Zum Tode von James Last: Heinrich Müller erinnert sich an die Musikerlegende

„Er hat sehr viel Achtung in Fintel“

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Heinrich Müller und seine Frau Inge mit alten Schallplatten und anderen Erinnerungen an James Last.

Fintel - Diese Nachricht berührte: Im Alter von 86 Jahren ist der Bremer Komponist und Dirigent James Last in seiner Wahlheimat Florida gestorben. Der Finteler Heinrich Müller (76), sieben Jahre Techniker in der berühmten Band, erinnert sich: „So einen Arbeitgeber hatte ich noch nie. Er hat sehr viel Achtung in Fintel.“ James Last und seine Musiker, die die Welt bereisten, machten zwischendurch immer wieder Halt im Eurostrand in Fintel am Rande der Lüneburger Heide.

Nach Müllers Information wurden die bekannten Hintergrundgeräusche zur Last-Musik mit Beteiligung von Mitarbeitern des Verkehrsamtes Rotenburg geboren. Und das sei so abgelaufen: Nach Dienstschluss seien etwa 40 Personen mit dem Bus ins Studio nach Hamburg-Rahlstedt gefahren worden. Warum genau, das hätte niemand gewusst. „Sie sollen einfach nur Stimmung machen“, so der gelernte Kupferschmied. Erst später hätten die Ausflügler erfahren, dass ihre Feiergeräusche der Musik beigegeben worden seien. Die spezielle Partymusik war geboren. „Auf Last geht’s los“, „Last the whole night long“, „Superlast“, „Starportrait“, „Träum was Schönes“ – das sind nur einige Titel, die Heinrich Müller wie einen kleinen Schatz hütet.

James Last gewann mehr als 200 Goldene Schallplatten. Mit seinem „Happy Party Sound“ trat er weltweit in den großen Konzerthäusern auf. 26 Konzerte führten ihn sogar nach Japan, zudem standen Tourneen durch Amerika, Asien und Europa auf dem Programm. Und der Finteler Heinrich Müller war immer dabei. Die wochenlange Trennung von seiner Frau wurde gemeistert: „Inge stand mir immer bei.“

Müller, inzwischen im Ruhestand, hat unendlich viele Erinnerungen. Nur eines, sagt er, sei seinem damaligem Chef immer wichtig gewesen: „Während den Tourneen komponierte er, wenn er Zeit hatte, immer wieder zwischendurch. Dann durfte er auf keinen Fall gestört werden.“

James Last und sein Orchester spielten zur Einweihung des Eurostrandes, sie waren musizierende Gäste bei den Finteler Schützen, vor 41 Jahren spielten sie zur Eröffnung des Freibades. Müller: „Zum letzten Mal habe ich ihn vor vier oder fünf Jahren in der Kölner Arena gesehen. Ich konnte ihm ansehen, dass das nicht mehr passte. Für ihn war es Zeit aufzuhören. James Last wollte aber bis zum Umfallen Musik machen. Noch im April war er mit seinem Orchester unterwegs.“

bn

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