„Heidhorn“ könnte bis Jahresende ausverkauft sein

Ungebrochener Bauboom in Lauenbrück

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Die Grundstücke im Baugebiet „Heidhorn“ gingen in den vergangenen Jahren fast weg wie „geschnitten Brot“.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Das hat selbst die größten Optimisten überrascht: Der Bauboom in der Gemeinde Lauenbrück ist ungebrochen. Seit vier Jahren verzeichnen die Verantwortlichen hier, wie auch in den übrigen Mitgliedsgemeinden, eine „immense Nachfrage nach Grundstücken“, wie Tobias Krüger, Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel, sichtlich erfreut mitteilt.

Beispiel „Heidhorn“: Das Baugebiet gleich hinter der Fintauschule, bereits vor 17 Jahren auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche erschlossen, war offensichtlich für viele Häuslebauer so attraktiv, dass von den 91 Grundstücken lediglich vier noch nicht verkauft worden sind. „Für die gibt es aber auch schon verbindliche Reservierungen“, sagt der Verwaltungschef. Bei Quadratmeterpreisen von mindestens 54 Euro habe die Gemeinde auch gute Einnahmen erzielt, die ursprünglich in die Refinanzierung für die damals noch junge Oberschule einschließlich der Sporthalle und der Sportanlagen geflossen seien.

Dass das Preisniveau für Bauland inzwischen wieder angezogen hat, hänge laut Krüger vor allem mit den Preissteigerungen im Bereich der Tiefbauarbeiten zusammen. Im Vergleich zu damals seien die Kosten für derartige Erschließungsarbeiten nämlich um mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen. Zu spüren bekommen werden das wohl jene, die sich im zweiten Bauabschnitt im „Heidhorn“ niederlassen wollen. Laut dem Rathauschef seien das vor allem Interessenten aus dem Hamburger Speckgürtel, meistens junge Familien, die in Lauenbrück nun einmal ein für sie freundliches Umfeld vorfinden würden.

Klar, die nach wie vor niedrigen Zinsen seien ein Grund für den Bauboom – aber eben nur einer. Eine weitere Erklärung sieht Krüger in der verkehrlichen Infrastruktur des Ortes mit seinem Bahnhof, „auch gerade im Hinblick auf die anstehende Anbindung an den HVV Ende 2019“. Und: Da nicht in allen Kommunen Bauflächen zur Verfügung stünden, werde auch dadurch zusätzlich die Nachfrage verstärkt – nicht nur in Lauenbrück, sondern bald wohl auch in Fintel. Dort wird in den politischen Gremien derzeit über ein etwa sieben Hektar großes Neubaugebiet zwischen den Straßen Keenmoor und Osterberg gesprochen, welches in zwei bis drei Abschnitten Gestalt annehmen soll. Als Bauherrin tritt hier die Gemeinde an. Auf absehbare Zeit kein kommunales Bauland in Sicht sei laut Krüger indes in Helvesiek und Stemmen, anders als in Vahlde, wo östlich vom vorhandenen Baugebiet „Blöcken III“ weitere Grundstücke geplant seien.

Noch in diesem Jahr, so der Bürgermeister, solle die Erschließung von „Heidhorn II“ ad acta gelegt werden können. 30 Reservierungen liegen gegenwärtig vor – bei der Sparkasse Scheeßel. Sie vermarktet im Einvernehmen mit der Samtgemeinde die 42 Grundstücke. „So ein Verkauf ist ja auch nicht unsere Kernaufgabe“, meint Krüger, wo doch die Bearbeitung der zahlreichen Anfragen und Verkäufe ohnehin zeitintensiv sei und mit dem vorhandenen Rathauspersonal nicht mal eben nebenbei gewährleistet werden könne. Man habe jedenfalls gute Erfahrungen mit dem Kreditinstitut gemacht: „Die Kosten für die Dienstleistung sind kalkulierbar und ausschließlich erfolgsbezogen“, so der parteilose Samtgemeindebürgermeister. Er zeigt sich mit Blick auf das Baugebiet „Heidhorn“ jedenfalls zuversichtlich, dass es bis zum Jahresende ausverkauft sein werde, „zumal erfahrungsgemäß die größte Nachfrage im März und April zu erwarten ist“.

Schon jetzt wird im Rathaus über die Ausweisung weiterer Wohnbauflächen in Lauenbrück gebrütet – der Ort mit seinen derzeit knapp 2 200 Einwohnern, er wächst und wächst. Zuletzt auch durch das in bester Wohnlage an der Flussniederung der Wümme gelegene Baugebiet „Dreierkamp“. Das ist mittlerweile voll.

„Erfüllen Sie sich Ihre Lebensträume dort, wo es sich leben lässt“, wirbt die Samtgemeinde auf ihrer Homepage. Und das, so Tobias Krüger, sei keineswegs als Floskel zu verstehen – auch wenn neben der bereits geschlossenen Volksbankfiliale demnächst auch die Sparkasse im Ort Geschichte sein wird – zumindest deren Beratungsfiliale. Dass womöglich auch der Edeka, der einzige Lebensmittelmarkt in Lauenbrück, schließen könnte, angesichts der Entwicklungen rund um den geplanten Combi-Vollsortimenter im benachbarten Scheeßel, verneint der Verwaltungschef. „Der ist eine wichtige Einkaufsmöglichkeit hier vor Ort und wird es auch bleiben.“ Schließlich resultiere die Attraktivität des Wohnortes Lauenbrück aus mehreren Aspekten und die enorme Nachfrage von potenziellen Häuslebauern bestätige es: „Das Gesamtpakt stimmt.“

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