Treffen der Regionalgruppe der Initiative für evangelische Verantwortung bei Atlas von der Wehl

Zwischen Bedrängnis und Bewährung

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Regionalsprecher Albert Rathjen (l.) und Geschäftsführer Hermann von der Wehl begrüßen die Tagungsgäste.

Lauenbrück - Von Hannes Ujen. Wie lassen sich christliche Werte im unternehmerischen Alltag verwirklichen? Diese Frage stellten sich rund 50 Unternehmer aus dem Landkreis auf dem Betriebgelände der Firma Atlas von der Wehl in Lauenbrück. Eingeladen hatte die Regionalgruppe der Initiative für evangelische Verantwortung in der Wirtschaft, Mittel- und Osteuropa.

Dass unternehmerisches Denken und Handeln sowie Risikobereitschaft eine wichtige Bedeutung für die soziale Marktwirtschaft haben und christliche Werte dabei eine Orientierungshilfe sein können, darauf wies Regionalsprecher Albert Rathjen (Bremervörde) hin. In einer Welt, die von stetem Wandel aber auch Unsicherheiten geprägt sei, brauche man schöpferische Persönlichkeiten, „die sich den jeweiligen Herausforderungen stellen“. Das gelte für alle Bereiche des menschlichen Lebens, insbesondere aber auch für den wirtschaftlichen Bereich. „Und da ist es der Unternehmer“, so Rathjen.

Mit dem Gastgeber Atlas von der Wehl habe man sich eine Firma aussuchen dürfen, die zum Thema der Tagung, „Mittelständische Unternehmen zwischen Bedrängnis und Bewährung“, sehr gut passe. Hermann von der Wehl, geschäftsführender Gesellschafter, stellte die inhabergeführte Unternehmensgruppe vor, die im April ihr 50-jähriges Bestehen feierte: „Das wohlüberlegte Unternehmenskonzept meines Vaters Burghard von der Wehl basierte von Anfang an auf einer ausgewogenen Mischung von Verkauf und umfassendem Service der innovativen Produkte. Wir sind heute als Vertragshändler für Baumaschinen, Lkw-Ladekrane und Containerwechselsysteme sowie als Lkw-Aufbauhersteller erfolgreich tätig.“

An den beiden Standorten in Hamburg und dem in Lauenbrück seien derzeit 170 Mitarbeiter und etwa 30 Auszubildende im Fahrzeugbaubetrieb, Reparatur- und Ersatzteilservice sowie im Vertrieb und in der Vermietung beschäftigt. „Unser mittelständisches Unternehmen hat für den ländlichen Raum eine wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung erlangt“, so der Geschäftsführer.

Es folgte eine Besichtigung des Firmengeländes und der Werkstätten. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Scheeßel, Jürgen Lange, referierte über das Thema „Die Auswirkungen der Euro-Krise auf die mittelständische Wirtschaft“. Er machte deutlich, dass der Euro in den vergangenen zehn Jahren eine geringere Inflationsrate als zu vergleichbaren D-Mark-Zeiten gebracht habe. Für die exportierende Wirtschaft habe das Vorteile gebracht, allerdings mit einer leichten Belastung durch Verteuerung der Importe. Bei der Einführung des Euro habe man allerdings Fehler gemacht: „Man hätte eine Rausschmiss-Klausel formulieren müssen. Ebenso wäre es wichtig gewesen, den Menschen zu sagen, dass dadurch eine Transfer-Union entstehen würde.“ Inzwischen sei ein finanzwirtschaftlicher Vermögenstransfer von Nord- nach Südeuropa zwecks Vermeidung weiterer Völkerwanderungen notwendig geworden. Für die mittelständische Wirtschaft würden Vorteile entstehen durch günstige Finanzierungskosten für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen und für den privaten Konsum. Allerdings gäbe es Unsicherheiten über die zusätzliche Entwicklung weiterer geopolitischer Krisenherde. Die Niedrigzinspolitik der EZB sei aber unberechenbar. „Allerdings bietet der Euro der mittelständischen Wirtschaft Vorteile, da Wechselkursrisiken wegfallen und die Kalkulationssicherheit besser wird“, so der Scheeßeler Sparkassenchef.

Nach einer intensiven Diskussionsrunde hielt Pastor Lars Rüter aus Lauenbrück die Schlussandacht.

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