Fachausschuss berät Baumaßnahme zum Lauenbrücker Feuerwehrgerätehaus

Umbau oder Neubau?

Die Neubauvariante des Feuerwehrgerätehauses vom Schwarzen Weg aus gesehen. - Fotos: hu

Lauenbrück - Das Hauptthema der jüngsten Sitzung des Feuerwehrausschusses der Samtgemeinde Fintel war einmal mehr die zukünftige Gestaltung des Feuerwehrgerätehauses in Lauenbrück. Hintergrund ist die bevorstehende Übernahme eines modernen neuen Rüstwagens, der vom Landkreis finanziert wird und den Lauenbrücker Brandschützern zur Verfügung gestellt werden soll.

Dieses Feuerwehrfahrzeug, wie auch alle anderen Gefährte der neuen Generation mit Gesamthöhen von jeweils 3,30 Meter, passt jedoch nicht in das vorhandene Gerätehaus am Schwarzen Weg. „Wir haben uns deshalb nach vielen vorausgegangenen Sitzungen und Besprechungen alle dafür ausgesprochen, an- oder umzubauen, damit der Rüstwagen in Lauenbrück stationiert werden kann“, so Samtgemeindebürgermeister Michael Niestädt. Die Gutachter hätten auch den Standort Schwarzer Weg wegen seiner kurzen Anrückzeit der Feuerwehrkräfte als geeignet beschieden.

Im Verlauf der Sitzung entspann sich jedoch eine längere, teils kontroverse Diskussion, in der auch ein möglicher Standort an der B 75 zur Debatte stand. „Die Standortfrage ist von großer Bedeutung. Ich plädiere für den Standort Bundesstraße“, konstatierte Wilfried Behrens (SPD). Für Jürgen Rademacher (CDU) hingegen sei die Standortfrage „kein Thema“ und Michael Sablotzke (SPD) meinte: „Das ist alles besprochen. Wir können jetzt mit der Standortfrage nicht wieder bei Null anfangen.“ Lauenbrücks stellvertretender Ortsbrandmeister Helge Wahlers: „Zur B 75 bräuchten wir fünf Minuten länger.“

Damit war die Standortfrage vom Tisch. Gemeindebrandmeister Klaus Intelmann: „Die Standortpolitik verunsichert die Feuerwehrleute. Der eventuelle Wegfall einer unserer fünf Ortswehren ist kein Thema, denn die Wehren in Stemmen oder Helvesiek wird es zum Beispiel auch noch in 25 Jahren geben. Mich ärgert nur, dass nicht mit den Feuerwehrleuten gesprochen wird.“

Nach Meinung vieler Ausschussmitglieder und auch der des Vorsitzenden Reinhard Trau (CDU) wäre es besser gewesen, wenn man den Feuerwehrbedarfsplan bereits abgearbeitet hätte und jetzt berücksichtigen könnte. Dies sei jedoch wegen der Komplexität erst bis Ende des Jahres zu schaffen. Laut Niestädt müsse „ein Konzept her, wie man Feuerwehr betreibt“, denn die Samtgemeinde Fintel stehe in der Haftung, wenn das avisierte „Schutzziel“ von zehn Minuten nicht erreicht wird. In dieser Zeit soll die Feuerwehr nach der Alarmierung vor Ort des Geschehens sein.

Auf Veranlassung der Verwaltung stellte Ingenieur Ingo Ruschmeyer einen überarbeiteten Entwurf zum Neubau des Feuerwehrhauses vor. Diese Kompaktlösung mit 612 Quadratmeter Nutzfläche, vier Einstellplätzen und allen notwendigen Räumlichkeiten würde komplett 1,27 Millionen Euro kosten, darin enthalten sind 24 000 Euro Abbruchkosten. Dazu Bauamtsleiter Tobias Krüger: „Die Erstinvestition ist nur ein Teil, denn die Folgekosten betragen bis zu zwei Drittel der Gesamtsumme.“ Er berechnete, dass die Neubauvariante bei einem Nutzungszeitraum von 90 Jahren 4,444 Millionen Euro beträgt und damit um zwei Prozent günstiger sei als der Um- und Anbau des Feuerwehrgerätehauses mit einem Gesamtvolumen von 4,556 Millionen Euro.

Eine Beschlussempfehlung wollte das Gremium nicht fassen, weil noch Gesprächsbedarf in den Ortswehren besteht. Der Samtgemeindeausschuss wird in nichtöffentlicher Sitzung einen Beschlussvorschlag erarbeiten, über den dann am Mittwoch kommender Woche ab 20 Uhr in der öffentlichen Sitzung des Rates der Samtgemeinde Fintel abgestimmt wird.

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