Unter Hochdruck

Spezialtechniker holen Dreck aus Finteler Abwasserrohren

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Saubermänner: Denis Ernst (links) und sein Kollege Wolfgang Francke sind derzeit im Finteler Gemeindegebiet unterwegs, um die Kanäle vom Schmutz zu befreien. 

Fintel - Von Lars Warnecke. Das sieht recht unspektakulär aus. Denis Ernst rangiert das orangefarbene Fahrzeug, dirigiert von Wolfgang Francke. Ernst zieht den Kanaldeckel zur Seite, Franke lässt den Hochdruckwasserschlauch in den Schacht hinab – und los geht’s: Der Abwasserkanal wird gespült. Nur wenige Minuten dauert die Prozedur, dann läuft alles wieder rückwärts: Wasserschlauch nach oben ziehen, Kanaldeckel wieder an den alten Platz rücken, weiter zum nächsten Schacht. So wird in diesen Tagen abschnittsweise die Kanalisation unter den Straßen und Häusern in Fintel gesäubert.

Richtig sauber wird diese wohl nie, aber verstopfen darf sie auch nicht. „Alle paar Jahre werden wir beauftragt, hier die Kanäle zu reinigen und von sämtlichen groben Teilen zu befreien“, sagt Spezialtechniker Wolfgang Francke vom Scheeßeler Entsorgungsunternehmen Behrens und Behrens. Zusammen mit seinem Kollegen Denis Ernst ist er seit Anfang der Woche in Fintel unterwegs, um die unterirdischen Rohre vom Dreck zu befreien. „Mit der Zeit lagern sich viele Schmutzpartikel und mehrere gröbere Gegenstände ab, die die Bürger in ihre Toilette werfen“, sagt Francke. Fäkalien, Laub und Erde sind dabei die harmlosesten Ablagerungen. Fette, Speise- und Seifenreste seien wesentlich hartnäckiger. „Da werden dann zweckmäßige Reinigungen fällig“, erklärt Francke.

Modernste Technik verkürzt Rüstzeiten

Dabei kommt ein spezielles Fahrzeug zum Einsatz, bei dem das Wasser zum Freispülen des Kanals wieder aufgesaugt und gleich an Ort und Stelle wieder aufbereitet wird. Dadurch, sagen die beiden Arbeiter, lasse sich der Frischwasserverbrauch erheblich reduzieren. Außerdem würden die anfallenden Rüstzeiten für das Betanken verkürzt, ja, könnten sogar teilweise ganz umgangen werden. Modernste Technik eben. „Ich kann ganz einfach per Funk die Apparatur in der Kanalisation bedienen. Doch auch ein gutes Auge ist gefragt“, meint Francke.

So wie an diesem Vormittag im Finteler Reiherweg. Langsam lässt er den Hochdruckschlauch in den Schacht hinab. „Gib noch ein Stück“, ruft sein Kollege, der den faustdicken Schlauch im Blick hat, bis er in etwa 1,20 Meter Tiefe den Kanal erreicht hat. Nun folgt der viel dickere Saugschlauch seinem Vorgänger hinab. Nur im Duo können sie den Kanal von Schmutz und Dreck befreien. „Jetzt geht es los“, erklärt Wolfgang Francke. Denis Ernst schaltet mit einem kleinen Hebel das Wasser und am grünen Knopf den Hochdruck zu. Mit bis zu 80 Bar drückt sich der Schlauch jetzt durchs Rohr – einen Meter nach dem anderen.

Geruchsbelästigungen möglich

Nach wenigen Minuten ist der nächste Schacht erreicht. Nun beginnt die eigentliche Reinigung in Fließrichtung des Abwassers, erläutert Francke. Langsam zieht die Hydraulikwinde den Schlauch zurück. Sogleich schaut er in den Schacht. Das Wasser rauscht. Ein gutes Zeichen, dass unten kein Dreckberg liegt, hinter dem sich das mit Hochdruck in den Kanal gepumpte Wasser staut. Währenddessen rauscht es – vom Vakuum beflügelt – durch den Saugschlauch in die Schmutzkammer des gewaltigen Tanks auf dem Spezialfahrzeug.

Noch bis Ende kommender Woche wird die Reinigungsaktion in Anspruch nehmen. Dabei kann es, je nach Witterungslage, zeitweise auch zu Geruchsbelästigungen kommen. Es wird auch nicht auszuschließen sein, dass der Verkehr stellenweise behindert wird, heißt es in einer Mitteilung der Samtgemeinde Fintel.

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