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Abschied nach 25 Jahren: „Bistro Scheune“ schließt seine Türen

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Von: Marié Detlefsen

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Maria Mitsopoulou und Angelos Matsis stehen vor der Eingangstür ihres Bistros.
Die Pandemie hat den Betreibern Maria Mitsopoulou und Angelos Matsis neue Möglichkeiten aufgezeigt und die wollen sie nun nutzen. © Detlefsen

Schon länger wurde gemunkelt, jetzt bestätigen die Betreiber: Das „Bistro Scheune“ wird vorerst schließen. Wie es mit dem Lokal weitergeht, ist noch ungewiss.

Lauenbrück – Seit 25 Jahren ist das „Bistro Scheune“ nicht nur fest in Lauenbrück verankert, sondern stellt für die Gemeinde einen traditionellen Treffpunkt für Groß und Klein dar. Doch nun bestätigen die Betreiber Angelos Matsis und Maria Mitsopoulou, worüber bereits seit einigen Wochen in Lauenbrück gesprochen wird: die Schließung des Lokals. „Wir hängen mit Herz und Seele an unserem Geschäft, doch nun ist die Zeit gekommen, etwas Neues zu wagen und uns zu verabschieden“, sagen die beiden.

Die Anfänge des „Bistro Scheune“ reichen dabei bis in das Jahr 1995 zurück. Im Oktober brannte das damals etablierte Gasthaus „Ünern Strohdack“ ab, welches von Wirt Rainer Kruse geführt wurde. „Überall im Dorf bestand der Wunsch, das Lokal wieder aufzubauen, woraufhin wir kurzfristig in die anliegende Scheune gewechselt sind“, erinnert sich Kruse an die Zeit. Die Räumlichkeit wurde mit einer Küche und sanitären Anlagen ausgestattet und hat schließlich unter dem neuen Namen „Scheune“ ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Zwei Jahre später suchte Kruse schließlich einen Pächter für die Gaststätte, woraufhin das heutige Ehepaar Angelos Matsis und Maria Mitsopoulou dieses am 1. Juli 1997 übernahm. Beide Seiten kannten sich bereits durch eine langjährige Freundschaft. Während Mitsopoulou als „Gastronomie-Kind“ groß wurde und bereits in jungen Jahren im Restaurant der Eltern aushalf, sammelte Matsis viele Erfahrungen als Kellner. Die Umstellung war dennoch für beide groß: „Wir wohnten vorher in Bruchhausen-Vilsen, weshalb Lauenbrück für uns nicht nur weit entfernt, sondern auf den ersten Blick auch ziemlich klein war“, erzählt die Wirtin.

Dennoch bereue sie ihre Entscheidung nicht im Geringsten. „Alle hier haben uns mit offenen Armen empfangen und waren überaus hilfsbereit, sodass wir uns ziemlich schnell heimisch gefühlt haben“, meint sie.

Dies Zufriedenheit spiegelt sich auch in den Gästen: Die kommen nämlich nicht nur aus der Samtgemeinde zu ihnen, sondern auch aus der Region. Aus Zeven, Sittensen und Rotenburg reisen hungrige Gäste an, aber auch aus Hamburg kommen sie in das gemütliche „Bistro Scheune“. Entsprechend wehmütig werden die Betreiber: „Der Abschied von unseren Gästen fällt uns sehr schwer und sie sind definitiv nicht der Grund für die Schließung“, betonen beide.

Zukunft mit neuen Möglichkeiten

Die Entscheidung sei den Umständen der vergangenen zwei Jahre geschuldet. Die Corona-Pandemie sorgte nicht nur für weniger Spaß an der Arbeit, sondern insbesondere für große Unsicherheit in der Branche. „Das Virus hat uns unser Personal und unser Einkommen genommen“, sagt Matsis. „Die Fixkosten konnten wir durch staatliche Hilfen auffangen und so reichte es für das Etablissement an sich, doch nicht für das private Leben.“

Somit waren beide gezwungen, sich während des Lockdowns neue Jobs zu suchen. Und daraus taten sich dann neue Möglichkeiten auf. „Wir haben plötzlich festgestellt, dass wir auch neue Dinge ausprobieren können und würden nun gerne aus der Selbstständigkeit rausgehen.“ Den Entschluss über den Abschied fasste das Paar also nicht rein aufgrund der großen Unsicherheit durch Corona, sondern auch durch die dadurch neu entstandenen Chancen. Dennoch betonen beide, dass sie weiter in Lauenbrück wohnen bleiben.

Bis zum 14. August besteht weiterhin die Möglichkeit, noch ein letztes Mal das „Bistro Scheune“ zu besuchen. Für das Erntefest und den jährlichen Flohmarkt wird es wieder ein großes Festzelt vor den Türen des Lokals geben, allerdings erfolgt lediglich ein Ausschank von Getränken, es gibt keine warmen Speisen.

Wer dann zum endgültigen Abschied noch einmal vorbeischauen möchte, hat dazu am 20. August die Gelegenheit: Mit einer letzten Feier soll nicht nur das 25-jährige Jubiläum des Lokals, sondern zugleich auch das Lebewohl gefeiert werden. „Damit wollen wir uns für die vielen tollen Jahre, die Loyalität und die Treue bedanken“, so die Wirtsleute.

Die Zukunft der Lauenbrücker Gaststätte ist allerdings noch ungewiss. „Es herrscht ein allgemeines Kneipensterben und es ist schwierig, Leute zu finden, die im Service oder in der Küche arbeiten möchten“, weiß Verpächter Kruse. Dennoch empfinde er den Bestand der „Scheune“ als wichtig für das Dorf und versucht, eine geeignete Lösung zu finden. Bis dahin bleibt die Zukunft des Lokals aber offen.

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