bremerin Rita Apel, die sich mit ihrem pointierten Grundschul-Report über Kinder mit acht Opas im dritten Frühling in die Herzen der Zuschauer spielt: Sie trat direkt nach Abräumer und späterem Gewinner Sulaiman Masomi auf.

Der kokettierte mit seinen afghanischen Wurzeln: „Sogar das Mikro ist ausländerfeindlich“ und gab mit seinem Streitgespräch von Ethik, Euphemismus und Hyperbel über den Tod des Genitivs selbst den Deutschlehrern im Publikum eine atemberaubende Lehrstunde in punkto sprachlicher Stilmittel. Das belohnte die Jury der Zuschauer mit der Bestnote, einer durchgängigen 10. Auch wenn es wieder einmal die eher humoristischen Beiträge waren, die es ins Finale schafften: Mit seiner Liebeserklärung bewies der Paderborner – als hätte das an diesem gelungenen Sommerabend noch eines Beweises bedurft -, wie vielfältig Poetry Slam sein kann.

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