Verabschiedung mit viel Lob:

Verabschiedung mit viel Lob: 185 Jahre Erfahrung verlassen den Finteler Samtgemeinderat

Bevor er zum 1. November selbst aus dem Amt ausscheidet, verabschiedete Bürgermeister Tobias Krüger (r.) noch Rüdiger Bruns (v.l.), Jürgen Rademacher, Rosi Ruschmeyer, Michael Versemann, Reinhard Trau, Klaus Miesner, Hans-Jürgen Lohmann und Jürgen Borngräber aus dem Samtgemeinderat (auf dem Bild fehlt Wilfreid Behrens). Er fand für alle warme Worte.
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Bevor er zum 1. November selbst aus dem Amt ausscheidet, verabschiedete Bürgermeister Tobias Krüger (r.) noch Rüdiger Bruns (v.l.), Jürgen Rademacher, Rosi Ruschmeyer, Michael Versemann, Reinhard Trau, Klaus Miesner, Hans-Jürgen Lohmann und Jürgen Borngräber aus dem Samtgemeinderat (auf dem Bild fehlt Wilfreid Behrens). Er fand für alle warme Worte.

Lauenbrück – Frisches Blut fließt bald durch die Adern des Finteler Samtgemeinderats. Erst einmal stand aber die letzte Sitzung in dieser Wahlperiode ganz im Zeichen der Danksagung und der Verabschiedungen. Denn neun Ratsmitglieder, die immerhin zusammengenommen auf 185 Jahre kommunalpolitische Erfahrung zurückblicken können, werden ab November nicht mehr dem 21-köpfigen Gremium angehören. Für sie gab es Dankesworte und Präsentkörbe vom selbst bald aus dem Amt scheidenden Bürgermeister Tobias Krüger sowie den Applaus ihrer Ratskollegen.

In seiner Rede hob Krüger die sachliche und vor allem parteiübergreifende gute Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren hervor, zu der eben auch die nun ausscheidenden Politiker ihren persönlichen Beitrag geleistet hätten. „Während andere Bürger ihrer Freizeitbeschäftigung zu Hause nachgehen, vielleicht auf dem Sofa, habt ihr euch entschlossen, euch in die politische Beratung zu stürzen und euren Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten“, wandte er sich an die im Ratssaal versammelte Runde. Diese Art von Arbeit sei trotz der sachlichen Atmosphäre sicherlich nicht immer vergnügungssteuerpflichtig. Denn: „Nicht immer werden Themen in der Öffentlichkeit auch sachlich diskutiert und manchmal muss ein ehrenamtliches Ratsmitglied für seinen Einsatz unsachliche Kritik einstecken oder sogar Schmähungen erdulden“, fand der Bürgermeister ehrliche Worte. Umso beachtlicher sei es ihm zufolge, „dass ihr euch trotzdem aus voller Überzeugung in den demokratischen Diskurs zu zahlreichen Themen eingebracht und so euren Beitrag zur Weiterentwicklung der Samtgemeinde geleistet habt.“

Die Liste der scheidenden Ratsmitglieder eröffnete der 44-Jährige mit Wilfried Behrens (SPD). Der Finteler saß von 1996 an im Rat, war von 2011 bis 2019 Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Dein Engagement für die Weiterentwicklung der Mitgliedsgemeinden, besonders für die Beibehaltung der Besonderheiten, hat den dörflichen Charakter der Samtgemeinde gestärkt“, fasste Krüger dessen Wirken zusammen. „Du bist zur Stelle gewesen, wenn rasche Entscheidungen gefragt waren und hast dabei sehr auf die Finanzen geachtet.“

In stolzen 45 Jahren prägte Jürgen Borngräber (SPD) die Samtgemeindepolitik mit. Sein Netzwerken über die Grenzen der Kommune hinaus in Kreis und Land habe stets frühzeitig Handlungsbedarfe aufgezeigt, erinnerte der Bürgermeister. Und: „Dein Einsatz für Bildungsthemen war von deinen jahrzehntelangen Erfahrungen untermauert.“

Die „Goldmedaille“ im kommunalpolitischen Engagement verdiente sich aus dieser Runde jedoch Rüdiger Bruns (SPD). Sage und schreibe 47 Jahre lang saß er im Samtgemeinderat, war von 2011 bis 2021 dessen Vorsitzender und fünf Jahre lang Bürgermeister in Fintel. Sein besonderes Augenmerk habe stets auf der Schulpolitik gelegen, hob Tobias Krüger hervor. Er habe Bruns als immer wohlwollend-kritischen Begleiter kennengelernt, der gute Texte stets noch etwas präziser zu fassen vermochte – ein Streiter für Bildung, Grammatik und Logik.

Es war die letzte Sitzung in dieser Wahlperiode für den Rat – was zum Anlass genommen wurde, für ein letztes gemeinsames Foto zu posieren.

Von allen Ausscheidenden am kürzesten im Rat, mit jeweils einer Legislaturperiode, waren Hans-Jürgen Lohmann, Klaus Miesner und Rosi Ruschmeyer (alle CDU). Während Ersterer in den letzten fünf Jahren die Arbeit vor allem im Feuerwehrausschuss bereichert habe, durch hohes Fachwissen und die ihm eigene ruhige Art, sei Miesner jemand gewesen, der immer dann die entscheidenden Fragen gestellt habe, vor allem wenn es um die Finanzierung von Projekten gegangen sei, wenn schon alles geklärt schien. Und an Ruschmeyer gewandt sagte der Bürgermeister: „Der Männer-Riege der CDU hat deine Anwesenheit wirklich gut getan.“ Auch habe ihr ausgeprägtes Team-Bewusstsein so manche Diskussion zügeln können.

Jürgen Rademacher (CDU), von 2006 bis 2021 im Rat der Samtgemeinde Fintel, zehn Jahre lang Vorsitzender seiner Fraktion und 13 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Vahlde, habe „sehr zielgerichtet für sinnvolle, kostensparende und zukunftsorientierte Entscheidungen gesorgt“, betonte Krüger.

Als einen stillen, ausgeprägten Pragmatiker beschrieb er widerum Reinhard Trau. Sein „Hilft ja nichts“ bringe es meistes auf den Punkt, so der Samtgemeindebürgermeister. 25 Jahre lang war der CDU-Mann aus Stemmen Mitglied im Rat – und damit zwölf Jahre mehr als sein Parteikollege Michael Versemann, der es mit Unterbrechung auf 13 Jahre bringt.

Am Ende des Verabschiedungsmarathons war es Rüdiger Bruns, der als Ratsvorsitzender abschließende warme Wort sprach. Er wünschte allen Ausgeschiedenen, sofern diese sich nicht auf anderer Ebene politisch weiterbetätigten, eine angenehme nächste Lebensphase und viel Erfolg bei dem, was nun komme.

Die neu- sowie wiedergewählten Ratsmitglieder und Sven Maier, der neue Samtgemeindebürgermeister, treffen sich nun am Donnerstag, 4. November, zur konstituierenden Sitzung. Von 19 Uhr an werden im Rathaus nicht nur die Ehrenämter vergeben, sondern auch die Ausschüsse und deren Vorsitze besetzt.

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