Zeitplan gefährdet

Unverhofft kommt oft: Gemeinde Lauenbrück muss B-Plan für Grundschulneubau aufstellen

Dort, wo heute noch die Grundschüler unter freiem Himmel spielen können, soll der Neubau entstehen. Die neue Schule wird praktisch zum Bestandsgebäude gespiegelt.
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Dort, wo heute noch die Grundschüler unter freiem Himmel spielen können, soll der Neubau entstehen. Die neue Schule wird praktisch zum Bestandsgebäude gespiegelt.

Lauenbrück – Wie heißt es doch gleich so schön: Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt. Oder, wie es Stefan Raatz im Hinblick auf den Neubau der Grundschule in Lauenbrück formuliert: „Wir sind davon ausgegangen, dass wir ohne ein B-Planverfahren auskommen werden.“ Genau das braucht die Samtgemeinde Fintel, deren Bauamtsleiter Raatz ist, nach Rückversicherung mit dem Landkreis aber dringend, will sie die dreizügige Einrichtung in direkter Nachbarschaft zum Bestandsgebäude errichten.

Daher schaltete sich jetzt auch der Lauenbrücker Bauausschuss in die Sache ein, liege es laut dem Verwaltungsmann doch in Verantwortung der Gemeinde (und eben nicht der Samtgemeinde), einen Bebauungsplan für das Millionen-Projekt aufzustellen. „Das sollten wir schaffen“, sprach Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD) für das Gremium, das am Ende tatsächlich auch einstimmig eine Empfehlung an den Ende Januar tagenden Gemeinderat aussprach.

Ob man verbindlich schon Auskunft über den zeitlichen Ablauf des ganzen Verfahrens geben könne, wollte Intelmann wissen. Dazu Raatz: „Geplant ist, dass die Schule nach den Sommerferien 2023 in Betrieb gehen kann.“ Nur, verheimliche er nicht, könne der unverhoffte B-Plan den Zeitplan womöglich noch ein wenig gefährden. „Wir wissen einfach bisher nicht, welches Verfahren wir in der Bauleitplanung durchführen können“, äußerte sich der Amtsleiter. Anstreben würde die Samtgemeinde ein verkürztes Verfahren, man hoffe im Rathaus, dass der Landkreis dort auch mitgehe. „Genau sagen konnte man uns das aber noch nicht.“

Grundsätzlich ist geplant, dass bis Sommer nächsten Jahres die erforderlichen Bauantragsunterlagen inklusive B-Plan fix und fertig vorliegen. Zwischen den Sommer- und den Herbstferien soll dann bereits ein Großteil der Schule – in Modulbauweise – errichtet werden. „Wenn alles klappt, sind wir mit den Hauptgewerken, die ja am meisten Lärm und Dreck machen und die Nachbarschaft belasten, bis November 2022 durch“, so Raatz.

Geplant ist, dass die Schule nach den Sommerferien 2023 in Betrieb gehen kann.

Bauamtsleiter Stefan Raatz

Dass die verkehrliche Anbindung später nicht ganz unproblematisch geraten könnte, darauf verwies Axel Matthies (SPD), beratendes Mitglied im Ausschuss. „Es wird definitiv unmöglich sein, das Mehr an Lehrkräften bei einer eventuellen Nachnutzung des Altgebäudes weiterhin über den Schülerweg abzuwickeln.“ Der sei für das erhöhte Verkehrsaufkommen seiner Auffassung nach nämlich viel zu schmal. Wie Raatz ausführte, spiele man jedoch schon mit dem Gedanken, am Gartenweg, auf dem Grundstück eines abgerissenen Gebäudes, für das Kollegium zusätzliche Parkflächen zu schaffen.

Aufgeworfen wurde ebenso die Frage, ob das Schulgelände nachher noch weiterhin 365 Tage im Jahr öffentlich zugänglich sei. Tatsächlich, so Intelmann, liege der Samtgemeinde ein gemeinsamer Antrag von Anliegern und Schulleitung vor, den Fußweg über das Schulgelände außerhalb des Betriebs dichtzumachen, da so etwas generell heutzutage die Norm sei. „Damit wird sich die Gemeinde noch befassen müssen“, sagte er.

Befassen wird sich die Lauenbrücker Politik auch noch damit, ob sie für die Dauer der einjährigen Bauzeit die Schulbushaltestelle im Gartenweg an andere Stelle versetzen lässt. „Wenn da die Baustelle ist, wird es zu chaotischen Verhältnissen kommen“, meldete sich Matthies erneut zu Wort. Als mögliche Lösung kristallisierte sich die Bahnhofstraße als Interimsstandort heraus – auf Höhe der Ampel.

Übrigens: Für den Fall, dass der Gartenweg als Zufahrtsstraße zur Baustelle später völlig kaputt gefahren sein sollte, müssten die Anlieger laut dem Bürgermeister nicht befürchten, zur Kasse gebeten zu werden. „Ich weiß, dass in der Samtgemeinde ein Beschluss vorbereitet wird, dass die dann in dem Fall den Kostenanteil übernimmt.“

Differenzierungsräume bringen mehr Spielraum 

Da eine Sanierung des rund 70 Jahre alten Bestandsgebäudes unwirtschaftlich gewesen wäre, hat sich die Samtgemeinde für einen Neubau der Grundschule an der Wümme entschieden. Der entsteht auf dem Pausenhof an der Laufbahn direkt hinter der Turnhalle. Ursprünglich war vorgesehen, weiterhin Raum für eine Zweizügigkeit zu schaffen – aufgrund der Baugebiete, die aktuell in Lauenbrück wie auch in den anderen Mitgliedsgemeinden ausgewiesen werden, sowie einer relativ starken Nachverdichtung in Lauenbrück und in Fintel haben sich die Verantwortlichen dann aber doch für eine Dreizügigkeit entschieden, um den Bedarf zu decken. Was mit dem Altbau später passiert, ist noch nicht geklärt. Auch Detailfragen, beispielsweise zur Farbgebung des Klinkers, muss die Politik noch abklären. Insgesamt zwölf neue Klassenräume à 65 Quadratmeter sind vorgesehen. Zwischen zwei Räumen gibt es jeweils noch zusätzlich einen Differenzierungsraum, in dem Sprachförderkurse, Inklusion und Gruppenarbeiten stattfinden sollen. Im Prinzip sind genau dies die Räume, die heute noch an der Grundschule fehlen. 

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