Wilhelm Tödter will trotz Pensionierung nicht zur Ruhe kommen

Taubenzüchter ist „kein Sofamensch“

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Soeben hat Tierliebhaber Wilhelm Tödter den Schlag seiner Tauben geöffnet. 

Vahlde - Von Joris Ujen. Ein ganz normaler Tag von Wilhelm Tödter sieht wie folgt aus: Morgens um 7 Uhr steht er auf, springt unter die Dusche, frühstückt und gibt auch seinen sieben Hühnern etwas zu picken. Dann öffnet er seinen ersten Taubenschlag und seine Jungtiere fliegen davon, „oder auch nicht. Ich zwinge sie nicht dazu“, erzählt der passionierte Züchter.

Jetzt hat er Gelegenheit, die Vogelherberge zu säubern. Nach getaner Arbeit streut der 66-Jährige das Futter aus und alle seine Tauben kommen wie aus dem Nichts wieder in ihr Heim. Das gleiche Spiel wiederholt sich kurze Zeit später mit seinen älteren Brieftauben.

Als Wilhelm Tödter sechs Jahre alt war, fand sein Vater eine kranke Taube auf dem Familienhof, pflegte das Tier wieder gesund und schickte es zurück in die Freiheit. „Von da an war ich infiziert“, erinnert sich der Vahlder. Mit zehn Jahren bekam er Haustauben geschenkt, als Jugendlicher seine ersten Brieftauben. „Es gibt Leute, die das als Tierquälerei ansehen. Aber es ist so: Wenn die Taube sich nicht wohlfühlt, kommt sie auch nicht wieder.“ Mit ihnen nimmt Tödter auch an Leistungsflügen teil, stellt aber die Liebe zum Tier in den Vordergrund, nicht den Wettkampf. „Es gibt Menschen, die mit ihren Tieren Geld verdienen wollen und ihre besten Tiere für die Nachzucht verkaufen. Das sind die Rennpferde des kleinen Mannes“, erklärt der 66-Jährige. „Wenn die Vögel keine Leistung mehr bringen, landen sie bei vielen Züchtern im Kochtopf.“ Bei ihm bleiben sie bis zum Lebensende.

Bewegtes Leben

„Ich bin kein Sofamensch“, beschreibt sich der Tierliebhaber treffend. Das zeigt alleine der Lebenslauf des Vahlders: Mehr als 40 Jahre war er als Elektriker bei der Deutschen Bahn in Rotenburg tätig, zwischendurch auch als Hausmeister im Eurostrand in Fintel, bis das Verkehrsunternehmen ihn zurückhaben wollte. Ehrenamtlich trug er fast 24 Jahre das Amt des Samtgemeindebrandmeisters von Fintel. Seine Gemeinnützigkeit setzt er seit fünfeinhalb Jahren als Vorsitzender des Verbands der Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK) in Lauenbrück fort, wo er Menschen zum Beispiel bei Rentenfragen zur Seite steht. 

Und das ist nicht sein einziges Amt: Anfang 2016 übernahm Tödter auch den Vorsitz beim Vahlder Seniorenbeirat. „Seitdem mache ich als beratendes Mitglied im Bildungssauschuss der Samtgemeinde kräftig Werbung für mehr Notfallpunkte“, sagt er. Seines Erachtens gibt es vor allem an den Wanderwegen zu wenig Hinweisschilder, die als Hilfeleistung bei Unfällen die exakten Koordinaten für Rettungsdienste angeben. Und wenn etwas Zeit über ist, kümmert er sich um die Veredelung seiner vielen Obstbäume.

Einen Rückschlag erlebte er vor zwei Jahren, als seine Frau gestorben war. „Auf einmal war sie nicht mehr da, saß nicht mehr mit mir am Frühstückstisch. Das war nicht leicht“, erinnert sich Wilhelm Tödter. Seinen Lebensmut hatte er mit der Zeit aber wiedergefunden, erzählt er. Dafür sorgen nicht nur seine vier Söhne, sondern auch seine geflügelten Freunde.

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