Tobias Krüger ist der einzige Kandidat für den Posten des Samtgemeindebürgermeisters in Fintel

„Realistisch bleiben“

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Tobias Krüger will Fintels neuer Samtgemeindebürgermeister werden.

Fintel - Von Inken Quebe. Wenn es für die Bürger der Samtgemeinde Fintel am Sonntag, 28. Februar, an die Wahlurnen geht, dann haben sie nur eine Wahl: Tobias Krüger. Der unabhängige Kandidat ist der einzige, der sich für das Amt des neuen Samtgemeindebürgermeisters und damit als Nachfolger für Michael Niestädt gefunden hat. Trotzdem positioniert er sich.

Wer von allen Parteien als gemeinsamer Kandidat aufgestellt wird, so wie Tobias Krüger, für den bleibt die ein oder andere kritische Stimme seitens der Wähler nicht aus. Trotzdem hofft Krüger auf eine gute Wahlbeteiligung. „Nehmen Sie bitte Ihr Wahlrecht wahr!“, appelliert er. Dass er der einzige Anwärter ist, ist für den 38-Jährigen kein Grund, seine Position deutlich zu machen. Er sagt: „Ich bin ein unabhängiger Kandidat, das war und ist mir wichtig, zu betonen.“ Schon jetzt lobt Krüger die sachliche Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg, sieht sich selbst eher in der Rolle des Mittlers.

Dass er mit seiner Frau und den zwei Töchtern in Sittensen lebt, ist für die Wahl zum Samtgemeindebürgermeister kein Problem. Aber auch so hat Krüger einen Bezug zu seinem zukünftigen „Territorium“: Seine Mutter kommt aus Lauenbrück, seit 2009 ist er selbst als Bauamtsleiter in der Verwaltung tätig. „In viele Themen bin ich also ohnehin schon involviert. Die übrigen Details werde ich mir erarbeiten“, ist Krüger sicher.

Für seine Amtszeit hat er sich schon einiges vorgenommen. Es stünden unter anderem die Erweiterung des Lauenbrücker Feuerwehrhauses sowie der Anbau der Lauenbrücker Krippe an, „und zahlreiche andere Projekte, die mir am Herzen liegen“. Krüger möchte die Weiterentwicklung der Samtgemeinde und der einzelnen Mitgliedsgemeinden in den Fokus rücken. Aber er sagt auch: „Es geht um realistische Ziele, nicht darum, alles auf den Kopf zu stellen.“

Ein wichtiges Thema: der HVV- und HVB-Anschluss. Krüger setzt darauf, dass die Samtgemeinde den Pendlern bald bessere und günstigere Bahn-Verbindungen nach Hamburg und Bremen anbieten kann. „Das steigert unsere Attraktivität“, ist er überzeugt. Krüger bedauert, dass es mit der Gemeinde Scheeßel und der Samtgemeinde Fintel zwei Kommunen gebe, die noch nicht Teil eines Verbundes sind. Deshalb sei es wichtig, dass die Verhandlungspartner nicht ein zu großes Paket schnüren. Auch hierbei betont er: „Realistisch bleiben.“

Auch an dem Thema Flüchtlingssituation kommt Krüger nicht vorbei. Die Samtgemeinde habe das Glück „von vielen Ehrenamtlichen unterstützt zu werden“. Viele Vermieter würden der Verwaltung auch Immobilien anbieten. „Es gelingt uns noch, die Menschen dezentral unterzubringen“, berichtet der 38-Jährige. Das liege auch an der Werbung durch die Ehrenamtlichen. Es gebe derzeit sogar Wohnungen über den aktuellen Bedarf hinaus. Trotzdem betont er: „Es gibt noch zahlreiche andere wichtige Themen.“

Deshalb spielen auch Kinder für seine Zeit als Samtgemeindebürgermeister eine Rolle. Er arbeite daran, dass die Kindergärten und Krippen in den Mitgliedsgemeinden erhalten bleiben und deren Angebot bedarfsgerecht ausgebaut wird. Dabei setzt Krüger vor allem auf seine Erfahrung als Vater. „Mein größtes Hobby ist die Familie“, erzählt er.

Seine freie Zeit verbringe er vor allem mit seinen zwei Töchtern und seiner Frau. Dann stehen schwimmen und spazieren gehen auf dem Programm – oder Beachvolleyball: „Meine Frau und ich schauen uns regelmäßig die deutschen Meisterschaften in Timmendorf an. Dann übernachten wir im Auto.“ Wenn er dann mal alleine ist, schnürt Krüger bei fast jedem Wetter die Laufschuhe: „Es ist ein schöner Abschluss eines Arbeitstages, abends um 22 Uhr nach einem letzten Termin noch joggen zu gehen.“

Am 9. Juni übernimmt Krüger dann das Amt von Michael Niestädt und hängt seinen Job als Bauamtsleiter an den Nagel.

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